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Mini-Verein ist wieder da Rethorns Rückkehr vor großer Kulisse

Von Daniel Niebuhr | 03.08.2015, 14:18 Uhr

Beim Comeback nach sechs Jahren schlägt sich der kleine Fußball-Verein SV Rethorn vor 164 Zuschauern wacker. Etliche Baustellen bleiben aber noch.

Gerd Hillmann hatte genau durchgezählt – und konnte es bis zum Abend immer noch nicht fassen. 164 Zuschauer waren am Sonntag an den Bookholzberger Ammerweg gekommen, um das erste Pflichtspiel des SV Rethorn nach sechs Jahren zu sehen, Klubchef Hillmann war von der Kulisse regelrecht von den Socken. „Da waren Fans mit Megafonen. Unbegreiflich“, sagte Hillmann. Dass es bei der Rückkehr in den Fußball ein 0:5 (0:2) im Kreispokal-Erstrundenspiel gegen den Kreisligisten SV Achternmeer gab, steigerte im Rethorner Lager nur die feierliche Stimmung. „Auf Augenhöhe“ sah Hillmann seine fünf Klassen tiefer spielende Elf gar, Marcel Dönike, der aushilfsweise den Trainer gab, war da etwas vorsichtiger: „Achternmeer hatte Chancen ohne Ende. Aber wir haben uns gewehrt.“

Ehrentor wegen Abseits aberkannt

Für ihn und den Großteil des zusammengewürfelten Kaders war es bisher das Spiel des Lebens. Nur zwei Rethorner hatten überhaupt schon Erfahrungen im Herrenbereich; viele schnüren nach langer Pause wieder die Schuhe, Dönike zum Beispiel hat elf Jahre lang nicht mehr gespielt. „Und vor so einer Kulisse schon gar nicht“, erklärt er. Fast wäre gegen Achternmeer sogar das erste Tor gelungen, als Ole Windisch mit einer Bogenlampe traf und „der Ammerweg Kopf stand“, wie Dönike es ausdrückte. Allerdings wurde der Treffer abseitsbedingt aberkannt: „Wir lagen schon alle auf dem Rasen und haben gejubelt. Aber der Assistent musste ja unbedingt die Fahne heben.“

Trainer gesucht

Damit bleibt den Rückkehrern eine Premiere mehr für die am Wochenende beginnende Saison in der 5. Kreisklasse. 27 Spieler stehen dann im Aufgebot, längst nicht alle sind einsatzberechtigt. Noch immer liegen nicht alle Pässe vor, was allerdings nicht die einzige Baustelle ist. Auch Bälle sind Mangelware, einheitliche Hosen und Stutzen gibt es ebenfalls nicht. Da sei man aber dran, ein neuer Satz ist bestellt, den die Spieler selbst bezahlen.

Und natürlich fehlt auch noch ein Trainer. Dönike würde gerne wieder nur Spieler sein, aber einer müsse ja die Verantwortung tragen. Die Aufstellung spricht er momentan noch mit dem Mannschaftsrat ab. „Falls jemand das übernehmen will, ist er sehr willkommen“, sagt der Aushilfscoach.