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Lokalsport Viele Verletzte und viel Arbeit für Tur Abdin

Von Daniel Niebuhr | 27.03.2015, 22:05 Uhr

Fußball-Bezirksligist SV Tur Abdin leidet unter den vielen Verletzungen. Für die Delmenhorster steht in den kommenden Duellen gegen Wildeshausen viel auf dem Spiel, für den VfL allerdings auch.

Tabellen sind eine Sache, Realitäten eine andere. Das hat der SV Tur Abdin am vergangenen Sonntag selbst unfreiwillig bewiesen, als der Tabellendritte der Fußball-Bezirksliga beim 0:0 gegen Schlusslicht Ahlhorner SV einen furchtbaren Auftritt ablieferte und Trainer Andree Höttges mittelschwer erzürnte.

Höttges hat seine Konsequenzen gezogen: Im Training ließ er seine Spieler in dieser Woche „so einiges tun“, was eine vornehme Umschreibung für ausgiebiges Lauftraining ist; außerdem korrigierte er seine Einschätzung zum anstehenden Spiel beim VfL Wildeshausen am Sonntag (15 Uhr). Von der Tabelle her ist das Gastspiel des Zweiten beim Dritten natürlich ein Gipfeltreffen – die Realitäten, sagt Höttges, sehen aber nun einmal anders aus: „Das eine ist das, was man will; das andere das, was möglich ist. Bei so einer Paarung erwartet man gepflegten Fußball – ich weiß nicht, ob wir das bieten können. Gegen Ahlhorn war gepflegt ja nicht ganz das richtige Wort.“

Kaya könnte zurückkehren

Besonders in der Offensive hakt es, zweimal blieben die von Verletzungen schwer gebeutelten Delmenhorster zuletzt ohne Tor. „Der Qualitätsverlust ist nicht wegzudiskutieren“, meint Höttges, der gegen Ahlhorn einige Defensivspieler notgedrungen ins Mittelfeld vorziehen musste. Immerhin könnte gegen Wildeshausen Christian Kaya ins Team zurückkehren, auch Simon Matta ist nach seiner Sperre (5. Gelbe Karte) wieder spielberechtigt. Die erzwungenen Patchwork-Aufstellungen und der knallharte Spielplan – mit drei Duellen gegen die beiden Topteams Wildeshausen und SV Atlas innerhalb von vier Wochen – gefährden allerdings den positiven Eindruck der bislang so exzellenten Saison. Wenn es schlecht läuft, rutscht Abdin im April auf Platz fünf ab, was zwar immer noch mehr als respektabel wäre; Höttges’ Ansprüche sind damit aber eigentlich schon fast nicht mehr befriedigt. „Mit der Elf und der Form aus der Hinrunde spielen wir um Platz zwei. In unserer Situation ist das nicht möglich“, erzählt der Coach, der das aber nicht als Gejammere verstanden wissen will: „Wir beklagen uns nicht. Wir zählen nur die Tatsachen auf.“

Bragula: Abdin hat Bombenpotenzial

Für die Wildeshauser scheint der Augenblick für Duelle mit Abdin also günstig. Zum Glück für den VfL gibt es davon zwei innerhalb von sieben Tagen: Erst die erwähnte Partie des 23. Spieltags am Sonntag im Krandelstadion, am Ostersamstag dann das Nachholspiel vom achten Spieltag in Delmenhorst. Vier Punkte sollten es mindestens sein, um nicht alle Titelchancen zu verspielen. „Das wird schwer genug“, meint Trainer Marcel Bragula und sagt über Abdins Personalmisere: „Wir behandeln sie als das, was sie sind: als Tabellendritten, der ein Bombenpotenzial hat. Das ist die Realität, die für uns zählt.“ Fehlen werden ihm Kai Meyer, Majues Gebhardt-Bauer und Matthias Ruhle.