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Landesliga-Aufstieg als Lohn Trainerduo der SG Delmenhorst als Entwicklungshelfer

Von Klaus Erdmann | 17.06.2017, 11:12 Uhr

Andreas Füller und Falk Ölkers führen A-Jugend-Fußballer der SG Delmenhorst zur Bezirksliga-Meisterschaft. Für die Trainer geht es darum, dass ihre jungen Spieler Schritte nach vorne machen. Der zukünftige Landesligist verliert wichtige Stützen.

Na, klar: Sie wollen in der Fußball-Landesliga eine gute Saison spielen, mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Aber wer sich mit Andreas Füller und Falk Ölkers, Meistertrainer der Bezirksliga-A-Junioren der SG Delmenhorst, über deren Ziele unterhält, erkennt schnell die Nr. 1 der Prioritätenliste. „Es ist wichtig, dass sich die Jungs weiterentwickeln,“ betonen der 47-jährige Füller und der 25 Jahre alte Ölkers. Die beiden Entwicklungshelfer, die erst seit einem Jahr zusammenarbeiten, haben die A-Jugendlichen in der Bezirksliga Weser-Ems II zu Meisterschaft und Aufstieg geführt.

66 Punkte in 26 Spielen

Imponierende Fakten begleiten den Titelgewinn: 66 Punkte in 26 Spielen (2,54 im Schnitt), fünf Zähler Vorsprung vor der SG Emstek/Höltinghausen, die meisten Siege (21), die wenigsten Niederlagen (zwei), bestes Hinrunden- und erfolgreichsten Rückrunden- sowie stärkstes Auswärtsteam usw., usw. Und die SG stellt die mit großem Abstand sicherste Defensive. Nur 16 Gegentore stehen zu Buche (Schnitt 0,61). „Wir haben die Defensive mehr trainiert als die Offensive. Wichtig ist, dass die Null steht“, sagten die Trainer.

Am Saisonanfang hieß es in der Rubrik „Ziele“ – wenig überraschend – nicht „Aufstieg in die Landesliga“. Füller: „Wir waren froh darüber, dass wir überhaupt eine Mannschaft auf die Beine stellen konnten.“ Man habe nicht gedacht, dass man ganz oben mitspielen könne. Gab es Schlüsselmomente? Die Gesprächspartner überlegen, dann sagt Ölkers: „Das 1:0 in Heidkrug in der Hinrunde und das Spiel in Brake, in dem die Mannschaft ein 0:1 noch gedreht und 2:1 gewonnen hat.“ In der Winterpause habe man das Team verstärkt und danach sei er positiv gestimmt gewesen, merkt Füller an.

Schmerzhafte Abgänge

Was hat die Spielgemeinschaft, die nach dem Ausstieg des TuS Hasbergen (hat sich nach dem DTB aus der SG verabschiedet), künftig als TV Jahn firmiert, besser gemacht als die Konkurrenz? Füller antwortet blitzschnell: „Wir waren eine Mannschaft.“ Und dann fallen Begriffe wie „Harmonie“ und „gute Charaktere“. Jahns Fußballchef Marco Castiglione schaltet sich kurz ein, sagt, dass auch die Eltern Anteil am Erfolg hätten: „Es gibt einen „harten Fankern.“

Füller und Ölkers sind mit einer jungen Elf Meister geworden. Nur drei Spieler sind jetzt oder demnächst im fußballerischen Herrenalter. Leider (aus Sicht der Übungsleiter) handelt es sich um echte Stützen: Sinan Özütemiz (hört auf), der zum TuS Heidkrug wechselnde Torwart Maximilian Hiller und Thade Hein (SV Atlas). Ölkers kennt das Ausnahmetalent seit langer Zeit: „Ich habe gewusst, dass Thade bester Spieler der Liga sein würde.“ Füller fügt hinzu: „Atlas wird viel Spaß an ihm haben.“ Aber viele Spieler hätten eine wichtige Rolle gespielt. Und dann sagt Füller noch: „Der eine oder andere Spieler von uns wird für Atlas noch interessant werden.“

Ringen um Neuzugänge

Thema Zugänge. „Wir nehmen fünf Leute aus den B-Junioren ins Training auf“, informiert Ölkers. Ferner stehen drei externe Zusagen fest: Matthias Friesen, Kevin Bockhorn (beide Bremer SV) und Kilian Schaar (Heidkrug). „Spieler anderer Vereine haben uns zugesagt. Doch dann haben deren Trainer die Eltern angerufen und die Spieler haben die Zusage zurückgezogen. So kommen wir in der Region nicht weiter“, schüttelt Ölkers den Kopf. Bei besserer Zusammenarbeit, da sind sich die beiden Trainer einig, könne man in Delmenhorst (noch) höher spielen.

Es ist noch nicht sicher, dass der Jahner Füller und der Hasberger Ölkers 2017/18 erneut ein Gespann bilden. „Es stehen noch Verhandlungen aus“, unterstreicht Ölkers. Für Jahn wäre es sicherlich vorteilhaft, wenn ihm die engagierten Trainer weiterhin zur Verfügung stünden: als Entwicklungshelfer-Duo.