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Reaktionen auf das Suarez-Tor Messi-Elfer landet nicht auf Stenumer Trainingsplan

Von Lars Pingel | 16.02.2016, 19:40 Uhr

Die Elfmeter-Variante von Lionel Messi und Luis Suarez wird nicht in den Trainingsplan des VfL Stenum aufgenommen. Der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses, Harald Theile, ist sich sicher, dass auch die Referees im Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst den Treffer anerkannt hätten.

Die 82. Minute im Stadion Camp Nou in Barcelona, die am Sonntag 72.580 Zuschauer begeisterte und seitdem Fußball-Fans in aller Welt beschäftigt, hätte (fast) keinen der Schiedsrichter im Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst vor ein Problem gestellt. Davon ist Harald Theile, Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses, überzeugt. „Das ist mit Sicherheit ein Thema in den Anwärterlehrgängen“, erklärt der Ahlhorner, warum er sich völlig sicher ist, dass „seine“ Referees genauso entschieden hätten wie Alejandro Jose Hernandez. Sie hätten den Treffer, mit dem Luis Suarez das 4:1 für den FC Barcelona im Spiel gegen Celta Vigo (6:1) erzielte, ebenfalls anerkannt. Lionel Messi hatte den Ball vom Elfmeterpunkt nur leicht nach vorne rechts geschoben statt ihn auf das Tor zu schießen. Suarez lief heran und knallte die Kugel dann ins Netz.

Theile schaut genau hin

„Das war regelkonform“, sagt Theile auf die Frage, ob ein Elfmeter auch indirekt ausgeführt werden darf. Messi habe den Ball nach vorne gespielt und sein Sturmpartner sei, als der Argentinier den Ball berührte, gerade noch außerhalb des Strafraums gewesen. Das seien die Voraussetzungen, die im Regelwerk festgelegt sind. „Ich habe mir die Szene noch ein paar Mal angeschaut“, erzählt Theile. Er habe so etwas als Schiedsrichter oder auch als Zuschauer allerdings noch nicht erlebt.

Prominente Vorreiter

Marcel Bragula, Coach der Landesliga-Mannschaft des VfL Wildeshausen, war dagegen schon einmal Zeuge eines Versuchs, der daneben ging. „Das ist aber schon lange her. In einem Testspiel, ich war noch Trainer unserer Zweiten, hat der VfL Stenum so etwas mal ausprobiert“, erzählt er. Torwart Sven Neuefeind habe den Schuss gehalten.

„Das ist ja nichts Neues“, sagt Bragula auch über das Tor und erinnert an einen Doppelpass von Johan Cruyff und Jesper Olsen in einem Spiel von Ajax Amsterdam im Jahr 1982. Oder an den völlig misslungenen Versuch von Robert Pires und Thierry Henry 2005, die damals für Arsenal London aufliefen.

Variante nicht verboten

Bragula wusste nicht, ob seine Spieler darüber nachdenken, diese Variante auszuprobieren. Verbieten werde er es ihnen nicht, sagt der VfL-Trainer – und schiebt sofort hinterher: „Die Hauptsache ist, dass der Ball im Tor landet. Wenn nicht, gibt es etwas auf die Löffel.“ Er bespreche mit seinen Spielern aber solche und andere Regelfragen, berichtet Bragula. „Ich habe sie, zum Beispiel, darauf hingewiesen, dass der Elfmeterschütze, wenn er den Pfosten oder die Latte getroffen hat, den abpallenden Ball nicht direkt ins Tor schießen darf.“

Baake gefällt der Treffer

Der Suarez-Treffer „wird bei uns in der Kabine ein Thema sein“, sagt Thomas Baake, Trainer des Bezirksligisten VfL Stenum. „Da bin ich mir sicher.“ Er geht davon aus, dass die Barcelona-Profis die Aktion vor dem Spiel abgesprochen haben. „Ich denke, dass du so etwas auch üben musst“, sagt er. „Im Grunde mag ich verrückte Sachen. Ich habe den Elfmeter gesehen und fand ihn super.“ In dem Trainingsplan für seine Mannschaft wird das Einstudieren dieser Variante aber wohl trotzdem nicht auftauchen. „Ein Elfmeter ist eine 100-prozentige Chance. Die musst du nutzen“, erklärt der VfL-Trainer. Dass das nicht immer gelingt, sei klar und auch kein Problem, wenn der Schütze direkt auf das Tor schießt. Anders sieht die Sache aber aus, wenn die indirekte Variante nicht zu einem Treffer führt. „Wenn die nicht klappt, gibt es Ärger“, bestätigt Bragula. „Nicht nur mit mir, sondern mit der ganzen Mannschaft.“