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Neuzugang der TS Hoykenkamp Sebastian Rabe übernimmt Verantwortung

Von Elisabeth Wontorra, Elisabeth Wontorra | 19.12.2015, 12:32 Uhr

Sebastian Rabe ist einer der Neuzugänge der TS Hoykenkamp und ein Garant für Tore. Trainer Jörn Franke bezeichnet den Spieler als „einen der Schlüssel des Erfolgs“.

Wenn die Sportfans aus Delmenhorst und Umgebung den Nachnamen Rabe hören, dann denken sie meistens an Handball. Das liegt vor allem an Hartmut „Hacki“ Rabe, der einst in der 2. Liga nur knapp den Aufstieg verpasste. Doch auch sein Sohn Sebastian ist ein mehr als passabler Handballer geworden. Er läuft seit dieser Saison für den aktuell drittplatzierten Landesligisten TS Hoykenkamp auf. Zuvor spielte er drei Jahre für den Oberligisten SVGO Bremen. Ein Abstieg was die Ligen betrifft? „Ich würde das nicht so bewerten, denn die Mannschaft hat eine gute Qualität“, sagt der 30-Jährige. Er sei gewechselt, weil der Verein näher an seinem Wohnort liegt und der Beruf für ihn mittlerweile an erster Stelle steht.

Sebastian Rabe will mit TS Hoykenkamp aufsteigen

„Ich will mich etwas zurücknehmen“, sagt Rabe. „Aber es ist nicht so, dass ich nur mit halbem Herzen dabei bin“, fügt Rabe hinzu. „Ich kenne die Hoykenkamper ewig. Es war schon immer angedacht, da zu landen.“ Bevor er Mitglied wurde, ging er gern zu den Heimpartien. „Die sind immer sonntags. Das war ein guter Zeitvertreib. Außerdem spielen ein alter Schulfreund und der Bruder meiner Freundin dort.“

Rabe lief bis 2005 für die HSG Delmenhorst auf. Doch dahin zurückkehren wollte er nicht. „Das wäre auch wieder die Oberliga gewesen und mir zu aufwendig“, erklärt er. Dennoch hat er Großes mit der Mannschaft vor. „Das klingt vielleicht paradox, aber das Ziel ist der Aufstieg“, gibt er schmunzelnd zu. Damit wäre die TSH eine Liga unter seiner letzten Station.

Jörn Franke kennt Stärken und Schwächen

In der Mannschaft fühlt Rabe sich wohl: „Ich habe mich gut eingefügt. Das Team ist super.“ Mit seiner Erfahrung aus der Oberliga hilft er seinen Teamkollegen. „Wenn mir etwas auffällt, dann teile ich ihnen das auch mit. Das finden vor allem die Jüngeren gut.“ Durch seinen Aufenthalt in der höheren Klasse besitzt Rabe ein gutes Spielverständnis. „Ich weiß, wann ich ein wenig Tempo rausnehmen oder dazugeben muss.“ TSH-Trainer Jörn Franke bestätigt das: „Seine Stärke ist vor allem, dass er mit seiner Erfahrung Spielsituationen lesen kann. Er sieht Lücken und ist mit seiner Torgefährlichkeit vielen überlegen.“ Das stellt er mit 77 Toren – darunter 18 Siebenmeter – in den bisherigen elf Spielen unter Beweis. Aber Franke kennt auch die Schwächen seines Neuzugangs: „Es gibt da dieses Sprichwort: Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss. Das ist bei Sebastian auch der Fall. Ich würde gerne mehr Aufwand sehen.“ Rabe sieht das nicht als Schwäche, sondern als Potenzial, das er mithilfe seines Trainers ausschöpfen will. Stattdessen gibt er zu: „Mein Abwehrspiel ist verbesserungswürdig. Auch wenn ich ein guter gelernter Linksaußenverteidiger bin.“

Im Angriff setzt Franke Rabe als Regisseur oder Vollstrecker ein. Eine Lieblingsposition habe der Delmenhorster nicht: „In der Oberliga habe ich halblinks gespielt, in der Jugend mehr Mitte. Man kann also sagen: sowohl als auch. Mir ist es nur wichtig, in entscheidenden Situationen Verantwortung zu übernehmen.“ Es gäbe Tage, da fühle er sich in der einen Position besser aufgehoben und dann mal in der anderen. „Es passiert auch mal, dass mich der Trainer setzt und ich dann sage: Ich würde lieber auf der anderen spielen. Mal hat er auf mich gehört und mal nicht. Aber dafür ist er ja auch der Trainer“, sagt Rabe.

Sebastian Rabe wird mit Vater Helmut verglichen

Die TSH weiß, was sie an ihrem Neuzugang hat. Auch der Trainer: „Wenn man sich die Situation vor seinem Auftauchen und jetzt ansieht, dann ist er einer der Schlüssel des Erfolges. Ein größeres Mosaikteilchen in einem Puzzle.“ Rabe kompensiert den Abgang von Ole Goyert zum TV Neerstedt. „Ein Spieler ist nie ganz ersetzbar, aber Lennard Timmermann und Sebastian füllen das gut aus. Sie sind anders als Ole, aber sehr erfolgreich. Und von allen Dreien ist Sebastian der Torstärkste“, sagt Franke.

Obwohl Rabe ein Loch zu füllen hatte und der Aufstieg das angestrebte Ziel ist, verspürt er keinen Leistungsdruck. „Früher war das mehr. Nun habe ich nur den eigenen Anspruch, ein gutes Spiel zu machen und eine gute Quote zu besitzen.“ Das scheint ihm in dieser Saison gut zu gelingen. Aber genug Erfahrung bringt der 30-Jährige dafür auch mit: „Ich habe mit etwa sechs Jahren angefangen zu spielen. Das war quasi vorgezeichnet. Mein Vater spielt Handball, mein Bruder auch.“ Den Kindern wurde die Sportart mit in die Wiege gelegt. Die Fußstapfen seines Vaters sind groß. „Ein Vergleich kommt oft vor“, gibt Rabe zu. Dies störe ihn aber nicht, denn es gibt einen kleinen, aber feinen Unterschied, wie er amüsiert weiß: „Er ist Linkshänder und ich werfe mit rechts.“