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Regionalliga-Start in Andervenne Jahn Delmenhorst will Aufstiegseuphorie mitnehmen

Von Frederik Böckmann | 29.08.2015, 14:14 Uhr

Agieren statt reagieren, Offensiv-Fußball statt Mauertaktik: Mit dieser Losung startet der Aufsteiger TV Jahn Delmenhorst am Sonntag beim SV Andervenne in die Regionalliga-Saison.

Die Rechnung von Claus-Dieter Meier klingt einfach. „Wir brauchen 20 Punkte“, sagt der Trainer der Fußballerinnen des TV Jahn Delmenhorst. 20 Punkte reichen natürlich nicht, um in der Regionalliga Nord oben mitzuspielen. Doch mit diesen 20 Punkten nach 22 Begegnungen würde der Aufsteiger den Klassenerhalt realiseren, glaubt Meier vor dem Saisonstart am Sonntag (14 Uhr) beim SV Heidekraut Andervenne – und klingt dabei felsenfest überzeugt, dass sein Team das gesteckte Saisonziel in der neuen Klasse erreicht.

Bis zu drei Mannschaften steigen ab

In der Zwölfer-Staffel steigen die beiden letzten Mannschaften ab. Eventuell kommt noch ein dritter Absteiger dazu; je nachdem, welche Mannschaften die 2. Liga verlassen müssen. Die Zielsetzung ist also klar: Jahn muss die Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz beenden. Wobei Trainer Meier glaubt, dass sich die Liga mit so klangvollen Namen wie dem HSV, Werder Bremen II oder dem TSV Havelse in zwei Gesellschaften aufteilen wird. „Die eine Hälfte spielt oben mit, die andere unten“, sagt Meier.

Umso wichtiger sei es, gut aus den Startlöchern zu kommen. „Wir wollen unsere Aufstiegseuphorie mitnehmen“, sagt Meier. Sein Team soll die „positive Geschichte“ der vergangenen Saison in dieser Spielzeit um ein erfolgreiches Kapitel weiterschreiben.

Trainingsintensität erhöht

Dass der frühere Bundesligist bei seiner Rückkehr in der Regionalliga auf mehr Widerstand als in vielen Oberliga-Partien treffen wird, ist den Delmenhorstern bewusst. „In der Regionalliga wird wesentlich körperbetonter gespielt“, weiß Meier. „Das Spiel ist athletischer, die Zweikämpfe werden härter geführt.“ Doch darauf sind die Jahn-Frauen vorbereitet. Meier hat in der langen Vorbereitungsphase die Intensität der Einheiten nach oben geschraubt, auch der Umfang wurde erhöht: Die Jahnerinnen trainieren jetzt drei statt bislang nur zwei Mal die Woche.

Von seiner Spielphilosophie will Meier auch eine Etage höher nicht abweichen. „Wir werden weiterhin aggressiv nach vorne draufgehen“, kündigt Meier an. Agieren statt reagieren, Offensiv-Fußball statt Mauertaktik – mit dieser Losung sieht der Coach seine Mannschaft am besten aufgestellt. „Das macht auch mehr Spaß. Wir wollen uns Chancen erspielen und nicht auf ein 0:0 hoffen.“

Viele Spielerinnen können eine Partie entscheiden

Für Torgefahr sorgen soll vor allem Rückkehrerin Nahrin Uyar: Die Ex-Bremerin sei zwar körperlich noch nicht in Topform, mache aber „aus zwei Chancen definitiv ein Tor“, freut sich Meier. Das TVJ-Spiel ankurbeln soll die dribbelstarke Anna Mirbach, die mit ihrer Spielweise zunehmend besser in das Mannschaftsgefüge passt. Aber auch den jungen Nathalie Heeren und Neele Detken oder Sandra Göbel attestiert Meier weitere Fortschritte ihrer Entwicklung. „Wir haben viele Spielerinnen, die unser Spiel prägen können“, glaubt er.

Das sollen sie auch beim Auftritt in Andervenne. Meier sieht ein „Spiel auf Augenhöhe.“ Fest steht aber auch: Jahn will unbedingt etwas Zählbares aus dem Emsland mitnehmen.