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Mehr Securities, weniger Fans Auflagen für Volksbank-Cup verschärft

Von Frederik Böckmann | 14.01.2015, 11:52 Uhr

Weniger Zuschauer, dafür mehr Sicherheitspersonal: Beim hochkarätig besetzen Hallenturnier am Samstag werden die Auflagen für die Organisatoren verschärft. Ein Hintergrund sind die Tumulte zwischen Polizei und Fans bei einem Hallenturnier in Cloppenburg.

Er hatte hin und her überlegt, unzählige Gespräche und Telefonate geführt, alle Vor- und Nachteile abgewägt. Am frühen Dienstagabend stand für Murat Kalmis dann endgültig fest: „Ich ziehe das jetzt voll durch.“ Anders formuliert: Das hochkarätig besetzte Hallen-Fußballturnier um den Volksbank-Cup wird laut Chef-Organisator Kalmis am Samstag (16 Uhr) in der Stadionhalle definitiv über die Bühne gehen.

Nach dieser Entscheidung sah es am Dienstag zunächst nicht aus. Der Budenzauber mit sechs Regionalligisten, einem Oberligisten, einem Ex-Profi-Team (um Sean Dundee und Ali Günes) sowie zwei lokalen Teams hatte gewaltig auf der Kippe gestanden. Der Grund: Die Stadtverwaltung hat auf Empfehlung der Polizei die Sicherheitsauflagen für das Hauptturnier beim dreitägigen Budenzauber auf Kunstrasen an diesem Wochenende nochmals verschärft.

Kalmis muss das Sicherheitspersonal von 15 von 50 Securities erhöhen, gleichzeitig darf er nur noch 400 Karten statt vormals angedachten 550 Tickets an die Zuschauer verkaufen. Kalmis war über diese Nachricht alles andere als erbaut und hatte am Dienstagmorgen erklärt: „Wir müssen diese Veranstaltung ja auch irgendwie finanzieren. Die Securities kosten mich richtig Geld.“ Die Summe bewege sich alleine dafür im hohen vierstelligen Bereich. Jetzt müsse am Mittwoch auf Sponsorensuche gehen, erklärte Kalmis.

Hintergrund für die verschärften Auflagen sind laut der Polizei nicht nur, aber auch die Tumulte beim Hallen-Turnier am Freitag in Cloppenburg, wo es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Anhängern des VfB Oldenburg gekommen war. Der VfB ist einer der Viertligisten, die in Delmenhorst starten. „Wir haben die letzten Entwicklungen und Gespräche mit szenekundigen Beamten in unsere neuesten Empfehlungen miteinfließen lassen“, erklärte Polizei-Sprecherin Jennifer Koch auf Nachfrage. „Wir haben die Lage und die Gefahren analysiert und haben deshalb diese Empfehlungen ausgesprochen.“ Neben den Security-Kräften werden laut Kalmis auch 100 Polizisten in der Stadionhalle sein.

VfB Oldenburg sagt Fan-Tour aus Imagegründen ab

„Dass nur noch 400 Zuschauer zugelassen sind, ist ärgerlich. Aber die Sicherheit steht an erster Stelle. Wir werden die Auflagen erfüllen“, betont Kalmis. Aus sportlicher Sicht wäre für den Delmenhorster FDP-Ratsherren eine Absage „ein Desaster für den Fußball-Standort Delmenhorst“ gewesen. „Wir wollen den Leuten an drei Tagen richtig tollen Hallen-Fußball bieten.“ Bereits am Freitag findet ab 17Uhr der Delme-Cup mit zehn lokalen Mannschaften statt, wovon sich die beiden Finalisten für den Volksbank-Cup qualifizieren. Am Sonntag richtet der KSV Hicretspor ab 14 Uhr den Mustafa-Tütüncü-Cup in Gedenken an seinen ehemaligen Vorsitzenden aus.

Wie groß das Interesse der Zuschauer vor allem am Hauptturnier am Samstag wirklich ist, mag Kalmis noch nicht abschätzen. Es gebe im freien Verkauf noch Karten zum Preis von neun Euro bei Sport Duwe (Elbinger Straße 34) . Fest steht zudem: Oldenburg wird nach den Vorfällen in Cloppenburg wohl nicht mit mehr vielen seiner angekündigten 130 Zuschauer nach Delmenhorst reisen. Denn: Eine organisierte Fan-Beteiligung werde es nicht geben, erklärte der Club. Der Imageschaden sei schon groß genug. Auch die Ultras von Hannover 96 II sollen laut Kalmis keine Karten mehr bekommen.