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Lotter Torschütze Andre Dej Werder-Schreck glänzte auch schon in Delmenhorst

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 24.08.2016, 17:28 Uhr

Beim 2. internationalen Delme-Cup des TuS Hasbergen wurde Andre Dej zum besten Spieler des Turniers gewählt. Untergebracht war Mittelfeldspieler, der Werder Bremen aus dem DFB-Pokal schoss, bei der Stenumer Fußball-Familie Bruns.

Man darf ohne Zweifel behaupten, dass Werner Bruns aus seiner Sicht als Fußballer schon deutlich bessere Sonntage erlebt hat. Erst musste der Co-Trainer des VfL Stenum mit seinen Bezirksliga-Fußballern beim Heidmühler FC eine 0:5-Packung einstecken. Wenig später erfuhr Bruns, dass sein Lieblingsverein, der SV Werder Bremen, sich in der ersten Runde des DFB-Pokals mal wieder blamiert hatte. Mit 1:2 beim Drittligisten SF Lotte. Das vierte Mal seit 2011 musste Werder bereits in der Auftaktrunde bei einem Drittligisten die Segel streichen. ( Weiterlesen: Sportfreunde Lotte siegen mit Herz und Leidenschaft)

Verschmerzen konnte Bruns die Niederlage nicht so schnell, dem Stenumer Urgestein huschte am Sonntag aber doch ein Lächeln über die Lippen. Denn der Spieler, der einen maßgeblichen Anteil am Bremer Ausscheiden hatte, ist Bruns bestens bekannt: Andre Dej. Der 24-jährige Mittelfeldspieler, der das 1:0 für die Sportfreunde vorbereitete und das 2:1-Siegtor erzielte, nahm 2001 mit seinem Heimatverein Bayer Leverkusen am 2. internationalen Delme-Cup in Delmenhorst teil – und hinterließ dort einen bleibenden Eindruck. (Weiterlesen: So reagiert das Netz auf das Werder-Aus)

Andre Dej sticht aus starker Bayer-Mannschaft heraus

Mit seiner F-Jugendmannschaft gewann er am ersten Februar-Wochenende das Turnier des TuS Hasbergen und wurde dort als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet. „Das war eine bärenstarke Truppe, aus der Andre herausgestochen ist“, sagt Werner Bruns. Er erinnert sich daran besonders gut, weil Dej zusammen mit seinem Mannschaftskollegen Roberto das Wochenende im Haus der Familie Bruns in Stenum verbrachte. (Weiterlesen: Andre Dej im Porträt)

„Die Leverkusener Spieler haben alle in Stenum übernachtet“, erzählt Bruns, der zu dieser Zeit die F-Junioren seines Sohnes Kristian coachte. Einzige Ausnahme war Kevin Völler-Adducci. Der Sohn des damaligen Bundestrainers, der damals mit seiner Frau ebenfalls das hochklassig besetzte Turnier (u.a. mit Feyenoord Rotterdam, Schalke, Dortmund, Frankfurt, Stuttgart, Werder, Hertha) besuchte, übernachtete in einem Hotel, wie Bruns schmunzelnd erzählt.

Über Leverkusen, Duisburg und Siegen nach Lotte

An Dej hat Bruns nur gute Erinnerungen. „Er war sehr ruhig und bescheiden, aber super-nett.“ Welches Essen und Trinken die Nachwuchscracks zu sich nehmen durfte, wurde den damals Achtjährigen übrigens bereits von Bayer Leverkusen vorgeschrieben. Im Laufe der Jahre schliefen viele Nachwuchsfußballer aus Profivereinen bei der Familie Bruns. Auch von Andre Dej verwischte sich irgendwann die Spur, ehe Kristian Bruns den früheren polnischen Junioren-Nationalspieler im Portal transfermarkt.de entdeckte. Seitdem beobachten Werner und Kristian Bruns Dejs Werdegang, der über MSV Duisburg, Sportfreunde Siegen und Viktoria Köln 2015 schließlich in Lotte landete, ganz genau. (Weiterlesen: Werder fliegt sang- und klanglos aus dem Pokal)

Am Wochenende sind alle drei Fußballer natürlich wieder im Einsatz. Während Werder-Schreck Dej am Samstag in Liga 3 vor mehreren tausend Zuschauern beim Chemnitzer FC antritt, erwarten Kristian und Werner Bruns am Sonntag (15 Uhr) am Stenumer Kirchweg Eintracht Wiefelstede. Ihr Alltag in der Bezirksliga II.