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Oberligist in der Vorbereitung Der HC Delmenhorst und die Krux der guten Jugendarbeit

Von Frederik Böckmann | 26.08.2015, 09:16 Uhr

In zahlreichen Testspielen und Turnieren bereitet sich der HC Delmenhorst auf die neue Oberliga-Saison vor. Klar ist schon jetzt: Der Hockey-Club setzt verstärkt auf die Jugend. Zwangsläufig.

Am Dienstag war Ulli Hader mal wieder in Sachen Hockey unterwegs. Natürlich. Bei einem Feriencamp auf der heimischen Anlage an der Lethestraße brachte er dem Hockey-Nachwuchs das kleine Abc der Ballsportart bei. Tipps und Tricks, schießen und passen – Hader war ganz in seinem Element. Mit Herzblut dabei ist Trainer Hader natürlich auch bei seiner ersten Herren-Mannschaft. Denn das Aushängeschild des HCD bereitet sich gerade intensiv auf die neue Oberliga-Saison im Feld vor. „Wir sind gut dabei“, meint Hader zum Stand der aktuellen Vorbereitung.

Vier Niederlagen bei internationalem Turnier

Bis zum ersten Saisonspiel am 12. September (Samstag) gegen Aufsteiger Schwarz-Weiß Bremen hat der Hockey-Club freilich noch viel zu tun. Die Basis schaffen die Delmenhorster gerade bei zahlreichen Testspielen, wie am vergangenen Wochenende bei einem internationalen Turnier auf der dänischen Halbinsel Seeland. Dort absolvierte das Hader-Team vier Begegnungen gegen den dänischen Meister Slagelse HK (0:5/2:5) und Regionalliga-Absteiger Rahlstedter HTC (0:9/0:3).

Junge Spieler sammeln Wettkampfhärte

„Unsere Leistung war völlig okay“, meinte Hader. „Wir hatten einen extrem kleinen Kader.“ Dieser steigerte sich am zweiten Tag und lieferte den beiden Gegnern gut Paroli. „Wir haben uns taktisch weiterentwickelt“, freute sich Hader. Außerdem wichtig: die vielen jungen Spieler sammelten ausreichend Wettkämpfhärte. Apropos junge Spieler: Auf den Nachwuchs wird Hader in der kommenden Saison verstärkt bauen. Zwangsläufig.

Starke Jugendspieler verlassen Verein in ihre Studienorte

Denn mit Jelte Petersen und Fridolin Lüschen haben in der Sommerpause zwei wichtige Spieler den HCD in Richtung des Zweitligisten Club zur Vahr verlassen; bereits im Winter war Friedemann Brockmeyer zum Berliner Zweitligisten SC Charlottenburg gewechselt. Hader sieht die Abgänge mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Die Abgänge sind ein Zeichen für die gute Jugendarbeit des HCD – und gleichzeitig dessen Krux. Denn es verlassen immer wieder die stärksten Akteure den Kader zu höherklassigen Mannschaften.

Standortnachteil zwischen Bremen und Oldenburg

Ein Problem ist für die Delmenhorster dabei der Standortnachteil zwischen den beiden Universitätsstädten Bremen und Oldenburg, sagt Hader. „Wir haben in der Stadt einen Wasserturm und die Grafttherme, aber eben keine Uni.“ Also dort, wo es die jungen Spieler in ihrer Ausbildungszeit hinziehe.

„Kader nicht schwächer als im Vorjahr“

Der große Traum des HCD, der Aufstieg in die Regionalliga, werde deshalb kurzfristig unerfüllt bleiben, ahnt Hader. Der sei erst in „vielleicht fünf bis zehn Jahren“ realistisch, wenn der HCD die Früchte seiner guten Jugendarbeit ernten will. Lamentieren will Auswahl-Trainer Hader aber nicht. Der letztjährige Tabellendritte sei ohne Verletzungspech und Ausfälle nicht schwächer als in der vergangenen Saison, versichert er. Haders Prognose: „Für uns ist in dieser Saison zwischen Platz zwei und sieben alles möglich.“