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Nicht-Abstieg des TV Jahn Jahn nach Klassenerhalt erleichtert und demütig

07.06.2015, 19:00 Uhr

Nachdem die Fußballer des TV Jahn doch in der Kreisliga bleiben dürfen, hoffen die Verantwortlichen auf ein Ende der Talfahrt.

Marco Castigliones Humor scheint die Achterbahnfahrt der letzten Wochen unbeschadet überstanden zu haben. Noch Mitte Mai war der TV Jahn sportlich geradezu herzzerreißend durch ein Eigentor aus der Fußball-Kreisliga abgestiegen; nach der nachträglichen Rettung scherzte der Abteilungsleiter am Wochenende schon wieder: „Ein Wiederaufstieg in drei Wochen, das soll uns mal jemand nachmachen.“

Castiglione erfuhr wie Trainer Timur Cakmak am Samstag davon, dass seinem Klub die 1. Kreisklasse und damit der zweite Abstieg nacheinander erspart bleibt. Weil der TV Falkenburg seine Mannschaft zurückzog, wurde der eigentlich gerettete Verein auf den letzten Platz zurückgestuft, Jahn rückte auf Beschluss des Fußball-Kreises dadurch auf Rang 14 vor – und durfte doch noch den Klassenerhalt bejubeln.

„Mit violettem Auge davongekommen“

Das taten die Delmenhorster allerdings mit aller Demut. Allen Beteiligten war sehr wohl bewusst, dass der Abstieg abgewendet wurde, weil der Fußball-Gott noch einmal ein Auge zugedrückt hat. „Es ist eine schöne Nachricht für uns. Aber es ist natürlich auch eine glückliche Fügung des Schicksals“, sagte Castiglione und witzelte in Anlehnung an Jahns Vereinsfarbe: „Wir sind noch einmal mit einem violetten Auge davongekommen.“

Ziele bleibt das gleiche: Klassenerhalt

Die Hoffnung ist groß, dass der heftige Absturz des Traditionsvereins nun endlich ein Ende hat. Erste abwanderungswillige Spieler hätten schon signalisiert, dass sie unter diesen Umständen doch gern bleiben würden, berichten Cakmak und Castiglione; darunter offenbar der mit dem Bezirksligisten SV Tur Abdin in Verbindung gebrachte Tom Piskalla. „Der eine oder andere, der uns sonst verlassen hätte, wird es sich anders überlegen“, glaubt Castiglione. Vielleicht sei das ein Zeichen, dass es wieder aufwärts geht.

Die Verantwortlichen beeilten sich aber auch, festzustellen, dass es in der kommenden Saison am Brendelweg erneut nichts anderes als Abstiegskampf zu sehen geben wird. „Die 17 Punkte aus der Rückrunde machen Hoffnung, das ist schon konkurrenzfähig“, sagt Castiglione. „Irgendwann wollen wir wieder oben mitspielen. Aber wir müssen einen Schritt nach dem anderen machen.“ In der kommenden Saison spielt die Kreisliga mit 17 Teams, drei Vereine müssen absteigen.