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Leichtathletik-EM der Senioren Gabriele Rost-Brasholz läuft zu Staffel-Gold

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 09.08.2017, 18:15 Uhr

Der Mittelstreckenläuferin Gabriele Rost-Brasholz aus Schierbrok ist bei der Leichtathletik-EM der Senioren im dänischen Aarhus mit der deutschen Halbmarathon-Staffel zu Gold gelaufen.

Am Ende von zwei strapaziösen sportlichen Wochen in Dänemark wurde Gabriele Rost-Brasholz für ihre Anstrengungen dann doch noch belohnt. Am letzten Wettkampftag der Leichtathletik-EM der Senioren in Aarhus jubelte die Mittel- und Langstreckenläuferin aus Schierbrok doch noch über eine Medaille – und zwar über eine goldene. Auf der Halbmarathon-Strecke holte sich Rost-Brasholz mit der deutschen Staffel in der Altersklasse 70 den Sieg.

Das letzte von insgesamt sechs Rennen war für Rost-Brasholz „der schlimmste Lauf, den ich jemals mitgemacht hatte“. Und die Leichtathletik-Veteranin muss es wissen, schließlich hat sie seit mehr als 20 Jahren an unzähligen Rennen in Europa teilgenommen. „Es war vor allem ab Kilometer 18 grauenvolles Wetter. Es regnete, es stürmte, es war total kühl. Die Zelte sind weggeflogen. Das war grenzwertig“, berichtete Rost-Brasholz. „Die Dänen haben uns erzählt, dass es das schlimmste Sommerwetter seit 1909 war.“ Hinzu ärgerte sie sich etwas darüber, dass der Halbmarathon als Rennen für Jedermann ausgeschrieben war, weshalb laut Veranstalter mehr als 3500 Teilnehmer starteten.

Rost-Brasholz jubelt über „würdigen EM-Abschluss“

Das Team um Rost-Brasholz, Brigitta Nittel und Elisabeth Springer ließ sich von diesen ganzen Umständen aber nicht beeindrucken. Auf dem schwierigen Kurs mit 64 Kurven, etlichen Auf und Abs, vielen Passagen über Kopfsteinpflaster, Schotterstrecken und Bahngleise lief die für die LG Bremen-Nord startende Rost-Brasholz als Siebte nach 2:01:42 Stunden ins Ziel – und damit knapp hinter Nittel (1:57:33) und knapp vor Springer (2:03:59). Sie jubelte: „Diese Medaille war nach den anstrengenden Wettkämpfen ein würdiger Abschluss.“ Denn Rost-Brasholz hatte vor diesem Lauf bereits fünf weitere Wettkämpfe in ihrer Altersklasse 70 in den Knochen und wurde zuvor wochenlang durch einen Muskelfaserriss in der Wade gehandicapt.

Rost-Brasholz, die wegen ihrer Verletzung die DM in Zittau absagen musste, startete zu Beginn ihres zweiwöchigen Aufenthalts in der zweitgrößten dänischen Stadt zunächst über die 10.000 Meter. Sie beendete dieses Rennen nach einem vorsichtigen Lauf in 55:40 Minuten auf Rang sechs.

Rost-Brasholz denkt noch lange nichts ans Aufhören

Zwei Tage später lief sie beim schwierigen Vier-Kilometer-Crosslauf in 19:38 auf Rang neun, am gleichen Tag schrammte sie über die 1500 Meter in guten 7:20,83 Minuten knapp an einer Medaille vorbei. Die 5000 Meter im Viby Stadium beendete Rost-Brasholz nach einem beherzten Rennen in für sie unerwartet ordentlichen 26:30,72 Minuten auf Platz neun. Über die 800-Meter-Strecke lief sie als beste Deutsche in 3:36,72 Minuten auf Rang sieben ein.

Ihre Saison hat Rost-Brasholz nun beendet. Ans Aufhören denkt sie trotz unzähliger DM-, EM- und WM-Medaillen („mindestens 20“) als Seniorin noch lange nicht. „Ich laufe, so lange mich die Beine tragen“, sagte Rost-Brasholz.