Ein Angebot der NOZ

Randnotizen zum Atlas-Aufstieg Von knappsten Entscheidungen, Bierfässern und Tattoos

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 30.05.2017, 09:00 Uhr

Der SV Atlas Delmenhorst spielt in der Saison 2017/2018 in der Fußball-Oberliga. Wir haben einige Randnotizen zum Aufstieg gesammelt.

 Knappste Titelentscheidung seit 1994. Das Saisonfinale in der Landesliga Weser-Ems war irre, elektrisierend, dramatisch. In den 90 Minuten plus Nachspielzeit wechselte die Meisterschaft mehrmals hin und her. Am Ende wurde der SV Atlas Meister, weil er die um nur drei Treffer bessere Tordifferenz hat. Es war – so hat es die Oldenburgische Volkszeitung recherchiert – die erste Landesliga- bwz. Bezirksoberliga-Entscheidung mit zwei punktgleichen Teams seit 1994. Damals machte Concordia Ihrhove mit zwei Toren Vorsprung das Rennen – vor dem SV Bad Rothenfelde. (Weiterlesen: SV Atlas stürmt in die Oberliga) 

 Bierfässer rollen in die Salinenstadt. Apropos Bad Rothenfelde: Ohne den beherzten Auftritt der Salinenstädter beim 3:3 gegen BW Lohne wäre Atlas nicht Meister geworden. Der Ex-Spitzenreiter musste im letzten Saisonspiel ohne zahlreiche Stammspieler auflaufen und hatte nur 14 Akteure im Kader; darunter Ersatztorwart Felix Zimmermann, der in der Endphase der Partie selbst noch mitkicken musste. Doch Bad Rothenfelde gab im letzten Spiel unter der Regie des scheidenden Trainers Günter Baerhausen alles. Ein Indiz waren die sieben Gelben Karten für den SVR (Lohne: null). Ein Atlas-Sponsor versprach nach dem beherzten Auftritt der Mannschaft aus dem Südkreis Osnabrück: „Wir werden jetzt einige Bierfässer nach Bad Rothenfelde rollen.“

 Büsing lässt sich SVA-Tattoo stechen. Versprochen ist versprochen: Auf einem gemeinsamen Mannschaftsessen schworen sich die Atlas-Akteure ein, dass jeder seinen Anteil zur Meisterschaft geben solle. Dort verkündete Co-Trainer Marco Büsing dies: „Wenn wir aufsteigen, lasse ich mir ein Atlas-Tattoo stechen.“ Zu diesem Einsatz stand Büsing dann selbstverständlich auch wenige Minuten nach dem Happy End im irren Saisonfinish. „Das Tattoo kommt auf die Wade“, erklärte Büsing und fügte schmunzelnd hinzu: „Die anderen Stellen am Körper würde meine Freundin wohl nicht mitmachen.“

 Janssen „klaut“ sich den Spielball. In der Bundesliga stechen die Fans nach Meisterschaften und Klassenerhalts-Party gerne ein Stück Rasen aus oder schneiden ein Stück vom Tornetz ab, Spieler nehmen dagegen nach großen Titeln oder Toren lieber den Spielball mit. So machte es auch Abräumer Dennis Janssen, der während der blau-gelben Feierlichkeiten den Spielball seiner Familie übergab mit der Bitte: „Versteckt den gut und gebt den nicht wieder her.“