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LC 93 Delmenhorst Janina Meyer – Die Senkrechtstarterin der Laufszene

Von Richard Schmid | 27.10.2017, 11:04 Uhr

Sie wurde als Kind bereits mit dem Laufvirus infiziert, hatte dann keine Lust mehr auf Leichtathletik, ehe sie vor eineinhalb Jahren wieder mit dem Laufen begann – und das äußerst erfolgreich: Janina Meyer vom LC 93 Delmenhorst ist die Senkrechtstarterin der heimischen Laufszene.

Regen, Kälte und Wind: Die äußeren Bedingungen beim „Oldenburg Marathon“ am vergangenen Sonntag machten vielen Sportlern unter den rund 5000 Teilnehmern zu schaffen. Das typisch norddeutsche Mistwetter störte Janina Meyer hingegen wenig. Die 26-Jährige vom LC 93 Delmenhorst meisterte die Halbmarathondistanz von 21,1 Kilometern mit neuer persönlicher Bestleistung von 1:30:22 Stunden und wurde unter 587 Teilnehmerinnen hervorragende Zweite.

So ganz nebenbei verbesserte Meyer zudem den erst vor drei Wochen durch die Huderin Doris Dörgeloh aufgestellten Kreisrekord um fast sechs Minuten. Dieser Erfolg ist nun beileibe kein Einzelfall. Bereits drei Wochen zuvor hatte die Delmenhorsterin in Bremen ihre im Frühjahr in Hannover erzielte Marathonbestzeit um gut zehn Minuten verbessert.

Über eigene Erfolge überrascht

Bis vor kurzem hatte die in Hannover arbeitende Senkrechtstarterin in der heimischen Laufszene so niemand richtig auf der Rechnung. Kein Wunder, denn in den Ergebnislisten der jeweiligen Meisterschaften sucht man den Namen Janina Meyer vergeblich. Ein Umstand, der sich ab der kommenden Saison allerdings ändern soll, wie sie berichtet.

„Ich habe mich bisher eigentlich eher als Freizeitläuferin verstanden und bin selbst erstaunt, wie gut es läuft“, sagt sie. Dabei wurde sie, nicht zuletzt durch ihren Vater Dieter Meyer, Vorstandsmitglied beim LC 93 und Mitorganisator des Burginsellaufs in Delmenhorst, bereits als Kind mit dem Laufvirus infiziert.

Irgendwann „keine Lust mehr“ auf Leichtathletik

„Ich konnte gar nichts anderes machen. Ich bin schon in jüngsten Jahren mit meinem Vater mitgelaufen“, erzählt sie. Aber nicht nur das Laufen wurde zu ihrer großen Leidenschaft, zwischen 2001 und 2007 startete Meyer für den Delmenhorster TV und nahm an zahlreichen Wettkämpfen in nahezu allen Disziplinen teil. „Die Mittelstrecke, vor allem der 800-Meter-Lauf, war damals meine Paradedisziplin“, erklärt Meyer.

Doch „irgendwann“, so sagt sie, „hatte ich einfach keine Lust mehr auf Leichtathletik.“ Fitnessstudios statt Tartanbahn waren ab sofort angesagt, wobei sie sich nicht nur selbst an den diversen Geräten und Hanteln austobte, sondern sich auch zur Trainerin ausbilden ließ.

Im Frühjahr 2016 „wieder Blut geleckt“

Doch so ganz kam Meyer von der Lauferei dann doch nicht los. „Ich bin immer mal wieder beim 24-Stunden-Burginsellauf in diversen Mixed-Staffeln mitgelaufen, aber meist nur zum Spaß“, berichtet sie. Erst nach einem Auslandssemester in Schweden begann Meyer, die in Osnabrück studierte, im Frühjahr 2016 wieder etwas ernsthafter zu trainieren. „Seither habe ich Blut geleckt. Das Laufen macht mir wieder super viel Spaß.“

Inwieweit ihre berufliche Belastung als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hannover sowie ihre geplante Promotion in „organischer Chemie“ ihr noch genügend Zeit lässt für Training und Wettkämpfe, werde die Zukunft zeigen, sagt Meyer. Sportliche Ziele sind jedenfalls gesteckt. „Irgendwann eine Marathonzeit unter drei Stunden sowie an Meisterschaften teilnehmen“, hat sie sich vorgenommen. Die Delmenhorster Leichtathletikszene, und nicht nur die, darf gespannt sein.