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Landesliga im Rück- und Ausblick Neuer Anlauf auf die Handball-Verbandsliga

Von Heinz Quahs | 20.06.2015, 14:10 Uhr

Sie spielten bis zum letzten Spieltag um den Verbandsliga-Aufstieg mit, doch nach dem verpassten Aufstieg sind die Landesliga-Handballer der TS Hoykenkamp und der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg schon wieder angriffslustig.

Lange rumjammern ist nicht die Sache von Jörn Franke. „Dafür, dass wir so schwach gestartet sind“, meint der Handball-Trainer der TS Hoykenkamp, „hat sich die Mannschaft im weiteren Saisonverlauf enorm gesteigert und viele meiner Vorgaben sehr gut umgesetzt.“ Das verdiene höchsten Respekt. Zur Erinnerung: Hoykenkamp verpasste in der vergangenen Saison die Landesliga-Meisterschaft im letzten Spiel gegen Bohmte erst um ein Tor, um dann in der Relegation gegen TuS Rotenburg den kürzeren zu ziehen. Nach Jahren des Auf und Ab bleibt der Fahrstuhl der Turnerschaft in dieser Sommerpause stehen.

Stotterstart und Auswärtsschwäche

Fakt ist auch: Über die gesamte Saison gesehen, war Hoykenkamp eben doch (noch) nicht reif für die Verbandsliga. Denn nach einem Stotterstart (4:8 Punkte) folgten vor allem auswärts immer wieder kleine Rückschlage. Vor allem dann, wenn in fremden Hallen nicht mit Harz gespielt werden durfte. Diesem Punkt will Franke in der kommenden Saison gegensteuern: „Wir werden intensiver ohne Harz trainieren, um auch für diese Fälle gerüstet zu sein.“

Junge Spieler machen große Fortschritt

Dennoch: Franke gelang es, in der vergangenen Saison viele Spieler zu integrieren. Gerade die jungen Akteure wie Hannes Ahrens, Jonas Jochims, Kyan Petersen, Janko Freiwald, Daniel Hemmelskamp und Jan-Luca Linde machten im Saisonverlauf große Fortschritte. Kaum noch wegzudenken ist Abwehrstratege Jonas Jochims, an dem sich viele starke Rückraumschützen im Zusammenspiel mit Ahrens und Christoph Müller-Hill die Zähne ausbissen. Auch Linkshänder Kyan Petersen entwickelte sich zu einer festen Größe.

Torwart Andreas Kirschning kommt

Oben mitspielen will die TSH auch in der kommenden Saison, allerdings ohne ihren Dreh- und Angelpunkt Ole Goyert, der zum TV Neerstedt wechselt. Dafür hat Franke aber TSH-Urgestein Lennard Timmermann (SVGO Bremen) und Torwart Andreas Kirschning (zuletzt TSV Ganderkesee) verpflichtet und hofft noch auf weitere hochkarätige Neuzugänge.

Landesliga 2015/2016 stark besetzt

Einfach wird es 2015/16 für Hoykenkam allerdings nicht. Franke hält von den Absteigern HG Jever/Schortens und HSG Osnabrück sowie den Aufsteigern TV Georgsmarienhütte, OHV Aurich II und TV Neerstedt II jede Menge. „Die Landesliga wird deutlich stärker sein“, meint Franke. „Es ist wichtig, dass wir gleich ein Zeichen setzen.“

Derby am ersten Spieltag

Jenes Zeichen wollen die Hoykenkamper gleich am ersten Spieltag setzen. Dann treten sie – genau wie im Vorjahr übrigens – am ersten Spieltag (19./20. September) zum brisanten Ortsderby bei der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg an. Deren Trainer Sven Engelmann ist mit dem dritten Tabellenplatz in der vergangenen Saison nach langer Tabellenführung „nicht zufrieden“. Einerseits. Anderseits „haben die verletzungsbedingten Ausfälle doch schwerer gewogen als angenommen“.

Engelmann nimmt Youngster in die Pflicht

Auch die Auswärtsschwäche mit mehreren unerklärlichen Niederlagen machte Grüppenbühren im Titelrennen am Ende einen Strich durch die Rechnung. Engelmann glaubt, dass es für seine Mannschaft in der kommenden Saison nach dem Abschied von Spielmacher Marcel Behrens (zweite Mannschaft) und Daniel Hammer (Kiel) „schwerer wird. Das können wir nicht so leicht kompensieren.“ Die Idee, wie die HSG diese Lücken schließen könnte, hat Engelmann parat: „Die Youngster müssen endlich aus dem Schatten der Leistungsträger treten.“ Was nicht für das Torwartgespann gilt: Jan-Bernd Döhle und Arne Klostermann machten unter Torwarttrainer Manfred Meyer einen Riesenschritt nach vorne.

Dienstag erstes Training

Viel Zeit sich mit der vergangenen Saison zu beschäftigen haben die HSG-Spieler indes nicht mehr. Engelmann bittet am Dienstag bereits wieder zur ersten Trainingseinheit. Nach der Saison ist schließlich vor der Saison.