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Preis der Besten 2017 Dressurreiterin Rebecca Horstmann startet in Warendorf

Von Lars Pingel | 19.05.2017, 10:43 Uhr

Für die Dressurreiterin Rebecca Horstmann vom RV Ganderkesee und ihren Wallach Friend of mine beginnt mit dem „Preis der Besten 2017“ in Warendorf die Serie der EM-Sichtungen. Die beiden starten dort als Weltranglisten-Erste.

An diesem Freitag, 19. Mai, machen sich Rebecca Horstmann und ihr Wallach Friend of mine, den sie viel lieber Fridolin nennt, auf den Weg nach Warendorf. Dort richtet die Deutsche Reiterliche Vereinigung den „Preis der Besten“ aus. Die stärksten nationalen Nachwuchsreiter der Altersklassen Children, Ponyreiter, Junioren und Junge Reiter treten dort bis Sonntag in den Disziplinen Springen, Dressur und Voltigieren an. Die Wettbewerbe sind die erste Sichtung für die Kader für die Europameisterschaften 2017. Damit nimmt eine Saison richtig Fahrt auf, in der die 17-jährige Dressurreiterin vom RV Ganderkesee schon etwas erreicht hat, das in einem Rückblick darauf die Bezeichnung „absoluter Höhepunkt“ bekommen wird: Seit dem 2. Mai belegen Rebecca Horstmann und Fridolin den ersten Platz in der Weltrangliste der Junioren-Dressurreiter. „Unglaublich“, schwärmt Horstmann auch etwas mehr als zwei Wochen, nachdem der Weltverband FEI seine Bestenlisten veröffentlicht hatte: „Von klein auf wollte ich dort immer mal sein. Ein Traum ist wahr geworden.“

Rebecca Horstmann ist „positiv gestimmt“

Horstmann weiß allerdings ganz genau, dass diese Belohnung für die konstant guten Leistungen auf höchstem Niveau sicherlich dazu führt, dass viele wieder mehr von ihr und dem von ihr und ihrer Familie selbst gezogenen und selbst ausgebildeten neunjährigen Oldenburger erwarten. Sie selbst macht das nicht. „Ich vermeide es, mir große Ziele zu setzen, wenn ich weiß, dass so viele Hindernisse kommen“, sagt sie mit Blick auf die nächsten Aufgaben im Allgemeinen und den „Preis der Besten“ im Besonderen. „Ich bin aber positiv gestimmt“, fährt Horstmann fort. „Wir haben gut trainiert. Wir werden unser Bestes geben und schauen, was dann herauskommt.“ Im vergangenen Jahr 2016 waren das unter anderem Mannschaftsgold bei der EM und der Deutsche Meistertitel.

Ganderkeseerin gewann Sichtungsturnier

Doch: Weltranglisten-Erste, die Saison 2016 – das alles gilt von Freitag an auf dem langen, schweren Weg zur EM 2017, die vom 8. bis 13. August in Roosendaal in den Niederlanden stattfindet, nichts mehr, erklärt Horstmann. „Keiner bekommt bei uns einen Bonus.“ Denn die Konkurrenz ist stark, lobt die Ganderkeseerin. Auch weil einige Talente, „die tolle Leistungen zeigen können“, in die eh schon gut besetzte Junioren-Klasse aufgerückt sind. Das bewiesen bereits die beiden Sichtungsturniere – das in Hagen gewann Horstmann – für den „Preis der Besten“, nach denen 21 Paare für Warendorf nominiert wurden. Die 17-Jährige und Fridolin werden dort an diesem Samstag ab 9.30 Uhr in einer Dressurprüfung der Klasse M** (EM-Mannschaftsaufgabe) und am Sonntag ab 8.30 Uhr erneut in einer Dressurprüfung der Klasse M** (EM-Einzelaufgabe) starten. Beide sind für das Ergebnis maßgebend. „Die Gesamtwertung errechnet sich aus der Addition der Punkte aus der ersten und zweiten Wertungsprüfung, wobei die Punktzahl der zweiten Wertungsprüfung mit 1,5 multipliziert wird“, heißt es in der Ausschreibung. Horstmann freut sich auf das Turnier. „Ich kenne die meisten der Reiter“, erzählt sie. „Viele sind gute Freunde.“

Intensive Vorbereitung

Um nicht nur in Warendorf, sondern auch in den folgenden Sichtungs-Konkurrenzen wie dem Pfingstturnier in Wiesbaden oder den „Future-Champions“ in Hagen das Beste geben zu können, haben sich die 17-Jährige und der Wallach intensiv vorbereitet. „Das wird eine richtige Aufgabe“, sagt Horstmann. „Deshalb freue ich mich, dass es Fridolin so gut geht. Zuletzt haben wir auch einiges für die Kondition gemacht.“ Im Winter war das Training sogar zweigeteilt, denn für die Ganderkeseerin ist die Saison 2017 die letzte bei den Junioren. Daher tauchen in den Einheiten schon seit längerem und immer häufiger Elemente aus den schwereren Prüfungen der Jungen Reiter auf. Das sei, erzählt Horstmann, aber ganz im Sinne von Fridolin. „Er möchte beschäftigt werden, will immer etwas Neues lernen. Er ist unglaublich ehrgeizig“, lobt sie. Das führt aber nicht dazu, dass sie Angst haben muss, dass er während eines Ritts im Turnier-Viereck durcheinander kommt. „Während der Aufgabe ist er voll konzentriert. Er hat die Ohren immer zu mir. Er macht immer den allerbesten Job.“ Das liegt auch daran, dass er sich auf den größeren Bühnen besonders wohlfühlt. „Sobald Zuschauer um ihn herum sind, ist er voll da“, bestätigt Horstmann lachend: „Er ist eine Rampensau.“

Große Unterstützung von der Familie

Mit seiner Reiterin bildet Fridolin ein eingeschworenes Gespann. Das bereitet sich gemeinsam auf ihre Auftritte vor den Wertungsrichtern vor. „Meine Konzentrationsphase ist relativ lang“, berichtet Horstmann. Schon zwei Stunden vorher zieht sie sich ins Stallzelt zurück, auch um runterzufahren. Dazu gehört die Vorbereitung ihres Pferdes. „Ich bin immer bei Fridolin“, erzählt die 17-Jährige. „Das ist mir wichtig. So finde ich raus, wie er drauf ist.“ Danach richtet sich dessen letzte Vorbereitung, zu der dann auch schon mal eine Massage gehören kann. Es gibt dabei übrigens nur eine Sache, die sie nicht selbst macht. „Meine Mutter flechtet ihn ein, dafür habe ich nicht so das Talent“, gesteht Horstmann grinsend. Dass Mutter Anne, Vater Klaus und am besten auch Bruder Marius Horstmann, der selbst in Springprüfungen bis zur Klasse S erfolgreich ist, sie zu den großen Turnieren begleiten, bedeute ihr sehr viel und trage ebenfalls eine Menge zu ihrem Erfolg bei, erzählt Rebecca Horstmann. So wird es auch in Warendorf sein, also können sie und Fridolin im gewohnten Umfeld ihr Bestes geben. Und vielleicht schon ein weiteres Kapitel für einen Saisonrückblick schreiben.