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Landesliga-Titelrennen Heißes Saisonfinale zwischen dem SV Atlas und VfL Wildeshausen

Von Klaus Erdmann | 26.05.2017, 21:47 Uhr

Im letzten Landesliga-Saisonspiel erwartet der SV Atlas Delmenhorst den VfL Wildeshausen – und hofft noch auf den Titel und den Oberliga-Aufstieg.

Das Stadion in Düsternort bildet am Sonntag, 15 Uhr, den Schauplatz eines im doppelten Wortsinn heißen Finales der Fußball-Landesligsaison 2016/17, dessen Hauptdarsteller die Spieler des SV Atlas und des VfL Wildeshausen sind. Erstens werden 27 Grad angekündigt. Zweitens (und das interessiert die Fußballfans viel mehr) geht es für den Landesliga-Zweiten Atlas um den Aufstieg in die Oberliga.

Bei einem Unentschieden oder einer Niederlage gegen den VfL, der bereits als Absteiger feststeht, müsste der Hausherr dem führenden TuS BW Lohne, der beim Tabellensiebten SV Bad Rothenfelde gastiert, den Vortritt lassen.

Entscheidungsspiel zwischen SV Atlas und BW Lohne möglich

Sollte Lohne nur einen Punkt erreichen und der SVA mit mehr als einem Treffer Unterschied gewinnen, würden die Delmenhorster in die fünfthöchste deutsche Liga aufrücken. Im Falle eines 0:0 der Lohner und eines 1:0 des SV Atlas käme es zu einem Entscheidungsspiel. (Weiterlesen: SV Atlas Delmenhorst verpflichtet Nick Köster) 

Letzteres steht auf dem Wunschzettel von Jürgen Hahn, Cheftrainer der Gastgeber, nicht obenan. „Ein Sieg mit zwei Toren Unterschied wäre natürlich wünschenswert, aber man muss sehen, wie das Spiel läuft“, betont er. Während es sich bei dem Nachbartreffen um eine Rechnung mit Unbekannten handelt, ist für Hahn eines gewiss: „Die Wildeshauer werden alles geben und keine Geschenke machen.“

Jürgen Hahn verbietet Handys auf der Bank

Natürlich werden die Delmenhorster Verantwortlichen sich über Bad Rothenfelder Zwischenergebnisse informieren (lassen). „Aber ich werde dafür sorgen, dass es auf der Bank keine Handys gibt“, so Hahn. „Wir müssen uns auf unser Spiel konzentrieren.“ Der Übungsleiter weiß jedoch: Es wird sich nicht vermeiden lassen, dass die Spieler auf der Bank und auf dem Platz von wichtigen Ereignissen im anderen „Endspiel“, das ebenfalls um 15 Uhr beginnt, erfahren. Denn im Gegensatz zu ihnen werden viele Zuschauer den Auftritt des Tabellenführers mit großer Aufmerksamkeit verfolgen.

„Lasst euch überraschen“, beantwortet Hahn die Frage nach der Taktik lachend. Gut vorstellbar ist jedoch, dass seine Elf schnell auf eine deutliche Führung drängt. Erstens könnte man damit dem Engagement des Gegners einen Dämpfer versetzen. Zweitens wäre eine klare Führung ein Gruß an den Konkurrenten, dessen Empfang die Lohner nicht gerne bestätigen würden. Neben dem gelbgesperrten Kevin Radke fehlt bei Atlas Torwart David Lohmann, der vor einer Woche beim 1:1 in Lohne eine Gehirnerschütterung erlitten hat. Für ihn rückt Edgar Kary in den Kader.

VfL Wildeshausen will sich vernünftig verabschieden

Wildeshausen muss beruflich bedingt auf Jan Lehmkuhl verzichten. „Ansonsten sieht es gut aus“, sagt Cheftrainer Marcel Bragula. Worum geht es für ihn und seine Mannschaft im letzten Spiel? „Wir wollen uns mit einer vernünftigen Leistung aus der Liga verabschieden“, antwortet der Coach. „Wir wollen uns nicht nachsagen lassen, dass wir uns haben gehen lassen.“ Es gelte, die Truppe so einzustellen, dass sie „richtig Gas“ gebe. „Wir haben gezeigt, dass wir gegen den SV Atlas gut spielen können“, erinnert Bragula an den 2:1-Hinspielsieg seines Teams. „Aber wir spielen jetzt auswärts. Das ist etwas anderes.“

Getreu dem bewährten Motto „Nach der Saison ist vor der Saison“ steht auf Bragulas Terminkalender demnächst die Nachbereitung mit Wittekinds Fußball-Abteilungsleiter Ottmar Jöckel. „Aber zunächst werden Sven Apostel und ich die Köpfe zusammenstecken“, kündigt Bragula ein intensives Gespräch mit seinem „Co“ an. Mit den Ganderkeseern Michael Eberle, Christoph Stolle und Felix Dittrich stehen drei VfL-Neuzugänge fest. „Im Defensivbereich brauchen wir noch einen Spieler“, betont Bragula.

Doch zunächst einmal steht das heiße Saisonfinale im Mittelpunkt.