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Mit drei Klubs jeweils Zweiter Thomas, Moritz und Sandra Gediga sind „die Vize-Familie“

Von Andreas Giehl | 02.09.2016, 10:41 Uhr

Die Ganderkeseer Tischtennis-Familie Thomas, Sandra und Moritz Gediga wurde mit ihren Vereinen VfL Wildeshausen, TSV Ganderkesee und VfL Stenum in der vergangenen Saison jeweils Zweiter. Nur der jüngste Sohn Phillip spielt lieber Fußball. Noch.

Gerade in den vergangenen Jahren sind sie weniger geworden. Doch es gibt sie noch immer: Die klassische Tischtennisfamilie. Familien, wo beide Elternteile und auch die Kinder mit Begeisterung der Sportart mit dem kleinen weißen Ball nachgehen. Hier, mitten in der Region in Ganderkesee, lebt beispielsweise die Familie Gediga – eine Familie mit einigen Besonderheiten. Doch der Reihe nach.

Die Eltern Thomas und Sandra sowie Sohn Moritz spielen alle fest Mannschaften. Allerdings nicht im gleichen Verein, sondern in drei unterschiedlichen Klubs. Während Vater Thomas, quasi als Ganderkeeser Urgestein, aktuell sehr erfolgreich mit der ersten Männerschaft des VfL Wildeshausen ist, macht Gattin Sandra mit den Ganderkeseer Damen Schlagzeilen. Sprößling Moritz produziert diese indes parallel mit dem Schülerteam des VfL Stenum. Der 13-Jährige fühlt sich dort pudelwohl und nimmt dort eine gute Entwicklung. In der vergangenen Saison bekam das Trio aber unfreiwillig den lustigen Beinmanen „die Vize-Familie“ verpasst. Denn alle drei Tischtennis-Cracks wurden mit ihren Liga-Mannschaften jeweils Tabellenzweiter.

Erst Freundschaftstreffen, wenig später dann Hochzeit

Natürlich kommt zu allererst die Frage auf: Wie ist diese Tischtennisfamilie, zu der mit Sohn Phillip noch ein weiteres Mitglied zählt, überhaupt entstanden? „Das ist schon eine besondere Geschichte“, erinnert sich Thomas Gediga und sie hat natürlich mit Tischtennis zu tun. „Seit vielen Jahren pflegen wir in Ganderkesee jeweils im Sommer ein Freundschaftstreffen mit zwei anderen Vereinen. Das sind der TTC Grassel aus dem Kreis Braunschweig sowie der SC Glashütten aus dem Taunus.“

Dabei lernte er seine Frau Sandra kennen. Sie spielte damals in Glashütten in der Damen-Verbandsliga. „Es hat aber nach der ersten Begegnung noch drei Jahre gedauert, bis wir fest ein Paar wurden“, erzählt Thomas Gediga. „Rund anderthalb Jahre führten wir eine Fernbeziehung. Danach ist Sandra dann zu mir nach Ganderkesee gezogen.“

Moritz Gediga spielt erfolgreich beim VfL Stenum

Nach der Hochzeit kamen in den Jahren 2003 und 2006 die gemeinsamen Söhne Moritz und Phillip zur Welt. Beide begeisterten sich neben Tischtennis auch für Fußballl. Moritz schwenkte in der Saison 2009/2010 aber fest zum Tischtennis um.

Seine Eltern nahmen Moritz mehrmals mit zum Training nach Ganderkesee, wo er schnell Gefallen fand, selbst zu spielen. Bereits bei den C-Schülern war er früh erfolgreich und schaffte sogar den Sprung bis zu den Bezirksmeisterschaften. Dann hängten einige seiner Teamkameraden den Schläger an den Nagel. Ein Wechsel wurde notwendig. Die Entscheidung fiel vor zwei Jahren, anders als beim Vater, nicht für den VfL Wildeshausen, sondern für den dem Wohnort nähergelegenden VfL Stenum.

Moritz Gediga wechselt nun in die erste Jungenmannschaft des VfL Stenum

„Es ist bekannt, dass in Stenum seit einigen Jahren super Nachwuchsarbeit macht wird. Außerdem kann Moritz, wenn wir Eltern einmal nicht fahren können, nach auch mit dem Fahrrad zum Training düsen“, erzählt Thomas Gediga. „Und was das Sportliche betrifft, ist er dort bestens aufgehoben.“

In der Vorsaison belegte Moritz mit der I. Schülermannschaft des VfL, punktgleich mit Meister Hude, einen sehr guten zweiten Platz. Zudem trumpfte er erfolgreich als Ersatz bei den Jahrgangsälteren auf. Zur neuen Saison wechselt Moritz deshalb jetzt vorzeitig in die erste Jungenmannschaft der Stenumer. Ein nachvollziehbarer Sprung auf der Tischtennis-Leiter. In der ersten Jungen wird er in der Kreisligamannschaft antreten. Dort schlummert Potenzial. Man kann sicher sein: Von dieser Mannschaft, wie auch von Moritz, wird man in Zukunft noch viel hören. (Weiterlesen: Tischtennis-Bezirkspokal 2016)

Mutter Sandra Gediga verzichtet mit dem TSV Ganderkesee auf den Aufstieg

Mutter Sandra hat derweil nach der Eheschließung ihren sportlichen Ehrgeiz ein wenig zurückschrauben müssen. Nach dem Leistungstischtennis in Glashütten spielt sie mit ihrer ersten Damen vom TSV Ganderkesee nun seit vielen Jahren beständig eine gute Rolle in der Bezirksklasse. Mit ihren Kameradinnen hat die gelernte Postbeamtin zuletzt in der Liga die erfolgreichste Serie seit ihrem Wechsel abgeliefert. Ihr TSV-Team errang mit Platz zwei hinter Meister TS Hoykenkamp den Vizetitel. Krönung war der Gewinn des Bezirkspokals der Kategorie Damen C. Platz zwei in der Liga hätte normalerweise das Sprungbrett zur Bezirksliga bedeutet.

Eine Etage höher wäre Sandra Gediga in der neuen Saison sportlich wahrscheinlich anständig gefordert gewesen. In der Bezirksklasse war das zuletzt weniger der Fall. Mit einer überragenden 37:1-Bilanz war sie mit Abstand die beste Spielerin des oberen Paarkreuzes. Mehr geht nicht. Gerade das schreit förmlich nach einer neuen sportlichen Herausforderung. Doch das TSV-Team entschied sich schließlich gegen den Aufstieg. „Da muss sie dann nicht soviel trainieren und ich selbst kann dann in Wildeshausen schuften“, meint ihr Mann mit einem Augenzwinkern. Doch mit solchen Aussagen sollte er besser vorsichtig sein. Seit geraumer „baggert“ die Damen-Abteilung von Jahn Delmenhorst an Sandra, um sie vielleicht doch irgendwann für ein Engagement in ihrem Landesliga-Ensemble zu gewinnen.

Vater Thomas Gediga spielt beim VfL Wildeshausen mit vielen erfahrenen Cracks

Der 42-Jährige Thomas muss, wie er selbst sagt, zur neuen Saison in Wildeshausen leistungsmäßig noch eine Schippe draufpacken. Denn mit dem Bezirksligateam hat es in diesem Jahr (nach zwei vergeblichen Anläufen mit dritten Plätzen) mit dem Aufstieg in die Bezirksoberliga geklappt. Das VfL-Sextett belegte in der Liga und Aufstiegsrunde jeweils nur zweite Ränge, erhielt aber aufgrund vieler Rückzüge einen Nachrückerplatz.

In Wildeshausen ist Gediga Teil einer echten „Pfundstruppe“ mit erfahrenen Spielern. Dazu gehören beispielsweise hierzulande bekannte Spielergrößen wie Wolfgang Krüger, Helmut Rang, Guido Grützmacher und Kai Beecken. Spieler, die viel Erfahrung in höheren Ligen vorweisen können. In der neuen Umgebung kennt man die zukünftigen Gegner nicht. Saisonziel ist deshalb nur der Klassenerhalt.

Thomas Gediga suchte nach Jahren beim TSV Ganderkesee in Wildeshausen neuen Reiz“

In der seit 1984 inzwischen langen Laufbahn von Thomas Gediga ist viel passiert. Nach den ersten Schlägen in Ganderkesee absolvierte er die letzten Jugend- und ersten Herrenjahre in Hude. Anfang der 1990er Jahre zog es ihn zu seinem Heimatverein nach Ganderkesee zurück. Dort galt es etwas aufzubauen. Die erste Herren spielte damals nur in der Kreisklasse. Nicht nur, weil der im Betrieb des Vaters arbeitende Malermeister nach Feierabend viel Arbeit in die Jugendarbeit investierte, ging es mit der Ersten plus der Abteilung steil bergauf. Über die Jahre bis heute ist der TSV I eine feste Größe in der I. Bezirksklasse. Nur irgendwann kam der Punkt, da wollte Gediga was Neues machen.

„Meine Mannschaftskameraden wurden immer jünger. Und ich wollte zur Abwechslung mal in einer höher Liga spielen. Da bot sich für mich der VfL Wildeshausen an. Hier habe ich zuletzt im unteren Paarkreuz eine positive Bilanz gespielt“, erzählt Gediga.

Kurios: Wildeshausen ist jetzt der dritte Verein, wo Thomas Gediga mit seinem Kumpel Kai Beecken zusammenspielt. „In der Jugend waren wir zusammen sogar mal Doppel-Bezirksmeister“, nennt er einen Höhepunkt.

Und Sohn Philipp? Spielt lieber Fußball beim TSV Ganderkesee

Spiel und Spaß scheinen demnach für die Zukunft gesichert. Was gäbe es da aus seiner da noch zu tun? „Vielleicht Phillip überreden, dass er auch zum Tischtennis überschwengt“, scherzt Gediga und fügt hinzu: „Das Talent für die Sportart ist bei ihm unverkennbar vorhanden.“ Doch momentan spielt er in der klassischen Tischtennis-Familie doch lieber Fußball in der E-Jugend des TSV Ganderkesee. Noch.