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Olympische Spiele 2016 Sandra Auffarth gewinnt mit der Mannschaft Silber

Von Susanne Fetter und Lars Pingel | 09.08.2016, 19:49 Uhr

Ganderkesee/Rio de Janeiro. Sandra Auffarth hat bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro im Team-Wettbewerb der Vielseitigkeitsreiter die Silbermedaille gewonnen. Im abschließenden Springen blieb die 29-Jährige mit ihrem Wallach Opgun Louvo ebenso fehlerfrei wie Michael Jung (Horb) mit Sam und Ingrid Klimke (Münster) mit Horsware Hale Bob. Sieger wurde Frankreich. Auffarth gelang dann auch im zweiten Umlauf eine Null-Fehler-Runde, mit der sie sich in der Einzelwertung auf Platz elf verbesserte. Olympiasieger wurde Michael Jung.

Riesenjubel in Ganderkesee, Bergedorf und umzu – und in Rio de Janeiro: Den Grund dafür lieferte Sandra Auffarth vom RV Ganderkesee mit ihrem Wolle. Die 29-jährige Bergedorferin hat am Dienstag in einer spannenden Springprüfung bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro mit Opgun Louvo eine fast nicht mehr für möglich gehaltene Silbermedaille im Team-Wettbewerb der Vielseitigkeitsreiter gewonnen. Sie blieb mit ihrem 14-jährigen Wallach, der Opgun Louvo getauft worden war, im Mannschaftsfinale fehlerfrei. Als erste Starterin der Equipe legte sie so den Grundstein für die erfolgreiche Aufholjagd. Die lag nach der Dressur und dem Geländeritt auf Rang vier. Außer Auffarth bewältigten dann auch Ingrid Klimke (Münster) mit Horseware Hale Bob und Michael Jung (Horb) mit La Biosthetique Sam den Parcours ohne Fehler – Silber. Es war die erste Medaille überhaupt für die deutsche Olympia-Mannschaft in Rio.

Australien fällt zurück

Den Olympiasieg sicherte sich Frankreich mit Karim Laghouag, Mathieu Lemoine, Astier Nicolas, Thibaut Vallette mit 169,00 Strafpunkten. Die Franzosen waren von Platz drei aus in die Mannschaftsentscheidung gegangen. Zum deutschen Quartett, das 172,80 Strafpunkte auf dem Konto hatte, gehörte neben Auffarth, Klimke und Jung auch Julia Krajewski aus Warendorf mit Samourai du Thot. Krajewski durfte am Dienstag im Springen allerdings nicht mehr antreten. Die 27-jährige Olympia-Debütantin war am Montag beim Geländeritt nach drei Verweigerungen ausgeschieden. Die Bronzemedaille ging an Australien (175,30), das nach den ersten beiden Teildisziplinen in Führung gelegen hatte. Neuseeland (178,80) fiel vom zweiten auf den vierten Rang zurück. „Wir wussten, dass die Drei im Springen sehr sicher sind und dass sie in den letzten Jahren viele Null-Fehler-Runden abgeliefert hatten. Trotzdem ist es unglaublich, dass wir noch Silber gewonnen haben. Das ist schon toll“, sagte Bundestrainer Hans Melzer dem Fernsehsender „ZDF“. Im Gelände war Jung am Montag als einziger Reiter des deutschen Teams ohne Fehler geblieben, sodass es die Führung, die es nach der Dressur innehatte, abgeben und den Traum vom Gold aufgeben musste.

Michael Jung gewinnt die Goldmedaille

Jung hat dann mit Sam am frühen Abend in Rio de Janeiro noch die Chance, zum zweiten Mal nach 2012 Olympiasieger zu werden, eindrucksvoll genutzt. Der 34-Jährige, der in London mit seinem Wallach sogar Doppel-Gold gewonnen hatte, verteidigte im Finale der besten 25 Einzelreiter eindrucksvoll seine Führung in der Gesamtwertung, die er am Nachmittag übernommen hatte. Mit dem 16-jährigen Pferd blieb er zum zweiten Mal fehlerfrei. So beendete er den Wettbewerb mit seinen 41,9 Strafpunkten, mit denen er schon die Dressur beendet hatte. Zweiter wurde der Franzose Astier Nicolas mit Piaf d B’Neville (48,0). Bronze ging an Philipp Dutton (USA) und Mighty Nice (51,8).

Sandra Auffarth lobt ihren Wolle

„Ich bin super happy“, sagte Auffarth nach der spannenden Team-Entscheidung. Nach Jungs fehlerfreiem Ritt mussten sie und ihre Teamkollegen die Schlussreiter der Konkurrenten abwarten. Dem Franzosen Nicolas gelang eine Null-Fehler-Runde; sein Team blieb damit sicher vor Deutschland. Der Neuseeländer Mark Todd fing sich dann aber mit drei Hindernisfehlern zwölf Strafpunkte ein. Damit stand fest, dass das deutsche Team mindestens Bronze gewinnen würde. Der bis dahin in der Einzelwertung führende Australier Christopher Burton machte mit seinem Santano als letzter Starter zwei Fehler. Das bedeutete, dass das deutsche Quartett sogar auf den Silberrang vorgerückt war.

Auffarth im Einzel auf Rang elf

Auffarth, die nach Team-Gold und Einzel-Bronze in London 2012 bei ihren zweiten Olympischen Spielen die dritte Medaille gewann, zeigte auch im Finale der besten 25 Einzelreiter eine starke Leistung. Der zweite fehlerlose Ritt durch den Springparcours bewies, dass sie und Wolle in Bestform in Deodoro – dem Stadtteil von Rio de Janeiro, in dem die Reitwettbewerbe ausgetragen werden – angetreten waren. Eine noch bessere Platzierung als den elften Rang in der Einzelwertung hatten sie am Montag im Gelände durch eine Verweigerung an einem Wasserhindernis verpasst. „Das Pferd hat mir heute gesagt, dass es das nicht mit Absicht gemacht hat“, berichtete Auffarth. „Die Enttäuschung ist jetzt minimiert. Es hat heute viel Spaß gemacht, das Pferd war motiviert. Es war schöner, heute Silber zu gewinnen, als wenn wir Gold verloren hätten.“

Mit den beiden Null-Fehler-Ritten am Dienstag beendete Auffarth die Prüfung in der Einzelwertung mit 66,4 Strafpunkten. Sie schob sich vom 20. noch auf den elften Rang nach vorn. Klimke (69,5), die im Final-Umlauf einen Abwurf verzeichnete, belegte den 14. Platz.