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Oldenburger Landesturnier 2016 Loort Fleddermann vom RC Hude genießt Ehrenrunden

Von Katrin Brandes und Lars Pingel | 24.07.2016, 15:57 Uhr

Finaltag des Oldenburger Landesturniers im Rasteder Schlosspark: Für Pferdesportler aus dem Kreisverband Delmenhorst gab es viele Medaillen. Den einzigen Titel holte Vielseitigkeitsreiter Loort Fleddermann vom RC Hude mit seinem Pony Sandro. Nanno Kohlschein mit Lantinus und Jelde Kohlschein mit Giovanni vom RV Ganderkesee gewannen bei den Pony-Springreitern Silber und Bronze. Siegerin im Großen Preis der Springreiter wurde im Stechen Kaya Lüthi vom RV Albersloh mit Castello.

Drei, vier Runden galoppierte Loort Fleddermann am Sonntagnachmittag mit seinem Pony Sandro um den Turnierplatz im Rasteder Schlossplatz. Um den Hals trug er eine Goldmedaille, um seinen Schultern hing eine blau-rote Schärpe. Die Plakette hatte er kurz zuvor vom Schirmherren des Oldenburger Landesturniers, Christian Herzog von Oldenburg, erhalten. Der 15-Jährige vom RC Hude wurde von tausenden Zuschauern von der voll besetzten Tribüne aus bejubelt. „Das waren zackige Runden“, sagte der Junioren-Landesmeister 2016 in der Vielseitigkeit lachend. „Das war schon ein echt cooles Gefühl.“

Die Ehrenrunden mit allen Landesmeistern, die während des vom Rasteder RRV ausgerichteten Landesturniers den Titel geholt hatten, waren der Lohn für eine starke Leistung, die Fleddermann bereits am Freitagabend geboten hatte, als ihm mit Sandro eine grandiose, fehlerfreie Geländerunde in der Prüfung der Klasse A gelungen war. Damit blieb es bei den 43,10 Strafpunkten, mit denen er am Tag zuvor die Dressur beendet hatte. Das war der Sieg in der Landesmeisterschaft. „Das ist für uns ein gutes Ergebnis“, sagte Fleddermann über die Dressur. „Sandro und ich haben halt viel mehr Spaß im Springen und im Gelände.“ Das bewiesen sie mit dem Null-Fehler-Ritt noch am Donnerstag und eben im Gelände.

2014 Landesmeister im Springen

Fleddermann wurde zum zweiten Mal Oldenburger Meister. 2014 hatte er sich den Titel ebenfalls mit Sandro im Springen der Ponyreiter gesichert. Einen dritten werden sie zusammen nicht erreichen, denn Loort Fleddermann muss altersbedingt in der kommenden Saison auf Großpferde wechseln. Auch dann wird er in seinen beiden Lieblingsdisziplinen starten, erzählte er: „Wir haben zwei junge Pferde, eins fürs Springen und eins für die Vielseitigkeit.“

Bruder übernimmt Sandro Holten die einzige Landesmeisterschaft für den KRV Delmenhorst: Loort Fleddermann vom RC Hude und Sandro. Foto: Rolf Tobis

Trotzdem könnte es sein, dass Sandro auch in den kommenden Jahren mit einem Reiter namens Fleddermann in Rastede für Furore sorgt. „Mein Bruder Joke möchte ihn weiterreiten, gerne in der Vielseitigkeit“, sagte Loort Fleddermann.

Viele Medaillen für den KRV Delmenhorst

Fleddermann war der einzige Landesmeister aus dem Kreisreiterverband Delmenhorst. Er war aber nicht der einzige, der eine Medaille mitbrachte. Okay, er war aber der einzige KRV-Reiter, der zweimal geehrt wurde, denn er gehörte auch zur Mannschaft des RC Hude, die in der Wertung der Vereinsmannschaften den dritten Rang belegte. Für das Team von Mannschaftsführer Lutz Harfst starteten auch Svenja Hempel mit Lanzelott, Tokessa Heyer mit Fräulein Sonnenschein, Hannah Hinrichs mit Der kleine Choco Boy und Stephan Geue mit Captain Jack. Sieger wurde der Ammerländer RC II vor seiner ersten Equipe.

In der Dressur überzeugte die Ponyreiterin Antonia Busch-Kuffner mit Conroyal. Sie belegte im Finale, einer Dressurprüfung der Klasse L mit Trense, den dritten Platz (67,868 Prozent). Damit sichert sie sich in der Landesmeisterschafts-Wertung Bronze. Den Titel gewann Johanna Sieverding vom RuFV Cappeln mit Da Capo’s Dancing Boy.

Antonia Busch-Kuffner überzeugte zudem im Jugend-Championat. Mit ihrem Dentleiner gewann sie mit der Wertnote 8.00 am Sonntag das Finale vor Deike Malin Ostermann vom RV Grüppenbühren mit Donnerlittchen (7.70). Das war auch der Endstand in der Championatswertung.

Silber und Bronze für Geschwister Kohlschein

Groß war die Freude im Hause Kohlschein am Sonntag. Die zwei Medaillen gefährden zumindest vorerst auch den Familienfrieden nicht. „Jetzt freuen wir uns erstmal riesig“, sagte Nanno Kohlschein am Sonntag, als er mit einer Silbermedaille um den Hals und seinem mit einer silbernen Schleife dekorierten Pony Lantinus vom Springplatz des Rasteder Schlossparks galoppiert war. Der Reiter vom RV Ganderkesee war kurz zuvor als Oldenburger Vizemeister der Pony-Springreiter geehrt worden. Direkt hinter ihm kam seine Schwester Jelde Kohlschein mit Giovanni auf den Abreiteplatz. Sie brachte die Bronzemedaille des Landesturniers mit. Nein, er werde sie nicht damit aufziehen, dass er einen Rang besser war, versicherte Nanno Kohlschein – und fügte dann doch grinsend hinzu: „Das kommt vielleicht in ein paar Tagen.“

Nanno Kohlschein gewinnt Finalprüfung

Nanno Kohlschein und Latinus waren am Sonntag auch schon mit einer goldenen Schleife ausgezeichnet worden. Sie hatten die Finalprüfung der Landesmeisterschaft gewonnen. Das brachte ihnen in der Gesamtwertung nach drei Konkurrenzen den zweiten Platz mit 109,50 Punkten. Jelde Kohlschein hatte 101,00 Zähler auf ihrem Konto. Der Meistertitel ging an die Zweitplatzierte der letzten Prüfung, Sarah Macotte von der RG Klein Roscharden mit Maffic (111,50).

„Es war aufregend“, sagten Nanno und Jelde Kohlschein über die Tage in Rastede. „So ein großes Turnier gibt es ja nicht so oft.“ Beide waren zum zweiten Mal für das Landesturnier qualifiziert. Sie konzentrieren sich, nachdem sie zunächst eine Zeit lang auch in der Dressur gestartet waren, inzwischen auf das Springen. Die Medaillen hätten sie nicht zuletzt ihrem Trainer zu verdanken. „Torsten Tönjes hat uns toll unterstützt“, sagten sie. „Er war immer dabei, wenn wir geritten sind und ist mit uns jedesmal vorher den Parcours abgegangen.“ Trotzdem gingen Nanno und Jelde Kohlschein davon aus, dass sie den Rest des Sonntags eingeladen werden. „Jetzt sind wir mal dran“, stellten sie lachend fest.

Dressurteam des RV Ganderkesee gewinnt Silber

„Ich bin schwer begeistert“, erklärte Jenny Tönjes, nachdem Sophie Engels mit Carosso, Julia Leichsenring mit Chanel, Pia Schulte mit Dornröschen und Nora Herrmann mit Someone like you aus dem Dressurviereck geritten waren. Die Mannschaftsführerin des Dressurteams des RV Ganderkesee hatte eine gelungene Kür der Klasse A von ihrem Quartett gesehen. Zu verschiedenen Filmmusiken überzeugte es mit einem flüssigen, harmonischen und synchronen Vortrag. Der wurde mit 33,7 Punkten aus den Noten der beiden Wertungsrichter belohnt. Das war die Silbermedaille. „Wir hatten nicht einmal damit gerechnet, dass wir das Finale erreichen würden“, erzählte Tönjes. „Bei uns steht der Spaß absolut im Vordergrund; wir trainieren auch nicht allzu oft.“

Am Freitagabend hatten sich die Ganderkeseerinnen gegen zehn Teams für die Entscheidung der besten Drei am Sonntag qualifiziert. „Sie haben sich dort deutlich gesteigert“, lobte Tönjes den Finalritt. „Sie waren noch synchroner und haben alles mehr rausgeritten.“ Die Kür habe es schon etwas länger gegeben. Da die Qualifikation für das Landesturnier im KRV Delmenhorst während des Pfingstturniers in Ganderkesee ausgetragen worden war, hätte sich das Team, aber in etwas veränderter Besetzung, entschlossen, sie beim Heimturnier wieder zu reiten. „Wir haben dann noch Sonnenbrillen und schwarze Krawatten genommen, damit das Thema noch besser umgesetzt wird“, erzählte Tönjes. Und schon am Donnermoor war mehr herausgesprungen als erwartet.

L-Dressurteam des KRV Delmenhorst Dritter

Sieger der A-Mannschaften wurde die TG Bad Zwischenahn mit 34,00 Punkten. Rang drei belegte der RuFV Saterland (32,50). Im Finale der Mannschafts-Dressurprüfung Klasse L wurde das Team des KRV Delmenhorst mit Ricarda Richter mit Stay Forever, Kerstin Matthiesen mit Highlight, Katja Stöver mit Fino Royal und Laura Warrelmann mit Dajour Dritter. Das Team, das von Alicia Lösekann vorgestellt wurde, erhielt 31,40 Punkte. Der Sieg ging an den KRV Oldenburger Münsterland (33,20) vor Friesland-Wilhelmshaven (32,90).

Kaya Lüthi gewinnt Großen Preis

„Wir mussten eine Entscheidung fällen“, sagte Kaya Lüthi vom RV Albersloh nach dem Großen Preis des Oldenburger Landesturniers im Rasteder Schlosspark. „Wir haben dann gesagt: Es wird schon irgendwie gehen.“ So ritt sie mit ihrem Castello mit nur drei Hufeisen in den Stech-Parcours der Springprüfung der Klasse S***. Der Achtjährige hatte eines während des ersten Umlaufs verloren. 46,57 Sekunden später kamen Lüthi und Castello als Sieger zurück auf den Abreiteplatz.

Lüthi gelang der einzige Null-Fehler-Ritt im Stechen, für das sich sechs Paare qualifiziert hatten. Sie startete als Letzte. „Deshalb konnte ich sehen, dass die anderen Fehler gemacht hatten“, erzählte sie. „Wir haben dann besprochen, dass wir einzügige Runde reiten und trotzdem vor allem versuchen, keinen Fehler zu machen.“

Hendrik Sosath auf Platz drei

Das gelang. Die 22-jährige Lüthi aus dem westfälischen Stadtlohn siegte damit vor Matthias Janßen vom RuFV Merzen mit Stabuck, dem zwar keinen Hindernisfehler machte, sich aber zwei Strafpunkte für das Überschreiten der erlaubten Zeit einfing. Dritter wurde Hendrik Sosath vom Stedinger RuFV Sturmvogel Berne auf Lady Lordana (4.00/47.38).