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Neue Kniffe vom Altmeister Judo-Veteran Glahn gibt Training beim Bookholzberger TB

Von Frederik Böckmann | 11.03.2015, 09:26 Uhr

Der Silber-Medaillengewinner der Olympischen Spiele 1972 von München gibt nur noch wenige Trainingsbesuche – für die aufstrebende Judo-Abteilung des BTB machte der 73-Jährige aber eine Ausnahme.

Es ist verdächtig still in der Turnhalle Übern Berg in Bookholzberg. Rund 35 Judoka des BTB üben Wurf- und Falltechniken, legen sich auf die Matte und probieren neue Tricks aus. Dabei schauen alle Beteiligten immer wieder zu einem großen Mann auf: Judo-Veteran Klaus Glahn. Der Silber- und Bronze-Medaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1972 in München bwz. 1964 in Tokio war nämlich der besondere Gast beim BTB.

Glahn liegt lieber auf der Couch als auf der Matte

Trainingsbesuche von Glahn sind mittlerweile eine Rarität. „Bei meinem Verein VfL Wolfsburg gebe ich in der Woche noch ein paar Trainingsstunden“, erklärte Glahn völlig durchgeschwitzt bei einer kurzen Pause. „Ansonsten lege ich mich lieber auf die Couch als auf die Matte“, sagte der mittlerweile 73-Jährige und lacht. Ein Grund: Rückenprobleme und diverse kleinere Verletzungen. Die habe er sich aber nicht beim Sport zugezogen – sondern bei Arbeiten im Haus.

Trainingsbesuch in 15 Minuten eingefädelt

Für die aufstrebende Judo-Abteilung der Bookholzberger machte Glahn aber gerne eine Ausnahme. Den Besuch des Schwergewichtler hatte BTB-Judoka Britta Fricke eingefädelt. Sie schrieb Glahns Tochter bei Facebook an, telefonierte mit ihr und hatte schon 15 Minuten später die Zusage von Glahn. „Das ging ruckzuck“, freute sich Fricke – und überraschte mit Glahns Besuch auch ihren ahnungslosen Lebensgefährten, Abteilungsleiter Torsten Duwensee. „Das ist ein absolutes Highlight für unsere Abteilung“, freute sich der während Trainingsheinheit sichtlich aufgeregte Duwensee.

Glahn kämpft mit früherem Bundespräsidenten Lübke

Der prominente Gast zeigte anschaulich Tricks und Kniffe – und brachte zur Freude der Bookholzberger seinen früheren Team-Kollegen und Kumpel Harry Utzat (75) mit, der bereits im Dezember ein Training beim BTB geleitet hatte. Beide Veteranen erzählten eine kleine Anekdote: Utzat und Glahn hätten dem früheren Bundespräsidenten Heinrich Lübke nämlich gezeigt „was Judo überhaupt ist“, sagte Glahn. „Nachdem Lübke uns 1967 für unser Mannschaftsgold bei den Europameisterschaften mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet hatte, haben wir uns in Lübkes Büro gleich mit ihm auf den Teppich gelegt und erst mal schön gekämpft“, sagte Glahn und lachte. Dann legte er sich wieder in Bookholzberg auf die Matte.