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Leichtathletik-DM der Senioren Delmenhorster und Ganderkeseer gewinnen Medaillen

Von Lars Pingel | 15.02.2016, 20:30 Uhr

Leichtathleten der LGG Ganderkesee und aus Delmenhorst haben bei den deutschen Hallen-Meisterschaften 2016 der Senioren in Erfurt sechs Medaillen gewonnen. Die Glanzlichter setzte Silvia Braunisch (LGGG), die in der Altersklasse W55 über 200 und über 400 Meter triumphierte.

Die Stimmung in der Fahrgemeinschaft der LGG Ganderkesee war bestens. Silivia Braunisch, Diana Garde und Ulrich Garde nahmen am späten Sonntagnachmittag den Rückweg von Erfurt in den Landkreis in Angriff. Sie hatten in der dortigen Leichtathletik-Halle an den deutschen Senioren-Meisterschaften teilgenommen. „Das Wochenende hat sich gelohnt“, sagte Silvia Braunisch, die mit ihren Siegen im 200- und 400-Meter-Sprint der Altersklasse (AK) W55 die Glanzlichter gesetzt hatte. Diana Garde (W45) und Ulrich Garde (M50) hatten je eine Silbermedaille im Gepäck. Auch die Delmenhorsterin Gabriele Rost-Brasholz, die für die LG Bremen Nord startet, machte sich „hochzufrieden“ auf den Heimweg. Die Langstrecken-Läuferin (W70) war zum ersten Mal bei einer Hallen-DM auf den „für mich ungewohnten Mittelstrecken über 800 und 3000 Meter gestartet“. Sie wurde jeweils Dritte. Pech hatte dagegen der Delmenhorster Geher Heiko Lersch, der dem SV Brake angehört. Er wurde disqualifiziert.

Knapper Sieg über 200 Meter

Silvia Braunisch war den Wettkampf mit leichter Unsicherheit über ihren Leistungsstand angegangen. „Ich war länger nicht in der Halle gelaufen“, erklärte sie. „Und ich konnte nicht genau einschätzen, wo ich stehe, da wir derzeit nicht auf Bahnen trainieren können.“ Im Stadion am Habbrügger Weg in Ganderkesee ist eine Unterkunft für Flüchtlinge eingerichtet worden. Immerhin habe sie, erzählte Braunisch, vor der DM noch zwei Zeitläufe auf der Bundeswehranlage in Delmenhorst absolviert, sodass sie verhalten optimistisch nach Erfurt gefahren war. Dort traten die Läufer, wie immer in der Halle, auf einer 200 Meter langen Bahn mit erhöhten Kurven an. „Über 200 Meter kann man den Schwung aus den Kurven gut mitnehmen, weil man in den Bahnen bleibt“, sagte Braunisch. „Im 400-Meter-Lauf wechselt man nach 200 Metern nach innen, dort geht das also nicht.“ Da der Untergrund in der Halle sehr hart ist, sei der lange Sprint dort sogar anstrengender als im Freien. Die LGGG-Athletin kam mit alledem sehr gut zurecht. In 1:08,49 Minuten gelang ihr über 400 Meter ein souveräner Erfolg. „Angemessen“ – lautete ihr Kommentar zu der Leistung.

„Ganz gut“ fand Braunisch die Zeit, mit der sie den 200-Meter-Sprint beendete: 29,52 Sekunden. Nach einem spannenden Rennen lag sie damit 22 Hundertstelsekunden vor Brigitte Heidrich von der LG Lüneburg.

Medaillen im Dreisprung und Speerwurf

Diana Garde trat in Erfurt ebenfalls in zwei Disziplinen an. Im W-45-Dreisprung kam sie in ihrem besten Versuch auf 9,30 Meter und belegte damit Rang zwei. Der Sieg ging an Gabi Bauernfeind vom TSV Burgdorf (10,30 Meter). Im Weitsprung erreichte Garde 4,48 Meter, mit denen sie auf Rang zehn kam.

Das größte Programm absolvierte Ulrich Garde, der für drei Wurfwettbewerbe gemeldet hatte. Mit dem Speer erzielte er im sechsten und letzten Versuch 45,02 Meter. Damit wurde er Zweiter hinter Robert Andorf (SV Zuchering), der 47,29 Meter geworfen hatte. Auch im Kugelstoßen war der letzte Versuch Gardes bester: 13,50 Meter. Ihm fehlten damit ganze zwei Zentimeter, um mit dem drittplatzierten Oliver Scheubach (Essener LV) gleichzuziehen. Der Sieg ging mit 15,47 Metern an Norbert Demmel (TSV Unterhaching); Zweiter wurde Uwe Krah (MT Melsungen) mit 13,70 Metern. Mit seinen 45,02 Metern wurde Garde zudem im Diskuswurf Achter.

Konzentration gefordert

Gabriele Rost-Brasholz bestritt ihre beiden Rennen an einem Nachmittag. Zunächst wurde sie in 3:41,15 Minuten Dritte über 800 Meter, dann belegte sie diesen Rang auch über 3000 Meter in 15:36,00 Minuten; 0,22 Sekunden fehlten zu Platz zwei. Die Delmenhorsterin freute sich über ihre Zeiten, da sie für diese Strecken nicht trainiert habe. „Die Hallenrunde mit der Schräglage war für mich sehr gewöhnungsbedürftig“, sagte sie. „Ich musste mich sehr stark konzentrieren, um die Linien nicht zu berühren, was zu einer Disqualifikation geführt hätte.“ Sie werde am 5. März bei den deutschen Crossmeisterschaften starten, berichtete Rost-Brasholz noch. Sie hoffe, dass sie dort mit ihren Vereinskameradinnen Waltraud Bayer und Irmgard Damaschke-Wohnig eine gute Mannschaftsplatzierung erreicht.

Braunisch weiß dagegen noch nicht, wo sie als Nächstes starten wird: „Das entscheide ich kurzfristig.“ Die Tage in Erfurt hat sie nicht nur wegen ihrer Erfolge genossen. „Es hat Spaß gemacht, dort zu starten“, sagte sie. Das habe auch daran gelegen, dass sich die Senioren-Leichtathleten nicht nur in einer Fahrgemeinschaft gut verstehen. „Man kennt den einen oder anderen schon lange. Wir freuen uns immer, wenn wir uns wiedersehen.“