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Prävention und Ehrenamt wichtig Der TV Hude – mehr als nur ein Sportverein

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 04.08.2016, 09:46 Uhr

Die Betreuung der Ehrenamtlichen, ein Ehrenkodex für die Mitglieder oder der Bau der neuen Sportanlage am Vielstedter Kirchweg: Das sind drei Themen, die beim TVH derzeit verstärkt im Fokus stehen.

In der Sommerpause saßen Marlies Pape, Sebastian Zwiener, Thomas Voigt und Felix Lingenau wie üblich in regelmäßigen Abstand zusammen und machten sich Gedanken über ihren Verein. Ihr Verein, das ist der TV Hude. Die drei Vorständler und der Sportreferent des Turnvereins sprachen bei ihrem Brainstorming über die vergangenen Wochen, aber natürlich auch über die Zukunft. Dabei stellte sich das Quartett diese Frage: „Was machen wir eigentlich außer dem normalen Sportangebot?“

Klar, die Handballerinnen (als HSG Hude/Falkenburg) pendeln seit Jahren zwischen Liga 3 und 4, die Tischtennis-Abteilung feierte viele Erfolge, auch die anderen zehn Abteilungen machen sehr gute Arbeit. Doch auch außerhalb der sportlichen Aktivitäten ist das Spektrum des TVH sehr groß. „Wir machen mehr als nur reinen Sport“, betonen Zwiener, Pape, Voigt und Lingenau unisono.

Diese Aufgaben und Angebote noch bekannter, noch transparenter, noch zugängerlicher zu machen, hat sich der Vorstand neben den üblichen Arbeit auf die Fahne geschrieben. Einig ist er sich dabei in diesem Punkt: Auch beim TV Hude läuft nichts ohne die Ehrenamtlichen. „Die Förderung des ehrenamtlichen Engagements ist derzeit unser größtes Projekt“, erzählt Lingenau. 2235 Sportler waren laut dem Kreissportbund im Sommer 2015 Mitglied im TV Hude. Diese Zahlen sind relativ konstant. Doch die Bereitschaft sich im TVH zu engagieren nimmt mehr und mehr ab. Eine Erkenntnis, die nicht nur den TVH mit seinen rund 250 Ehrenamtlichen, sondern praktisch alle Sportverein betrifft. „Wir sind noch relativ gut aufgestellt“, betont Lingenau. „Das Problem ist nur, dass einzelne Personen immer mehr Aufgaben übernehmen.“

Die Schwimmer als Pilotabteilung

Die Aufgaben besser zu verteilen, neue Ehrenamtliche zu gewinnen, ausgeschiedene Übungsleiter vernünftig zu verabschieden, alte Trainer vielleicht wieder zurückzugewinnen – diese Themen versucht der TVH so gut es geht, zu optimieren. Wie das klappen kann, erarbeiten derzeit die Schwimmer in gemeinsamen Workshops unter anderem mit dem Landessportbund. „Die Schwimmer sind in dieser Hinsicht unsere Pilotabteilung“, erklärt Lingenau. Die Erfahrungen, die die Schwimmer sammeln, könnten auf Dauer allen Abteilungen, allen Sportlern, allen Mitgliedern helfen, glaubt Lingenau.

Denn im Sportverein gibt es genug zu tun. Über Angebote wie das Sportabzeichen, die Kooperation mit Grundschulen oder dem Betriebssport, die Arbeit mit Flüchtlingen und vor allem dem „explodierenden Rehasport“ (Lingenau“) bewegt der TV Hude laut eigenen Angaben mehr als 3300 Menschen. Eine Zahl auf die Lingenau und Co. stolz sind und für die gute Arbeit im Turnverein stehe. Ebenfalls bemerkenswert: Viele Flüchtlinge, die in die Angebote und Sparten des Huder Vereins reingeschnuppert haben, sind mittlerweile vollwertige Mitglieder beim TVH.

Auch in Zukunft für alle Altersgruppen attraktiv zu bleiben – das ist der Führungscrew außerdem ein wichtiges Anliegen. Deshalb hofft der Vorstand, dass er spätestens ab 2017 seine Anlage am Vielstedter Kirchweg grundlegend sanieren kann. Die derzeitige Anlage verfüge schon lange nicht mehr über die notwendigen Qualitätsstandards, erklärt Lingenau. Sportfeste oder andere Wettbewerbe konnte der TVH schon lange nicht mehr ausrichten. „Imagepflege konnten wir dort nicht gerade betreiben.“

TV Hude will „gestalten, nicht verwalten“

Das soll sich bald ändern. Denn der TVH hat den Bau von Kunststoff-Sportflächen für den Vereins- und Schulsport rings um den Allwetterplatz geplant, insbesondere einer Tartan- anstelle der bisher vorhandenen Aschenbahn. Der Rat hat dafür bereits sein Okay gegeben, jetzt müssen nur noch die Mitglieder für das rund 480000 Euro teure Teilprojekt stimmen. Das zweite Teilprojekt, das auf der Anlage bald in Angriff genommen wird, ist der Bau des Kunstrasenplatzes (geschätzte Kosten: 650000 Euro). Dieses wird der FC Hude zusammen mit den Fußballern des TuS Vielstedt und der SF Wüsting stemmen. Der Turnverein zeigt, dass er auch abseits seiner zwölf Abteilungen die Augen offen hält

Seit ihrer Jahreshauptversammlung 2015 hat sich der TVH das Thema sexualisierte Gewalt auf die Fahne geschrieben. In einer Art Ehrenkodex verpflichten sich alle Mitarbeiter und Trainer, haupt- und ehrenamtliche, ihr erweitertes polizeiliches Führungszeugnis dem Verein vorzulegen. Außerdem werden die Übungsleiter in Fortbildungen und Workshops geschult. Lingenau betont: „Wir gehen das Thema sexualisierte Gewalt offensiv an.“ Ebenfalls ein Thema, mit dem der TVH zeigen will: Er besteht mehr als nur aus Sportangeboten.