Ein Angebot der NOZ

Kreissporttag in Dötlingen Peter Ache bleibt Vorsitzender des KSB Landkreis Oldenburg

Von Richard Schmid | 09.09.2016, 13:08 Uhr

Peter Ache bleibt zwei weitere Jahre lang Vorsitzender des Kreissportbunds Landkreis Oldenburg. 114 stimmberechtigte Delegierte aus 157 Vereinen wählten während des Kreissporttags 2016 in Dötlingen den gesamten Vorstand wieder. Bestimmendes Thema der Tagung war das Ehrenamt.

Dötlingen. „Ich bin sehr stolz, bei so einem schönen Spätsommerwetter, den Laden voll zu haben.“ Mit diesen Worten begrüßte Peter Ache, Vorsitzender des Kreissportbunds Landkreis Oldenburg, am Mittwochabend die vielen Delegierten und Gäste des Kreissporttags. 114 stimmberechtigte Delegierte aus 157 Vereinen und 29 Fachverbänden waren der Einladung ins Landhotel Dötlingen gefolgt, das sind „46 Prozent der überhaupt möglichen Delegierten, so viele wie noch nie“, erläuterte Ache.

In seinem Grußwort betonte Dötlingens Bürgermeister Rolf Spille die wichtige gesellschaftliche Rolle des Ehrenamts im Sport. Gerade „der Sport ist ein sehr gutes Instrument, alle Menschen mitzunehmen, egal ob jung oder alt, ob weiblich oder männlich, ob Deutsche oder Ausländer und Flüchtlinge, ob Behinderte oder Nichtbehinderte“. Er bedankte sich bei den vielen Ehrenamtlichen, die sich im Sport engagieren.

Wahlen verlaufen unspektakulär

Das Ehrenamt war neben den Wahlen des Vorstands das Thema der Versammlung. Die Abstimmungen gingen völlig unspektakulär über die Bühne. Der gesamte bisherige Vorstand wurde mit jeweils einer Enthaltung wieder gewählt. Peter Ache, fungiert somit zwei weitere Jahre als Vorsitzender. Ihm zur Seite stehen: Jörg Skatulla (Finanzen), Horst Bokelmann (Sportentwicklung), Dieter Holsten (Ausbildung) sowie Jürgen Steffens (Fachverbandsangelegenheiten und Spitzensport).

Zahl der Ehrenamtlichen sinkt

In einem Kurzvortrag von Felix Lingenau, Sportreferent des TV Hude, wurde die Thematik Ehrenamt und Sport problematisiert. Fakt ist, so Lingenau, dass die Zahl der ehrenamtlich Engagierten in Vereinen und Verbänden immer mehr zurückgehe. „Waren es vor zehn Jahren in Niedersachsen noch rund 320000 Menschen, so sind es jetzt nur noch etwa 176000 Ehrenamtler“, so Lingenau. „Immer mehr Aufgaben müssten von immer weniger Menschen übernommen werden“, erläuterte er. Dem gelte es, entgegenzutreten. Der Sport müsse etwas verändern. Ein Weg, so Lingenau, sei, „projektbezogenes Engagement anzubieten, das auf die Bedürfnisse potenziell Engagierter abgestimmt sei.“ Zudem müssten für die ehrenamtlich Tätigen gute Rahmenbedingungen geschaffen werden, dazu gehöre die Minimierung von Bürokratie und die Verbesserung der Kommunikation. „Ehrenamt muss echte Anerkennung und Wertschätzung erfahren“, sagte er. Aus diesem Grund hat der Landessportbund ein Beratungskonzept entwickelt, dass von den Vereinen genutzt werden kann, um ehrenamtliche Engagierte zu gewinnen und zu fördern.

Peter Ache lobt Zusammenarbeit mit Politik

Auch Ache ging in seinem Rechenschaftsbericht auf dieses Thema ein und erklärte, dass Vereine nicht nur als Dienstleister zu sehen seien: „Den Mitgliedern muss bewusst sein, dass die Angebote, die ein Verein macht, durch viele Ehrenamtliche erst möglich werden“.

Ache lobte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung. Gleichwohl mahnte er aber, dass sich der Sport nicht vor den Karren der Politik spannen lassen dürfe. An die Politik appellierte er: „Respektiert die überparteiliche Arbeit des Sports“. Er bedankte sich insbesondere für die gute finanzielle Unterstützung. Ein wesentlicher Punkt, so Ache, sei die Integration von Flüchtlingen. „Die Primärversorgung hat im Wesentlichen gut geklappt, aber jetzt stehen wir vor einer wesentlich schwierigeren Aufgabe, nämlich die Menschen, die zu uns gekommen sind, zu integrieren“. Dem Sport komme hierbei eine besondere Aufgabe zu. Die Sportwissenschaftlerin Nora Zwacke wurde deshalb mit Mitteln des LSB für 45 Monatsstunden eingestellt. Ihre Aufgabe bestehe vor allem darin, Vereine zu beraten, Kontakte zu Sozialarbeitern herzustellen und Mittel für gemeinsame Projekte zu beschaffen. Eine weitere Herausforderung sei, so Ache, die Zusammenarbeit mit Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten. Seit einem Monat sei deshalb mit Steffie Blome eine junge Mitarbeiterin gefunden worden, die die Aufgabe habe, die Kooperation von Schulen und Vereinen zu fördern und zu stärken.

Zusätzliche Umlage nicht erforderlich

Erfreuliches konnte das für Finanzen zuständige Vorstandsmitglied Jörg Skatulla den anwesenden Delegierten berichten. Aufgrund des vor allem auf Erhöhung der Mitgliedbeiträge erreichten Einnahmeplus von 6,8 Prozent konnte das im letzten Jahr erzielte Defizit ausgeglichen werden. Eine zusätzliche Umlage bei den Vereinen sei deshalb nicht erforderlich.

Geehrt wurde der VfL Wittekind Wildeshausen für sein 125-jähriges Bestehen sowie Wilfried Schnitker für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement im Kreissportbund.