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Neuer Trainer des SV Tur Abdin Edgar Kary spielte einst mit Jérôme Boateng

Von Klaus Erdmann | 03.01.2019, 07:52 Uhr

Für Tur Abdins neuen Trainer Edgar Kary spielt der psychologische Bereich eine wichtige Rolle. Der 30-Jährige kennt viele Fußballer des Bezirksligisten noch aus der Zeit als Torwart. Zu den früheren Teamkollegen gehört Jérôme Boateng.

„Die Spielidee muss einen sicheren Rahmen bilden. Innerhalb dieser Idee muss es genügend Freiräume geben. Wichtig ist es, die richtige Mischung aus Struktur und Freiraum zu finden.“ Wer sich mit Edgar Kary über den Fußball im Allgemeinen und den Fußball-Bezirksligisten SV Tur Abdin, bei dem er dieser Tage seine Arbeit als Cheftrainer aufnimmt, im Besonderen unterhält, stellt schnell fest, dass der junge Mann klare Vorstellungen hat. Es verwundert nicht, dass Isa Tezel, sportlicher Leiter, über Kary, der die Nachfolge von Christian Kaya antritt, sagt: „Wir sind sehr froh, dass wir Edgar als Trainer für uns gewonnen haben.“ Nach einem Gespräch sei schnell klar gewesen, dass es passt.

Obwohl der Delmenhorster mit dem Ziel hauptamtlicher Fußballtrainer erst 30 Jahre alt ist, hat er bereits viel erlebt. Zwölf Jahre lang arbeitete der Vater eines zehnjährigen Sohnes und einer achtjährigen Tochter als Projektmanager in der IT-Branche. Mitte 2018 begann eine „einjährige Auszeit“. Ausbildungen zum Personal Trainer und Heilpraktiker für Psychotherapie folgten. Für Kary spielt Psychologie eine wichtige Rolle. Und Transparenz. Das basiert auf eigenen Erfahrungen: „Ich war kein einfacher Spieler, aber kaum ein Trainer hat mit mir den Austausch hinbekommen.“

Konkurrent von Ulreich und Fährmann

Sein erster Trainer war der 2015 verstorbene Manfred Klatte. Der Gesprächspartner: „Ich spielte beim VfL Stenum, bekam bei meinem ersten Einsatz als Torwart die Hucke voll und wollte nie wieder ins Tor.“ Doch Klatte fand die richtigen Worte und Kary stellte sich wieder zwischen die Pfosten. Der SV Werder entdeckte ihn und ab der Saison 1999/2000 trug er das Bremer Trikot. Acht Jahre lang, bis zur A-Jugend. Zu den Highlights gehörten Berufungen in die Nationalmannschaft des Jahrgangs 1988. Zu Karys Kollegen zählten Weltmeister Jérôme Boateng sowie die Torwart-Konkurrenten Ralf Fährmann und Sven Ulreich. Während seines letzten Jahres bei den A-Junioren trat er für den VfB Oldenburg an.

Dann wechselte er zu Jahn Regensburg. Dort war seinerzeit der ehemalige Atlas-Chefcoach Jürgen Hahn tätig. „Er gehörte zu den besten Torwarttrainern, mit denen ich je gearbeitet habe“, lobt Kary. Er war 18 Jahre jung, als er von der U23 zu den Profis aufstieg. Der entsprechende Vertrag wurde nach einer schweren Erkrankung aufgelöst. Die Vereine Kickers Emden, SV Tur Abdin (vor sieben Jahren) und SV Atlas bildeten weitere Stationen. Zu Karys Trainern gehörten Markus Weinzierl, aktueller Übungsleiter des VfB Stuttgart, und Joe Zinnbauer (einst beim Hamburger SV).

Vorstellung beim Teamabend

Kary betont, dass während seiner Zeit als Torwart ein „grundsätzliches Fußballverständnis“ entstanden sei. „Ich beobachte und reflektiere viel“, ergänzt er. „Aber ich habe die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen. Ich lerne und entwickle mich weiter. Ich tausche mich zum Beispiel mit dem Mannschaftsrat aus.“

Nach einem kurzen Abstecher zum VfL Stenum (Trainerstab der Bezirksliga-A-Junioren), dessen Jugendarbeit er ausdrücklich lobt und für den auch sein Sohn spielt, folgte das eingangs erwähnte Gespräch mit Verantwortlichen des SV Tur Abdin. Hier wurde der Neue während eines Teamabends präsentiert. „Die Spielidee wurde gut angenommen. Die Qualität der Mannschaft gibt es vor“, sagt Edgar Kary.