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Kreisligist in Not Hicretspor und die Sünden der Vergangenheit

Von Manfred Nolte | 09.04.2015, 22:58 Uhr

Beim KSV Hicretspor steht bereits der vierte Trainer an der Linie – doch die Sorgen sind nach wie vor groß. Coach Mete Döner soll den Kreisliga-Abstieg abwenden.

Den Kreisliga-Fußballern des KSV Hicretspor steht das Wasser zwar bis zum Hals – in einer Kategorie sind die Düsternorter allerdings Spitzenreiter. Aktuell steht mit Mete Döner bereits der vierte Trainer allein in dieser Saison an der Seitenlinie und versucht, den drohenden Abstieg abzuwenden. Keine leichte Aufgabe bei nur drei Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge und einem schweren Restprogramm.

Dass Hicretspor überhaupt zittern muss, hätte vor der Saison kaum jemand erwartet. Die Mannschaft ist durchaus zu fußballerischen Großtaten fähig, steht sich aber oft selbst im Weg – ein Problem, dass die bisherigen Trainer Timur Cakmak, Mithat Uzun und Uwe Buchmeier nicht lösen konnten. Döner versucht nun, zu retten, was zu retten ist, und hat zuletzt in seinem vierten Spiel als Chefcoach beim 1:1 gegen den TuS Heidkrug immerhin den ersten Punkt seiner Amtszeit geholt. „Ich bin noch in der Aufbauphase“, erklärt der 34 Jahre alte Einzelhandelskaufmann, der zuvor die im Winter zurückgezogene Zweite des KSV betreut hat. „Einige Akteure haben den Sprung in den Kader der Kreisligaelf geschafft, zwei davon wohl in die Startformation“, erzählt der Übungsleiter, der seine Laufbahn in den F-Junioren des TV Jahn begann und als A-Jugendlicher zum SV Atlas wechselte. Von dort ging es zu Hicretspor und zu diesem Verein kehrte er nach Stationen beim SV Baris und RW Hürriyet wieder zurück.

„Wenn wir runter müssen, kommen wir zurück.“

Döner weiß, dass der Weg zum Ligaerhalt noch weit ist: „Ich muss viele Sünden der Vergangenheit aufarbeiten. Der Verein hat kein Konzept gehabt. Außerdem müssen konditionelle Defizite abgestellt werden.“ Es seien immer wieder Spieler geholt worden, die sich nicht mit dem Verein identifiziert hätten.

Unter seiner Regie stimmen Einstellung und Einsatz. Im Kader stehen gut 20 Spieler, mit 17 bis 18 Kickern gibt es eine gute Trainingsbeteiligung. Ostern unterlag das Team mit 0:5 bei den A-Junioren des VfL Oldenburg. „Die Mannschaft hatte kein System, jetzt übe ich eine Taktik gegen stärkere und eine gegen schwächere Gegner ein“, weist Döner auf vergangene Versäumnisse hin. Mit dem TV Falkenburg, dem TV Jahn, den SF Wüsting und seinem Team gäbe es vier Abstiegskandidaten. „Zwei davon wird es erwischen. Ich hoffe, dass wir nicht dabei sind.“ Sollte es doch passieren, wäre das für ihn kein Weltuntergang. Er sieht seine sportliche Heimat auch weiterhin bei Hicretspor: „Wenn wir runter müssen, machen wir in der 1. Kreisklasse weiter und kommen zurück.“