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Radmarathon in Norwegen Quintett des RV Urania besteht die große Kraftprobe

Von Daniel Niebuhr | 05.07.2015, 12:00 Uhr

Fünf Delmenhorster vom RV Urania erreichen beim Radmarathon in Norwegen nach 550 Kilometern das Ziel. Das Quintett braucht für die Strecke von Trondheim nach Oslo nicht ganz 24 Stunden.

Um Mitternacht musste das tapfere Quintett des RV Urania doch einmal kurz Pause machen. Die Beine der fünf Delmenhorster Radfahrer waren schwer, doch der Zwischenstopp an der Verpflegungsstation bei Kilometer 420 im Süden Norwegens hatte einen anderen Grund: Urania-Vertreter Thomas Hagen hatte seinen 50. Geburtstag. Ein kleines Glas Sekt konnte man sich erlauben – auch bei einem der härtesten Radmarathons der Welt.

Name des Rennens bedeutet: Die große Kraftprobe

„Den Store Styrkeprøven Trondheim-Oslo“ heißt das Rennen offiziell, dem sich Hagen und seine Mitstreiter Cord Lange, Endy Bonke, Jürgen Lösekann und Vereinsvorsitzender Joachim Brinkmann in Norwegen kürzlich gestellt haben – übersetzt: Die große Kraftprobe. 550 bergige Kilometer von Trondheim in die norwegische Hauptstadt Oslo. „Einmal im Leben“, sagt Hagen, „sollte das jeder leidenschaftliche Radrennfahrer einmal gemacht haben.“

Malerischer Ausblick auf 1187 Höhenmetern

Nach der Überfahrt mit der Fähre von Dänemark nach Oslo und der Weiterreise in den Startort Trondheim brachen die Delmenhorster in den frühen Morgenstunden zum Rennen auf – um 6.33 Uhr, um genau zu sein. Sie hängten sich an eine Gruppe und absolvierten die ersten 120 Kilometer in ruhigem Tempo, das auch der norwegischen Landschaft geschuldet war: Auf den ersten 200 Kilometern ging es fast durchgehend bergauf. Auf 1187 Höhenmetern wurden die Fahrer aber mit Sonnenschein und einem malerischen Ausblick belohnt. „Die Stimmung war trotz der Anstrengung spitze“, erzählt Hagen.

Zielzeit: 23 STunden, 42 Minuten und sechs Sekunden

Das Wetter hielt auch bei den teilweise waghalsigen Abfahrten, die immer wieder von „giftigen, kleinen Anstiegen“, unterbrochen wurden, wie Hagen berichtet. Nach Einbruch der Dunkelheit und der erwähnten Geburtstagspause, wurde es stiller in der Runde – die Müdigkeit forderte ihren Tribut.

Der Schlussspurt zog sich schließlich auch in die Länge – denn der Veranstalter hatte das Ziel auf einem Berg platziert. Nach 23 Stunden, 42 Minuten und sechs Sekunden erreichte die Delmenhorster Delegation aber letztlich das Ziel. „Wir waren alle einfach glücklich, diesen Kraftakt beendet zu haben“, sagt Hagen. Dass die Fünf auf dem geteilten 994. Platz bei den Männern landeten, war da nur eine Randnotiz.