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Offensiver Neuzugang Patrick Degen ist beim SV Atlas schnell angekommen

Von Klaus Erdmann | 19.08.2016, 22:01 Uhr

Fußball-Landesligist SV Atlas Delmenhorst und Neuzugang Patrick Degen: Die Kombination passt bisher. Der Ex-Bockhorner erzielte in drei Pflichtspielen vier Tore.

Patrick Degen, der mit Landesliga-Aufsteiger SV Atlas heute, 16 Uhr, den SV Bevern erwartet, ist in vielerlei Hinsicht ein Neuzugang, der etwas aus dem Rahmen fällt: Er hat in drei Pflichtspielen vier Treffer erzielt, fungiert auch als Stützpunkttrainer, mag Buttermilch und Hannover 96.

Der Neue ist schnell angekommen. Die Parteien versichern sich große Wertschätzung. Beim SVA fühlen sich Zugänge stets gut aufgenommen. Kann Degen mit einer gegenteiligen Aussage dienen? „Nein,“ antwortet der 27-Jährige lachend. „Ich kann das nur bestätigen.“ Die Neuzugänge kämen hier in eine bestehende Mannschaft, die nur punktuell ergänzt worden ist. „Aber man merkt nichts von Cliquenwirtschaft. Es ist super kollegial und wir haben eine gute Mischung aus jüngeren und älteren Spielern.“ Atlas-Chefrainer Jürgen Hahn über Degen: „Wir wollten in der Offensive einen Linksfuß haben und einen erfahrenen Spieler, der Verantwortung übernimmt. In Bockhorn war Patrick der Leader schlechthin. Er passt als Typ zu uns.“ Er sei ein intelligenter Spieler, der viel hinterfrage.

Respekt vor Gegner Bevern

Mitaufsteiger SV Bevern, so Hahn, sei ein ambitioniertes Team, das zweimal unglücklich verloren habe. Auf die Offensivreihe müsse man aufpassen. Atlas habe beim 3:0 in Nordhorn gut gespielt, gewonnen und sich belohnt. Degen nennt Bevern einen „offensivstarken Gegner“, der souverän aufgestiegen ist. Es werde knapp. „Aber ich bin mir sicher: Wenn wir wieder unsere Leistung abrufen, bleiben die drei Punkte in Delmenhorst.“

Drei Pflichtspiele – vier Tore: Fühlt sich Patrick Degen als Spieler der Stunde? „Nee, aber natürlich bin ich froh darüber, wie der Anfang für mich gelaufen ist. Es ist wichtig, dass man das Vertrauen nach einem Wechsel zurückgibt.“ Er denke, dass der SVA gezeigt hat, dass er ein qualitativ starkes Team und auf allen Positionen gut besetzt ist. „Wir sind auf einem Level und das macht uns stark“, sagt Degen.

Wertvolle Zeit beim VfB Oldenburg

War er schon immer ein Torjäger? Antwort: „Ich habe immer schon in der Offensive gespielt. Beim VfB Oldenburg bin ich zum Stürmer geworden. Aber als Zehner fühle ich mich am wohlsten.“ Inmitten der langen Zeit beim BV Bockhorn, wo er als Fünfjähriger begann, hat er zwei Jahre lang für den VfB Oldenburg gespielt. Die Zeit habe ihm viel gebracht. Er habe viele nette Leute kennengelernt und sei mal aus seinem Dorf rausgekommen, betont er. Ein Dorf, das dem bekennenden Bockhorner wichtig ist: „Ich kenne viele Leute. Meine Familie wohnt im Umkreis von fünf Kilometern.“

Degen studiert Wirtschaftswissenschaften, Schwerpunkt Controlling und Finanzen. „Zur Zeit mache ich ein Praktikum. Demnächst folgt der Bachelor. Ich hoffe, dass ich Ende des Jahres fertig bin“, erzählt er. Dem Fußball ist er seit fast zwei Jahren auch als Stützpunkttrainer in Jever (DFB-Talentförderung) verbunden. Die Arbeit mit den U12- und U13-Spielern bereite ihm viel Spaß.

Kritik von Freundin Mary

Auch in dieser Hinsicht fällt Degen etwas aus dem Rahmen. Und er gibt in einem Gespräch mit der Atlas-Stadionzeitung „Buttermilch“ als Lieblingsgetränk an (und bestätigt diese Aussage auf Nachfrage). Und er sagt „Hannover 96“, wenn ihm die Frage nach dem Lieblingsverein gestellt wird („Das hat sich mal irgendwann so entwickelt. Vor vielen Jahren habe ich Gefallen an der Spielweise gefunden“). Und er bewegt sich auf dem schwierigen Feld der Selbstkritik sicher. Beim zweiten Jahr in Oldenburg habe es Verletzungspech gegeben, aber auch Spieler, die „einfach besser waren als ich“. Er könne einigermaßen einschätzen, ob er ein gutes Spiel gemacht habe oder nicht. Und außerdem spielt seine Freundin Mary auch Fußball. „Da wird schon mal Kritik geübt“, sagt Patrick Degen.