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Kreispokal-Achtelfinale Atlas-Drama und Hicret-Gala

Von Daniel Niebuhr und Frederik Böckmann | 08.09.2016, 00:44 Uhr

Elfmeter-Drama für den FC Hude II, Pech für den Delmenhorster TB und Lehrstunde für Kickers Ganderkesee: Im Achtelfinale des Fußball-Kreispokals war am Mittwochabend eine Menge los.

SV Atlas II - FC Huntlosen 2:4. 78 Minuten lang war die Atlas-Reserve die bessere Mannschaft und führte durch sauber herausgespielte Tore von Fabio Meyer aus der sechsten und 48. Minute – dann sorgte eine unglückliche Aktion für eine spektakuläre Wende in der Schlussphase. Atlas-Spieler Daniel Karli, Leihgabe aus dem Landesliga-Kader, schoss Huntlosens Christoph Brandes an, und der Ball landete im Tor. Huntlosen, als Kreisligist das klassenhöhere Team, nutzte den Schwung und glich in der 84. Minute durch Wanja Hiemann aus. Danach fiel die Atlas-Defensive völlig auseinander, Sebastian Merz in der 87. Minute und noch einmal Brandes in der Nachspielzeit schossen die Gäste ins Viertelfinale. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Nach dem ersten Gegentor war bei uns Holland in Not“, sagte Atlas-Coach Steven Herrmann. Gegenüber Andree Höttges sah die Sache nüchtern: „Atlas hat es nicht zuende gespielt – und dann waren wir da.“

TV Dötlingen - TV Jahn 4:2. Jahn ging in Dötlingen durch David Uyar (22.) und Dennis Schingel (46.) zweimal in Führung, Dötlingen war aber insgesamt die bessere Mannschaft. Finn-Christian Kipper gelang per Freistoß das 1:1 (40.), Benjamin Bohrer in der 55. Minute das 2:2. Zwei Minuten später brachte Johan Hannink die Gastgeber auf die Siegerstraße. Alec-Fynn Lüdemann machte in der vierten Minute der Nachspielzeit alles klar. „Für mich war das Ergebnis verdient“, meinte Dötlingens Trainer Markus Welz, der am Sonntag – wenn beide Teams in der Kreisliga erneut aufeinander treffen – aber eine andere Elf aufstellen muss. „Dann fehlen mir zehn Leute. Die Truppe von heute bekommt Jahn dann nicht zu sehen.“

Delmenhorster TB - VfL Wildeshausen II 2:4. Eigentlich wollte der DTB, Aufstiegskandidat in der 1. Kreisklasse, gegen den höherklassigen Gegner kontern, stattdessen taten das die Wildeshauser. Schahuaz Amir-Juki in der dritten und Christoph Cebulla in der 45. Minute sorgten für ein schmeichelhaftes 2:0 zur Halbzeit für den Kreisligisten. Dennis Karsten verkürzte für die Delmenhorster (52.), sechs Minuten später stellte Cebulla den alten Abstand wieder her. Nach Oliver Buschs 2:3 (82.) drängten die Platzherren auf den Ausgleich und die Verlängerung, doch VfL-Goalgetter Tobias Kern sorgte in der Nachspielzeit für die Entscheidung. „Wir hatten etwas Pech, die Jungs haben es gut gemacht“, sagte DTB-Coach Andre Tiedemann. „Ich habe nur in einer Disziplin einen Klassenunterschied gesehen. Und das war in der Chancenverwertung.“

Harpstedt - Ippener 2:4. Es war ein verdienter Sieg der Gäste, fand Ippeners Spielertrainer Andreas Lorer: „Wir haben das Spiel sehr ernst genommen. Wir wollten unbedingt weiterkommen. Das habe ich bei Harpstedt nicht gesehen.“ Der HTB war in den ersten 25 Minuten tonangebend und führte durch Andreas Taute mit 1:0 (23.). Dann nahm Ippener das Heft in die Hand. Houssein Hazimeh (35./46.) und Lorer (68./83.) drehten das Match zugunsten der Gäste. Zum zwischenzeitlichen 2:3 hatte Hendrik Glück verkürzt. „Wir hätten noch höher gewinnen müssen“, fand Lorer.

Kickers Ganderkesee - TSV Großenkneten 1:9. Die Kickers sind in der 4. Kreisklasse noch ohne Punktverlust – doch Kreisligist Großenkneten war mehrere Nummern zu groß. Justin Lüers (10.), Mattis Asche (33.), Cedric Mers (40.), Yannick Bauer (45.+1/59.), Andre Reimann (60.), Tobias Schönbohm (77./85.) und Philipp Heitmann (79.) schossen den standesgemäßen TSV-Sieg heraus. Für die Kickers erzielte Dennis Gerhus (83.) das Ehrentor zum 1:8.

Hude II - Wardenburg 1:1, i.E. 4:5. Was für ein bitterer Abend für den FC Hude II! „Das war eine fantastische Leistung. Ich bin stolz auf mein Team“, sagte Hudes Trainer Claus-Eibe Giehl. Das Weiterkommen in die nächste Runde verfehlte der Außenseiter nur knapp. 30 Sekunden vor Schluss traf Wardenburgs Tim Conring aus einem „unmöglichen Winkel“ (Giehl) noch zum 1:1-Ausgleich. Hude war in der ersten Halbzeit durch Kai Wachtendorf mit 1:0 in Führung gegangen (35.) und hätte bis zur Pause 3:0 führen müssen. „Wir hatten die klar besseren Chancen“, meinte Giehl. Nach der Pause erhöhte Wardenburg den Druck, aber Hude verteidigte gut – bis zur Schlussminute. Im Elfmeterschießen stand es nach fünf Schützen 4:4. Dann vergaben reihenweise die Spieler ihre Elfmeter – bis auf Patrick Janzen, der den VfR ins Viertelfinale schoss.

Wüsting - Hicretspor 1:7. Hicretspor machte seinem Ruf als launische Diva mal wieder alle Ehre – dieses Mal allerdings aus positiver Sicht. Wüsting führte durch Cedrik Petes mit 1:0 (11.) und hätte danach das 2:0 machen müssen. Doch dann drehte Hicretspor auf. Hayri Sevimli (33./35./64.), Burak-Nazif Yaman (44./63./83.) und Alper Cakir (87.) trafen. „Nach dem Rückstand haben wir die Räume eng gemacht und den Ball gut laufen lassen“, freute sich Hicretspor-Trainer Chawkat El-Hourani.