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Pokalfinale der Fußballerinnen Kickers Ganderkesee träumt vom Wunder zum Abschied

Von Daniel Niebuhr | 11.06.2015, 15:00 Uhr

Die Frauen von Kickers Ganderkesee wollen gegen den haushohen Favoriten TV Jahn III den Kreispokal holen – bevor sie den Verein wechseln.

Manche Konstellationen sind so kurios, dass selbst die Beteiligten nicht wissen, ob sie lachen oder trauern sollen. Vermutlich wird man bei Tim Kirchhoff am Sonntag beides erleben, wenn der Vorsitzende der Kickers Ganderkesee vielleicht den größten Tag in der Geschichte seines Klubs erlebt, der gleichzeitig – so viel steht schon fest – einer der traurigsten ist, seitdem die Kickers 2008 gegründet wurden. Im Ganderkeseer Stadion am Habbrügger Weg ist das Frauenteam des kleinen Vereins am Sonntag ab 14 Uhr Gastgeber für den Kreisliga-Meister TV Jahn III im Kreispokal-Finale und hat die Chance, den ersten offiziellen Titel überhaupt zu holen. Nach der Siegerehrung endet die Geschichte des Frauenfußballs bei den Kickers aber erst einmal: Die Mannschaft wechselt komplett zur SG Bookhorn. „Es ist für sie das letzte Spiel bei uns. Ihrem alten Verein wollen sie vorher aber noch den größten Erfolg der Vereinsgeschichte schenken“, sagt Kirchhoff.

Jahn mit 41 Siegen aus den letzten 43 Spielen

Es wäre eine perfekte Geschichte, wenn die Ganderkeseerinnen tatsächlich am Ende des Tages den Pokal in die Höhe stemmen könnten; dieses Happy End ist nach menschlichem Ermessen aber unwahrscheinlich. Die Kickers sind krasser Außenseiter gegen Jahns Dritte, die seit 2013 41 ihrer letzten 43 Pflichtspiele und schon in der vergangenen Saison das Double gewonnen hat. Die Ligaspiele endeten aus Ganderkeseer Sicht 0:6 und 1:8, kein Mutmacher für ein mögliches Fußball-Wunder. Auch die Halbfinalspiele lassen bei der Favoritenrolle keine zwei Deutungen zu: Jahn spazierte bei den Sportfreunden Littel zu einem 8:0, Ganderkesee siegte im Elfmeterkrimi mit 8:6 gegen den TuS Vielstedt. Weil die Kickers aber nicht nur Titelanwärter, sondern auch Gastgeber sind, hofft Klubchef Kirchhoff trotz oder gerade wegen der vermeintlich klaren Ausgangslage auf ein großes Publikum: „Die Teams würden sich sicher über einen würdigen Rahmen freuen.“