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Mehr als 1000 Zuschauer 900 Tänzer begeistern bei Streetdance-Contest in Delmenhorst

Von Lars Pingel | 29.05.2016, 08:58 Uhr

Das TSZ Delmenhorst richtete in der Stadtbadhalle den Streetdance-Contest 2016 aus. 61 Gruppen mit mehr als 900 Tänzern begeisterten mehr als 1000 Zuschauer. Die TSZ-Formationen „Quick Tempered“ und „Real Talk“ bejubelten erste Plätze. Der Sieger bei den Erwachsenen, „The Booya Crew“ aus Hamburg, ist für die WM qualifiziert.

Bass, sie brauchten Bass. Und sie bekamen Bass. Die Schallwellen, die tiefen, wummernden Töne waren schon weit vor der Stadtbadhalle zu hören und spätestens im Foyer zu spüren. Auf dem Weg dorthin entstand aber nicht nur deshalb mehr als ein Eindruck von dem, was in der Halle ablief: der Streetdance-Contest 2016 des TSZ Delmenhorst. Bei bestem Sommerwetter zeigten Tänzerinnen und Tänzer schon auf dem Vorplatz ihr Können, mit dem sie Hip-Hop-Musik veredeln können. Dem Laien blieb nur ein verschämtes Wippen mit der Fußspitze – und Applaus für die 61 Formationen aus sechs Bundesländern mit mehr als 900 Aktiven, die am Samstag über den Tag verteilt mehr als 1000 Zuschauer begeisterten.

Zwei Siege für das TSZ Delmenhorst

„Es war sooo toll“, schwärmte Elisabeth Vosseler, Vorsitzende des Vereins, der den Wettkampf zum neunten Mal ausrichtete, nach zwölf Stunden mit Choreografien, die aus Hip-Hop, Breakdance, Jazz- und Modern-Dance und individuellen Improvisationen bestanden. Eine Jury bewertete die dreiminütigen Vorführungen der Gruppen. Die kämpften in fünf Altersklassen um die Siegerpokale. Zwei von ihnen blieben in Delmenhorst. Die TSZ-Formationen „Quick Tempered“ (Juniors II, 16 bis 18 Jahre) und „RealTalk“ (Kids, 10 bis 12 Jahre) qualifizierten sich für die Finals und erhielten dort die höchsten Wertungen.

„Quick Tempered“ zeigt Teamgeist

„Das fühlt sich so unreal an. Wir haben doch zum ersten Mal bei den Juniors II getanzt“, fand Ilayda Esmek von „Quick Tempered“ nach einer nervenaufreibenden Siegerehrung. Moderator Robert Bonk ehrte alle Teams von Platz 17 an, ließ sich zwischen den Rängen zwei und eins besonders viel Zeit. Die Anspannung der 19 Quick-Tempered-Mitglieder löste sich in lautem Jubel und Freudentränen auf. „Der Zusammenhalt ist einfach krass“, sagte Esmek noch über ihre siegreiche Formation.

„Ambition Crew“ und „RealTalk“ belegen dritte Plätze

Vosseler hatte zuvor ein gutes Gespür bewiesen, als sie, ohne die Wertung zu kennen, über den Auftritt von „Quick Tempered“ sagte, dass sie „Gänsehaut“ bekommen habe. Später schob sie ein Kompliment nach. „Unsere Leute waren super“, fand die TSZ-Vorsitzende und meinte damit auch „RealTalk“, die „Ambition Crew“, die die erste Saison bei den Adults (ab 19 Jahre) mittanzt und den Wettkampf auf Platz drei beendete, die „Freaky Feets“ (Mini-Kids, bis 9 Jahre), die ebenfalls Dritter wurden, und die TSZ-Gruppen, die sich nicht unter den ersten Drei platzierten.

Lob für „Red Blizzard“

Luciana Bramkamp, die mit Anna Adler die Gruppe „Red Blizzard“ der Delmenhorster Tanzschule Jacek Lennard trainiert, war ebenfalls stolz. Die elfköpfige Formation kam bei den Juniors I auf Rang sieben. „Sie haben mit ganz viel Ausdruck und Power getanzt“, lobte Bramkamp ihre Tänzerinnen.

„The Booya Crew“ zum zweiten Mal Erster

Das Niveau des Wettkampfs war hoch, schwärmte Frank Scheffka, Pressesprecher der Veranstaltung: „Im Vergleich mit dem, was ich schon gesehen habe, kann ich sagen: Wir spielen in der obersten Liga.“ Das bestätigte u. a. der Sieger der Adults. „Als Nächstes geht es zur WM nach Wien“, sagte Mitja Rodrigues von „The Booya Crew“ der Tanzschule Fun&Dance aus Hamburg. Sie bejubelte nach ihrem dritten Start in Delmenhorst den zweiten Sieg. Im vergangenen Jahr hatten die 20 Tänzerinnen und Tänzer Platz zwei belegt, 2013 Rang eins. „Diesmal war es definitiv unser Ziel, wieder zu gewinnen“, erzählte Vanessa Tobaben.

Lob und Dank an die Helfer und den DTV

Während die Hamburger noch Siegerfotos machten, zogen die Organisatoren Bilanz. „Wir müssen uns beim DTV bedanken, der uns mit seinen Räumlichkeiten sehr unterstützt hat“, sagte Scheffka. „Es ist super, wenn man die Möglichkeit hat, mit so vielen tollen Menschen so etwas zu organisieren“, fügte Vosseler an und hatte dabei die Helfer aus dem TSZ, die Eltern und Großeltern der Sportler und ihre Mitstreiter aus dem „Orga-Team“, das von Maren Bollwerk geleitet wird, im Blick. Nur so sei es möglich kleine Pannen, wie den Ausfall eines Druckers oder kurzfristige Wünsche nach Veränderungen in der Startreihenfolge, ohne Stress zu bewältigen. „Nächstes Jahr gibt es die zehnte Auflage. Wir müssen uns stark anstrengen, wenn wir die neunte übertreffen wollen“, sagte Vosseler. Die Überlegungen, wie das möglich sein könnte, beginnen schon am Mittwoch, erzählte Scheffka. „Dann treffen wir uns zur Auswertung und beginnen mit der Planung.“ Über neue Lautsprecher muss niemand nachdenken. Der Bedarf an Bass der Streetdancer war gedeckt.