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Landesturnier 2015 in Rastede Sandra Auffarth freut sich über fehlerlosen Ritt

Von Lars Pingel | 24.07.2015, 00:30 Uhr

Die 28-jährige Sandra Auffarth vom RV Ganderkesee, Doppel-Weltmeisterin in der Vielseitigkeit, tritt beim Oldenburger Landesturnier 2015 im Rasteder Schlosspark nur im Springen an. Am Donnerstag wurde sie in einer S-Prüfung Dritte. Ihre Paradepferd Wolle ist wieder im Training.

Sandra Auffarth schaute zufrieden über den Springplatz des Oldenburger Landesturniers im Rasteder Schlosspark. „Das hat er richtig gut gemacht“, sagte sie. Er – das ist der siebenjährige Hannoveraner Landlord. Mit dem selbst gezogenen Wallach hatte sie am Donnerstagvormittag eine Springprüfung der Klasse S* fehlerlos bewältigt. Die Zeitmessung war nach genau 66 Sekunden stehen geblieben. Damit belegte die Bergedorferin, die für den RV Ganderkesee startet, den dritten Platz in der ersten Qualifikation für das Rasteder Championat Springpferde; die zweite wird an diesem Freitag ab 14.20 Uhr ausgetragen.

Engagement für „Reiten gegen Hunger“

Nach der Siegerehrung nutzte Auffarth die Gelegenheit, im Internet-TV-Sender „ClipMyHorse.de“ für eine Initiative zu werben, die ihr sehr am Herzen liegt: Reiten gegen den Hunger. In dieser engagieren sich Reitsportler und Anhänger des Pferdesports für die Welthungerhilfe. „Ich freue mich, dass ich die Aktion unterstützen kann“, erzählte sie. „Ich stehe voll dahinter. Uns allen geht es supergut, wir sollten deshalb auch an andere Menschen denken.“ Spenden für die Initiative werden auch während des Landesturniers gesammelt.

Nur Spezialisten sind schneller

Der Ritt über den 455 Meter langen Parcours mit elf Hindernissen und 13 Sprüngen war Auffarths dritter Start beim Landesturnier 2015. Zum zweiten Mal drehte sie anschließend eine Ehrenrunde. Am Mittwoch hatte sie, wie berichtet, mit La Vista eine Springprüfung der Klasse M** gewonnen, in einer Springpferdeprüfung der Klasse M hatten sich die beiden nicht platziert. Am Donnerstag überzeugte sie in der Prüfung der höchsten Schwierigkeit mit einer souveränen Vorstellung. „Mein Ziel war es, mit Schwung, aber fehlerfrei zu reiten“, erklärte sie. Das gelang glänzend. Am Ende waren nur zwei „Spezialisten“ in der Prüfung, für die 65 Pferde genannt worden waren, schneller als die Doppel-Weltmeisterin in der Vielseitigkeit: Bastian Freese mit Quantador in 62,07 Sekunden und Laura Klaphake mit Sandokan in 64,81 Sekunden, beide vom RV Oldenburger Münsterland.

Hoffnung auf Finale

„Es passte nicht so ganz“, erklärte Auffarth, warum sie nur für Springprüfungen und nicht für die Vielseitigkeit gemeldet hatte. „Meine ganz jungen Pferde sind für Rastede noch zu unerfahren. Hier ist doch große Atmosphäre.“ Mit anderen Nachwuchspferden tritt sie bereits in schwereren Wettbewerben an. In Rastede setzt sie nun voll auf Landlord, mit dem sie dann gerne auch noch ein drittes Mal antreten würde – im Finale des Championats am Samstag. Auf die Teilnahme an der Mittleren Tour mit der Landesmeisterschaft verzichtete sie.

Lehrgang in Warendorf

Am Sonntag kann sich Auffarth „leider“ nicht die Finals der Oldenburger Landesmeisterschaften anschauen. Die Vielseitigkeits-Bundestrainer Hans Melzer und Chris Bartle haben zu einem Lehrgang nach Warendorf eingeladen. Einer der Plätze in Auffarths Transporter ist für Wolle (Opgun Louvo) reserviert. Das wiederum ist eine gute Nachricht, denn der französische Wallach, mit dem sie außer den WM-Titeln auch Mannschaftsgold und Einzelbronze bei den Olympischen Spielen 2012 gewonnen hatte, war zuletzt geschont worden. Er hatte sich Mitte Juni in England eine Hufprellung zugezogen. Auffarth gab ihm die Zeit, sich völlig zu erholen. „Jetzt fühlt er sich wieder wirklich gut an“, sagte die 28-Jährige. „Er muss trainingsmäßig natürlich noch einiges machen, aber wenn das alles gut läuft, greifen wir bald wieder voll an.“ Aber auch nur dann. Sie werde kein Risiko eingehen, sagte Auffarth. Wenn möglich, möchte sie am 13. und 14. August mit Wolle in Aachen starten.

Lob für Ispo

Vollauf zufrieden ist Auffarth mit der Entwicklung eines Pferdes, das erst seit dem vergangenen November in ihrem Stall steht. „Er hat bewiesen, dass alles super ist“, sagte sie über Ispo. Mit dem elfjährigen Wallach hatte sie am vergangenen Wochenende die internationale Drei-Sterne-Vielseitigkeit in polnischen Baborowko gewonnen.