Ein Angebot der NOZ

Pleite gegen Barnstorf/Diepholz TV Neerstedt steht neben sich

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 05.03.2017, 16:08 Uhr

Die Oberliga-Handballer des TV Neerstedt haben ihr Heimspiel gegen die HSG Barnstorf/Diepholz deutlich mit 21:32 (12:17) verloren.

Wer am Samstagabend um 21.11 Uhr in der Neerstedter Sporthalle am Schulweg noch nach ein wenig symbolträchtigen Gesten und Mienen suchen wollte, der musste am Ende der Begegnung der Handball-Oberliga zwischen dem TV Neerstedt und der HSG Barnstorf/Diepholz nur auf das Spielfeld schauen. Während die Spieler der HSG Barnstorf/Diepholz im Kreis hüpften und „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ skandierten, kamen die Akteure des TV Neerstedt ebenfalls noch kurz zu einem Kreis zusammen und bedankten sich bei ihren Fans, schlichen dann aber ziemlich bedröppelt von dannen. Aus einem einfachen Grund: Denn der TVN hatte das Spiel ziemlich deutlich mit 21:32 (12:17) verloren – und den erhofften Befreiungsschlag im Abstiegskampf verpasst.

Viel Kampf und Krampf

Während sich die langjährigen Rivalen früher packende und hochklassige Duelle lieferten, war diese Partie nichts für Handball-Feinschmecker. Die 220 Zuschauer sahen eine zähe, teilweise hitzige Begegnung zweier von Personalproblemen gebeutelten Konkurrenten, in der nicht die spielerischen Elemente, sondern Kampf und Krampf dominierten. Dazu nahmen auch die schwachen Schiedsrichter Ali Farhat und Nils Jansen ungewollt früh Einfluss darauf, dass auf beiden Seiten kaum Spielkultur zustande kam. Sie verhängten zum Unmut beider Teams und Fanlager viel zu früh Zwei-Minuten-Strafen. Das allerdings auf beiden Seiten mit der gleicher Konsequenz – mit der Folge, dass am Ende der ersten Halbzeit eine Zeitstrafe die nächste jagte. Für etwas mehr als eine halbe Minute standen sogar nur sieben Feldspieler (vier Neerstedter und drei Barnstorfer) auf dem Parkett. Am Ende der Partie hatten die Referees satte 19 Zwei-Minuten-Strafen verhängt.

Ohne Ole Goyert und Eike Kolpack fehlt die Torgefahr

Die mittlerweile elfte Saisonniederlage für den Turnverein war ein Spiel, in dem praktisch von Anfang alles schief lief. Der Schachzug von TVN-Trainer Jörg Rademacher, das Spiel mit den beiden Kreisläufern Philipp Hollmann und Julian Hoffmann zu beginnen, ging überhaupt nicht auf. Bevor sich die Gastgeber versehen hatten, lagen sie nach sechs Minuten mit 0:4 zurück, nach 14 Minuten dann sogar schon mit 2:9 in Rückstand. In der Abwehr fand Neerstedt praktischen keinen Zugriff auf die Gäste, im statischen Angriff machte sich vor allem auf der linken Seite das Fehlen zweier verletzter Leistungsträger bemerkbar. Ohne Außen Ole Goyert fehlte die Dynamik, ohne Eike Kolpack die Torgefahr aus dem Rückraum. Erst als TVN-Trainer Jörg Rademacher den A-Jugendlichen Mirko Reuter auf Rechtsaußen stellte und dessen Bruder Marcel auf halbrechts rechts gab es mehr Torgefahr. Über 6:10 (20.) ging Neerstedt schließlich mit einem 12:17-Rückstand in die Pause.

Nach dem Wechsel kämpfte sich Neerstedt von 14:20 (38.) auf 18:20 (42.) wieder zurück in die Partie. Doch die HSG Barnstorf/Diepholz, die entgegen der Ankündigung von Trainer Dag Rieken doch mehr angeschlagene Spieler als gedacht einsetzen konnte, spielte dann seine ganze Routine und individuelle Klasse aus, während bei den sieben eingesetzten Neerstedter Feldspielern zunehmend Kraft und Konzentration nachließen. Über 26:21 (53.) fuhr die HSG so ihren dritten Sieg in Folge ein. Dass Neerstedts Hollmann in der Schlussphase von den Schiedsrichtern eine Zwei-Minuten-Strafe erhielt, obwohl Andrej Kunz das Foul begangen hatte, war zwar nicht spielentscheidend, passte aber ins Bild des völlig verkorksten Neerstedter Samstagabends.