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Lokalsport Für Atlas Delmenhorst heißt das Ziel nun Regionalliga

Meinung – Frederik Böckmann | 14.11.2018, 20:05 Uhr

Paukenschlag beim SV Atlas Delmenhorst: Der Fußball-Oberligist hat sich am Dienstagabend vor dem Training mit sofortiger Wirkung von seinem langjährigen Erfolgstrainer Jürgen Hahn getrennt. Für den SVA kann das Ziel jetzt nur die Regionalliga lauten, meint Frederik Böckmann. Ein Kommentar.

Eines ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Langweilig wird es auch beim neu gegründeten SV Atlas nie. Wenn ein Klub seinen langjährigen Erfolgstrainer entlässt, der mit der Mannschaft aktuell auf Rang vier der Tabelle steht und nur noch zwei Siege vom DFB-Pokal entfernt ist, dann muss es ihm – überspitzt formuliert – ziemlich gut gehen. Die Trennung von Coach Jürgen Hahn ist deshalb mit Blick auf den Zeitpunkt überraschend. Einerseits.

Andererseits bedeutet Stillstand für Sportchef Bastian Fuhrken und Boss Manfred Engelbart auch Rückschritt. Das Ziel Regionalliga haben die beiden blau-gelben Macher immer wieder offen kommuniziert – und spätestens nach der Entlassung von Jürgen Hahn weiß die Fußballwelt nun, wie ernst sie es mit dem Angriff auf die vierte Liga meinen.

Denn wer ganz bewusst erfolgreiche Strukturen aufreißt, der sammelt jetzt alle Chips ein, um All in zu gehen. Die Chance, aus einer aktuell ausgeglichenen und in der kommenden Spielzeit höchstwahrscheinlich viel stärkeren Oberliga aufzusteigen, ist sehr günstig. Diese historische Möglichkeit wollen sich Fuhrken und Engelbart nicht entgehen lassen.

Auch, weil die hochkarätig verstärkte Mannschaft in Richtung des Vorstandes wohl diese Signale aussendete, die zur Hahn’schen Demission geführt haben: „Wir haben noch viel mehr Potenzial. Wir rufen es nur nicht ab.“ Klar ist aber auch: Ein Alibi für ihre Leistungsschwankungen haben die Spieler jetzt nicht mehr.

Bei der Suche nach einem neuen Trainer riecht es nun nach einer großen Lösung. Ob der Nachfolger dann auch tatsächlich an die großen Erfolge von Jürgen Hahn anknüpfen kann, steht wiederum auf einem anderen Blatt. Denn die Fußstapfen, die der 47-jährige Oldenburger nach fünfeinhalb Jahren überragender Arbeit hinterlässt, sind groß. Riesengroß.