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Nur drei Tore in Hälfte zwei HSG Hude/Falkenburg unterliegt VfL Oldenburg II 14:25

Von Richard Schmid | 31.01.2016, 20:39 Uhr

Zu viel Respekt, zu viele Fehlwürfe: Die HSG Hude/Falkenburg bricht im Nachbarduell der 3. Liga nach der Pause ein – und wirft dort bei der 14:25 (11:12)-Klatsche 20 Minuten lang kein Tor.

Sie wollten den Favoriten lange ärgern, sie gestalteten die erste Halbzeit noch ausgeglichen – doch das, was die Handballerinne der HSG Hude/Falkenburg in der zweiten Halbzeit des Nachbarduells gegen den VfL Oldenburg II zeigten, hatte schlichtweg kein Drittliga-Format. Sage und schreibe drei magere Treffer (davon ein Siebenmeter) warfen die Huderinnen nach dem Seitenwechsel gegen die Oldenburger Talentschmiede. Am Ende setzte es gegen die Gäste eine 14:25 (11:12)-Klatsche.

Es war eine Niederlage, die nach einer auf Augenhöhe geführten ersten Halbzeit nicht voraussehbar war. Denn zur Pause lagen die Gastgeberinnen lediglich mit einem Tor in Rückstand. „Wir hatten einfach viel zuviel Respekt vor diesem Gegner. In der ersten Halbzeit haben wir noch agiert, in der zweiten nur noch reagiert“, erläuterte Interimstrainer Werner Bokelmann resigniert.

HSG Hude/Falkenburg gestaltet die erste Halbzeit ausgeglichen

In der Tat sah die erste Hälfte dieses Derbys keinen Klassenunterschied. Im Gegenteil: Die offensive 4:2- Deckung der HSG ließ den Tabellendritten nicht zur Entfaltung kommen. Ein ums andere Mal unterliefen der Bundesliga-Reserve technische Fehler, die Hude/Falkenburg zu erfolgreichen Angriffen nutzen konnte. Hätte Jessica Galle in der 7. Minute aus aussichtsreicher Position nicht verworfen, wären die Gastgeber sogar mit 5:2 in Führung gegangen. Im Gegenzug gelang zwar den Oldenburgerinnen der 3:4-Anschlusstreffer. Aber es dauerte noch bis zur 12. Minute, ehe dem favorisierten Gästeteam das 4:4 gelang.

In der Folge entwickelte sich bis zum Pausenpfiff ein offener Schlagabtausch, in dem sich keines der beiden Teams entscheidend absetzen konnte. Sowohl Hude als auch Oldenburg profitierten dabei von den starken Abwehrreihen, die es den Angreiferinnen auf beiden Seiten schwer machten, zu Torerfolgen zu kommen. In dieser ersten Halbzeit erwiesen sich die Huderinnen als ebenbürtiger Gegner. Und niemand der etwa 140 Zuschauer ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass es in der zweiten Hälfte zu diesem Einbruch kommen würde.

Huder Angriffe eine leichte Beute für VfL Oldenburg II

Bis zur 38. Minute (15:13 für Oldenburg) war die Begegnung noch völlig offen. Doch danach mussten die HSG-Frauen dem enormen Tempo der Gäste Tribut zollen – es lief beim Aufsteiger so gut wie gar nichts mehr zusammen. Hude/Falkenburg verwarf einfachste Bälle oder diese waren, wenn sie denn einmal aufs Tor kamen, eine sichere Beute der Oldenburger Torhüterinnen Madita Kohorst und Mareen Rump. Die Folge: Satte 20 Minuten lang gelang den Gastgeberinnen kein einziger Treffer mehr, das dürfte Negativrekord in dieser Spielzeit in der 3. Liga sein. Auch die vorher so stabile Huder Abwehr zeigte nun große Lücken. Deshalb kam der VfL immer zu einfachen Toren, mit denen er seine Führung peu à peu ausbaute.

„Wir haben in der zweiten Halbzeit den Kopf verloren. Mit 18 Fehlwürfen kann man halt schwer Land gewinnen“, meinte eine sichtlich erschöpfte Jessica Galle, die 60 Minuten durchspielte. Auf den designierten neuen Trainer Dean Schmidt, der von der Seitenlinie erneut 60 Minuten lang Instruktionen und Anweisungen gab, dürfte in den kommenden Wochen viel Arbeit zukommen. Am Montag will die HSG die Inthronisation des Coaches offiziell bekannt geben.