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Oldenburger Landesturnier 2017 110 Wettbewerbe für Pferdesportler in Rastede

Von Lars Pingel | 18.07.2017, 08:38 Uhr

An diesem Dienstag, 18. Juli, geht es los: Im Schlosspark in Rastede werden die ersten Prüfungen des Oldenburger Landesturniers 2017 ausgetragen. Im Zeitplan stehen 110 Wettbewerb für Spring-, Dressur- und Vielseitigkeitsreiter sowie für Gespann-Fahrer. Die Einspänner fahren sogar um den DM-Titel.

Manchmal machen leisen Beschwerden sogar ein bisschen stolz. „Mir haben Eltern erzählt, dass sie ihre Urlaubsplanungen verändern mussten, weil ihre Kinder unbedingt in Rastede starten wollen“, erzählte Michael George, Präsident des Reiterverbands Oldenburg, mit Blick auf das Jugendchampionat und den Talentförderpreis im Landesturnier, das an diesem Dienstag, 18. Juli, im Schlosspark in Rastede beginnt. Bis Sonntag stehen 110 Wettbewerbe für Spring-, Dressur- und Vielseitigkeitsreiter sowie für Gespann-Fahrer im Zeitplan. Darin finden sich, als Höhepunkt, auch die Prüfungen der deutschen Meisterschaft der Einspänner-Kutschen. „Wir erwarten 29 der besten Fahrerinnen und Fahrer Deutschlands – eine besondere Auszeichnung und weitere Aufwertung des Oldenburger Landesturniers“, freute sich der Organisationsleiter Torsten Schmidt.

Zwei Preise für Talente

Profis und Amateure, Routiniers und Talente freuen sich also auf ihre Starts im Oldenburger Landesturnier, das zum 69. Mal ausgetragen wird. Als „Investition in die Zukunft“ bezeichnen die Organisatoren vom ausrichtenden RuRV Rastede das Jugendchampionat und den Talentförderpreis. Der Reiterverband Oldenburg möchte mit Unterstützung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg „langfristig und nachhaltig junge Talente suchen und fördern“. Sie sollen an den Reitsport gebunden und „motiviert werden, sich und ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln.“ Dazu wurde eine Turnierserie ins Leben gerufen, deren Finals in Rastede stattfinden. Im Jugendchampionat starten, zum mittlerweile 15. Mal, junge Reiter bis 16 Jahre in einem Kombinierten Wettbewerb der Klasse E sowie in Dressur- und Springprüfungen der Klasse A. Im Talentförderpreis treten die Aktiven in Dressurreiterprüfungen und Stilspringen der einer Stufe höheren Klasse L an. In den Qualifikationsturnieren, unter anderem beim RC Hude, traten 350 Sportler in der A-Klasse und 100 in der L-Klasse an, berichtete George. Die jeweils 30 Punktbesten haben sich für das Landesturnier qualifiziert. Die sechs erstplatzierten Paare jeder Disziplin der Finals im Schlosspark werden in den Oldenburger Kader berufen. „Sie werden ein Jahr lang vom Reiterverband gefördert“, erklärte der Präsident. Dazu gehört, dass sie während der Wintersaison von „eigens engagierten Fördertrainern“ Unterricht erhalten. Klar, dass sich Talente, die die Startberechtigung für Rastede erreicht haben, dann auch vor der großen Kulisse ihr Können zeigen wollen. Urlaubsreise hin oder her.

Vielseitigkeit am Donnerstag und Freitag

Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitsreiter ermitteln im Schlosspark die Landesmeister des Reiterverbands Oldenburg, dem die Kreisverbände Delmenhorst, Oldenburg, Ammerland, Cloppenburg-Vechta, Oldenburger-Münsterland, Wesermarsch und Friesland-Wilhelmshaven angehören. In der Vielseitigkeit wird der Titel am Donnerstag (Springen, Dressur) und Freitag (Geländeritt) in den Klassen L (Reiter/Junge Reiter) und A (Junioren) vergeben. „Sie ist nicht mehr nur mit den alten Hasen besetzt“, freute sich Uwe Meyer, der im Organisationsteam für die Vielseitigkeit verantwortlich ist. 23 Startplätze seien in der L-Prüfung und 46 in der A-Prüfung vergeben worden, erklärte er: „Alle Reiter mussten sich qualifizieren.“

Je fünf Titel im Springen und der Dressur

Der Titelverteidiger in der Klasse A, Loort Fleddermann vom RC Hude, ist in diesem Wettbewerb nicht vertreten, er startet aber trotzdem in Rastede – und greift wieder in ein Titelrennen ein: in das der Junioren-Springreiter. Fleddermann ist daher bereits an diesem Dienstag gefordert. Um 10.25 Uhr beginnt die erste Wertungsprüfung seiner Altersklasse. Noch eher müssen die Teilnehmer an der Meisterschaft Junge Reiter/Reiter in Bestform sein: Ihre erste Konkurrenz eröffnet ab 7.30 Uhr das Turnier auf dem Springplatz. Auch für viele Dressurreiter beginnt der Wettstreit um die Goldmedaille und die blau-rote Schärpe bereits an diesem Dienstag. Ab 9 Uhr steht die erste Wertungsprüfung der Junioren auf dem Programm.

In den Disziplinen Springen und Dressur werden je fünf Titel vergeben: Nach den Finalprüfungen am Sonntag sind die Sieger und Platzierten der Junioren, Junge Reiter/Reiter, Reiter Leistungsklasse 1 - 3, Senioren und Pony-Reiter ermittelt. Dann steht auch die siegreiche Vereinsmannschaft fest, deren Reiter in den drei Disziplinen die meisten Punkte gesammelt haben. Außer der DM für die Einspänner wird in Rastede auch die Landesmeisterschaft der Zweispänner (Ponys und Pferde) ausgetragen. Zudem messen sich Vierspänner in Prüfungen der Klasse S, unter anderem am Samstag ab 13 Uhr in einem Geländefahren.

Großer Preis am Sonntag

Hochklassigen Sport versprechen ebenfalls die Spring- und Dressurwettbewerbe bis zur zweithöchsten Klasse S***, die im Oldenburger Landesturnier ausgeschrieben wurden. Für die Springreiter ist der mit 20000 Euro dotierte „Große Preis“ am Sonntag ab 16.30 Uhr wohl der Höhepunkt. Für diesen können sie sich in verschiedenen schweren Prüfungen der „Großen Tour“ vom Mittwochabend an qualifizieren. Obwohl das Landesturnier zeitgleich zum CHIO in Aachen stattfindet, haben viele sehr gute Reiter für Rastede gemeldet, freute sich das Organisationsteam um Turnierleiter Jan-Christoph Egerer, Vorsitzender des RuRV Rastede. „Uns fehlen deshalb zwar einige der ganz großen Namen“, sagte er. Trotzdem seien die Nennungszahlen „äußerst erfreulich“. Für die Große Tour im Springen hätten 53 Reiter genannt. „Im vergangenen Jahr waren es 36.“ In der Meldeliste stehen unter anderem Gilbert Böckmann (RuFV Lastrup), Patrick Döller und Patrick Stühlmeyer (beide RV Oldenburger Münsterland) und Gerd und Hendrik Sosath (beide Stedinger RuFV Sturmvogel).

Sandra Auffarth erst in Rastede, dann in Aachen

Außer Loort Fleddermann sind viele weitere Reiter aus sieben Vereinen aus dem KRV Delmenhorst für die Wettbewerbe des Landesturniers gemeldet. Darunter ist auch die Vielseitigkeits-Weltmeisterin Sandra Auffarth vom RV Ganderkesee, die für drei Springprüfungen am Dienstag und Mittwoch genannt hat, ehe sie am Freitag und Samstag beim CHIO in Aachen mit ihrem Paradepferd Opgun Louvo („Wolle“) in der Drei-Sterne-Vielseitigkeitsprüfung antritt.