Ein Angebot der NOZ

Leichtathletik-DM Talente des Delmenhorster TV setzen Ausrufezeichen

Von Richard Schmid | 04.08.2015, 00:03 Uhr

Jannik Schlüter, Torben-Clemens Westphal und Thorben Lorenzen vom Delmenhorster TV behaupten sich bei der Leichtathletik-DM in Jena gegen starke Konkurrenz.

Drei Tage lang stand das Ernst-Abbe-Sportfeld der thüringischen Universitätsstadt Jena im Zeichen der deutschen Jugendmeisterschaften der Leichtathleten. Und mittendrin unter den mehreren Hundert Sportlern setzten drei junge Talente des Delmenhorster TV mit ihren Leistungen deutliche Ausrufezeichen.

Bereits am Freitag ließ der 17-jährige Torben-Clemens Westphal seinen Trainer Torsten Husak und seine mitgereisten Eltern mit dem Gewinn der Bronzemedaille im Speerwerfen der Altersklasse U 18 jubeln: „Das, was Torben gezeigt hat, ist ganz große Klasse“, kommentierte Husak das Abschneiden seines Schützlings. „Ich freue mich riesig über den Gewinn der Bronzemedaille, auch wenn meine Weite von 63,35 Metern nicht ganz so pralle war. Ich hätte gerne weiter geworfen“, sagte Westphal.

Lorenzen als erster Delmenhorster seit 20 Jahren unter elf Sekunden

Und während der Speerwurfwettkampf noch lief, ließ Thorben Lorenzen in seinem Vorlauf über 100 Meter aufhorchen. Als Dritter qualifizierte er sich mit 10,94 Sekunden völlig überraschend für den Zwischenlauf. „Unter elf Sekunden, ich fasse es nicht“, freute er sich über seine hervorragende Leistung. Eine Zeit übrigens, die seit mehr als 20 Jahren von keinem Delmenhorster Leichtathleten mehr erreicht wurde. Lorenzens Leistung ist umso bemerkenswerter, weil er mit seiner Qualifikationszeit von 11,18 Sekunden von allen 59 gestarteten U20-Sprintern lediglich auf Rang 53 zu finden war. Im Zwischenlauf war erwartungsgemäß Endstation für das DTV-Talent, das gleichwohl mit erhobenem Haupt die Heimreise antreten durfte.

Schlüter im Finale im Pech

Jannik Schlüter, eine Woche zuvor Bronzemedaillengewinner mit der Startgemeinschaft „Team Niedersachsen“ in der 3x1000-Meter-Staffel bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg, war mit seinem Abschneiden ebenfalls sehr zufrieden: „Ich wollte im 1500-Meter-Lauf unter die besten Acht , das ist mir gelungen“, sagte er. Dabei war der Rennverlauf im Finale so gar nicht nach seinem Geschmack. Keiner der zwölf Finalisten wollte Tempo machen, dementsprechend waren dann auch die Zwischenzeiten. Es wurde massiv gebummelt, zumindest bis 600 Meter vor dem Ziel. Dann zog eine Dreiergruppe auf und davon. Schlüter, der sich, um dem Gerangel zu entgehen, im hinteren Feld aufhielt, verpasste den Zug und konnte in die Entscheidung nicht mehr eingreifen.

Ridder: „Ein Riesending für uns“

Nach einer langen Durststrecke – 2005 startete Marvin Groß im Weitsprung – konnten sich bereits im vergangenen Jahr drei junge Leichtathleten des DTV für die deutschen Titelkämpfe qualifizieren. „In zwei Jahren nacheinander gleich drei Athleten zu deutschen Meisterschaften zu schicken, ist für uns ein Riesending“, meinte Carlos Ridder, ebenfalls Trainer im DTV. „Mit dem Verlauf dieser Meisterschaften können wir sehr zufrieden sein“, betonte er. „Wäre Arne Achmus nicht schon so lange verletzt, hätten sich sogar vier Athleten für die DM qualifiziert.“ Das wäre in der Tat ein Novum in der Geschichte des DTV gewesen. Aber auch so, die Leichtathletikabteilung des DTV kann sich mit ihren Erfolgen nicht nur in Delmenhorst sehen lassen. Im Gegensatz zu den großen niedersächsischen Leichtathletikzentren wie Hannover oder Osnabrück müssen die DTV-Athleten nicht nur weitgehend ohne Sponsoren auskommen. Auch die Rahmenbedingungen sind mit den großen Leistungszentren nicht zu vergleichen. Umso erfreulicher war das Abschneiden der jungen Delmenhorster Sportler, das ohne das aktive Engagement der beiden Leichtathletiktrainer Husak und Ridder nicht möglich wäre.