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Massenwechsel in der Kreisklasse TuS Hasbergen II geht kollektiv zum Delmenhorster BV

Von Daniel Niebuhr | 04.06.2016, 10:54 Uhr

Kurioser Kollektiv-Transfer in der Fußball-Kreisklasse: Der TuS Hasbergen II wird die neue erste Mannschaft beim Delmenhorster BV.

Viel dramatischer hätten die Fußballer des TuS Hasbergen II ihren Abgang kaum inszenieren können. Vor vier Monaten, an einem Abend im Frühjahr, stiefelten die Spieler des Teams nahezu geschlossen ins Vereinsheim und legten, so erzählt es Trainer Lorne Weisner, zum Schreck der Anwesenden ihre gesammelten Kündigungen auf den Tisch. Künftig, so die Nachricht, wolle man lieber als erste Mannschaft für den Delmenhorster BV spielen als weiter die TuS-Reserve zu sein. Alle Überredungsversuche waren umsonst: Der Massenwechsel wird sich nach dieser Saison tatsächlich vollziehen.

Streit im Vorstand der Auslöser

Weisner war am erwähnten Abend zwar nicht selbst anwesend, hat diesen bislang spektakulärsten Transfer des Jahres aber irgendwie doch mit ausgelöst. Weil seine Frau Andrea den stellvertretenden Vereinsvorsitz nach einem Streit mit Clubchef Jürgen Stöver abgegeben hatte, kündigte auch Lorne Weisner seine Mitgliedschaft. Seine Spieler seien dann auf ihn zugekommen mit dem ungewöhnlichen Plan, in voller Mannschaftsstärke den Verein zu wechseln.

Pokalspiele und Hallenmeisterschaft als Anreiz

Das Motiv dafür kann man wohl mit Perspektivlosigkeit zusammenfassen. Weisners Team ist eines mit Aufstiegspotenzial in der 2. Kreisklasse, darf aber nicht hoch – denn in der Liga darüber spielt schon die eigene erste Mannschaft. Also entschieden sich die Spieler für den drastischen Schritt eines Kollektiv- Transfers. „Die Erste zu sein fühlt sich ganz anders an. Dann darf man im Kreispokal und bei der Hallenkreismeisterschaft spielen“, erklärt Weisner.

Relativ schnell wurde man sich einig mit dem DBV – der die Neuzugänge mit offenen Armen empfängt. Die aktuelle Erste ist in der 3. Kreisklasse Elfter und bildet nun mit der Reserve eine neue zweite Mannschaft. Und die neue Erste? Soll auf lange Sicht in die 1. Kreisklasse. „Wir gehen lieber einen Schritt zurück, um dann voran zu kommen“, sagt Weisner.