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Manager duldet keine Ausreden Stefan Keller nimmt Tur-Abdin-Team in die Pflicht

Von Frederik Böckmann | 06.10.2015, 09:04 Uhr

Stefan Keller hatte sie natürlich auch die gesehen: die Fehler, die Nachlässigkeiten, die verlorenen Zweikämpfe. Nein, der Auftritt des SV Tur Abdin Delmenhorst am Sonntag beim VfL Stenum war auch für den Team-Manager der Aramäer alles andere als das Gelbe vom Ei.

„Diese Grundspannung, dieses Grundflimmern war einfach nicht da. Wir haben auch in der Höhe verdient verloren“, wollte Keller am Tag nach der 1:4-Niederlage nichts beschönigen.

Auch Keller sieht ein Einstellungsproblem

Was Keller nach den aus Abdin-Sicht äußerst schwachen 90 Minuten am Kirchweg ärgerte, war die Einstellung einiger Spieler. „Wenn ein Spieler nicht in Form ist, schaffen wir es nicht, das in der Gruppe zu kompensieren. Das ist bei uns ein echtes Problem.“ Ein Problem, über das sich Trainer Andree Höttges am Sonntag fürchterlich aufregte und den Coach veranlasste, sogar indirekt mit Rücktritt seines bis 2017 laufenden Vertrags zu kokettieren. Keller sieht Höttges‘ Aussagen „völlig emotionslos“ und betonte, dass der 47-Jährige natürlich weiterhin das „vollste Vertrauen“ bei Tur Abdin genieße. „Es gibt überhaupt keinen Grund, alles in Frage zu stellen.“

Das Saisonziel bei Tur Abdin lautet weiterhin einstelliger Tabellenplatz

Klar ist aber auch: Höttges und Keller sind mit dem bisherigen Saisonverlauf des letztjährigen Tabellendritten (nur neun Punkten aus neun Spielen) nicht zufrieden sind; trotz nachvollziehbarer Gründe wie dem schweren Auftaktprogramm, den Abgängen von drei Leistungsträgern, fortwährenden Verletzungssorgen oder Neuzugängen, „die noch nicht den richtigen Beat haben“ (Keller) und sich weiterhin akklimatisieren müssen. Ausreden wollen die sportlichen Leiter deswegen aber nicht gelten lassen, sagt Keller. „Unser Kader ist stark genug. Er hat die Verpflichtung, unser Saisonziel zu erreichen.“ Das da weiterhin lautet: ein einstelliger Tabellenplatz. „Es ist nicht unser Anspruch, einfach nur eine solide Saison zu spielen“, betont Manager Keller.

Spieler sollen „die Ohren spitzen“

Wie Tur Abdin nach dieser „Saure-Gurken-Zeit“ (Keller) wieder in die Spur finden will? Vor allem über die bereits angesprochene Einstellung. „Einige Spieler sollen die Ohren spitzen und in sich gehen“ (Keller), ob sie auch in Partien gegen vermeintliche kleinere Mannschaften wirklich immer alles raushauen.

Stefan Keller fordert „Geschlossenheit und Konsequenz“

Wenn ein, zwei Charaktere ihre Einstellung nicht ändern, habe er kein Problem, Konsequenzen zu ziehen, sagte Keller. Der Manager appelliert: „Die Mannschaft ist jetzt in der Pflicht, das Stenum-Spiel vergessen zu lassen. Sie muss neben ihren spielerischen Möglichkeiten auch Geschlossenheit und Konsequenz zeigen.“ Am besten mit einem Sieg am Sonntag gegen TSV Abbehausen.