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Oberliga der Handballerinnen Hude/Falkenburg tobt sich aus

Von Daniel Niebuhr | 12.04.2015, 22:07 Uhr

Die Meisterschaft in der Oberliga kommt für die Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg immer näher. Das 38:18 gegen Dinklage hat rekordverdächtige Züge.

Das Grinsen auf Thorsten Stürenburgs Gesicht sagte mehr, als der Zwischenstand auf der Anzeigetafel es vermocht hätte. 20 Minuten waren gestern im Handball-Oberligaspiel der HSG Hude/Falkenburg gegen den TV Dinklage gespielt, als der Huder Trainer seine Spielerinnen zur Auszeit zusammenrief – und dabei so ausgiebig strahlte, dass die kurze Ansprache vermutlich eine logopädische Höchstleistung war. Denn irgendwie stand schon da fest, dass der Tabellenführer auch die fünftletzte Hürde zur Meisterschaft souverän überspringen würde. Zur besagten Asuzeit stand es 13:4, am Ende 38:18 (20:8) – Hude/Falkenburg verprügelte die Dinklagerinnen regelrecht.

Besonders die Lässigkeit, mit der die HSG den nächsten Kantersieg einfuhr, war beeindruckend. Stürenburg stellte (mit dem selben schelmischen Grinsen) nach dem Spiel fest, dass Ergebnis und Leistung „ganz in Ordnung waren“ und dass man nach einer solchen Demonstration lieber nicht meckern sollte: „Das war nicht schlecht, darf man wohl sagen.“ Fand auch Torhüterin Katharina Woltjen, die zusammen mit ihrer Partnerin Karen Tapkenhinrichs eine spektakuläre Partie ablieferte und insgesamt unglaubliche 27 Würfe parierte: „Wir sind gut drauf, momentan läuft es rund.“

Dinklage kassiert meiste Tore in den letzten fünf Jahren

Mit dem TV Dinklage, der beim Huder Titelrivalen in Stade gewonnen hatte, machten die Gastgeberinnen kurzen Prozess. Nach elf Minuten stand es schon 9:3, zu diesem Zeitpunkt hatte alle sechs Feldspierinnen aus der Startaufstellung bereits getroffen. Mit dem 14:4 wurde der Vorsprung zum ersten Mal zweistellig, das war in 21. Minute. Dinklage war von der aggressiven 3-2-1-Deckung der HSG eingeschüchtert und scheiterte reihenweise an den Torhüterinnen, erst an Tapkenhinrichs und ab der 20. Minute an Woltjen.

Mit dem Torverhältnis, das im Titelrennen möglicherweise noch ein Faktor werden könnte, im Hinterkopf, rollte der HSG-Zug bis zum Ende weiter. In der 45. Minute führten die Huderinnen mit 32:12, danach ließ die Konzentration im Abschluss nach. Über 40 Gegentore oder mehr hätten sich die Gäste, die die drittbeste Abwehr der Liga stellen, nicht einmal beschweren dürfen. Die 38, die es letztlich wurden, waren immer noch die meisten in den vergangenen fünf Jahren; keiner im TVD-Lager konnte sich erinnern, jemals so viele Treffer kassiert zu haben. „So eine Ausbeute gegen diese Mannschaft, das spricht für sich“, meinte Stürenburg. Sein Grinsen tat es genauso.