Ein Angebot der NOZ

Reha-Sportgemeinschaft RSG Delmenhorst macht viele Angebote

Von Klaus Erdmann | 24.01.2015, 09:00 Uhr

Sport bei Atemwegserkrankungen gehört zu den Schwerpunkten der Arbeit der RSG Ilke Schwengsbier steht an der Spitze des Klubs, der sich 2013 einen neuen Namen gegeben hat.

Das Thema „Inklusion“ spielt längst auch im Sport eine wichtige Rolle. Als der Begriff noch unbekannt war, erfüllten ihn einige Personen, die in der Chronik „Idealisten“ genannt werden, mit Leben: Sie gründeten am 21. November 1952 den Versehrten-Sportverein Delmenhorst. „Der Verein wurde von Behinderten gegründet und so gab es auch damals schon Inklusion“, sagt Ilke Schwengsbier. Sie steht an der Spitze des Klubs, dessen Name seit 2013 Reha-Sportgemeinschaft (RSG) , exakt: Verein für Reha-, Behinderten-, Breiten- und Leistungssport, lautet.

Es ist ein moderner Verein, der den Anforderungen der Gegenwart entspricht und eine umfangreiche Angebotspalette unterbreitet. Eine zentrale Rolle, so Schwengsbier, die der Sportredaktion des dk in Begleitung der kommissarischen Pressewartin Dagmar Wiedner einen Besuch abgestattet hat, spiele der Rehasport.

17 Gründungsmitglieder

An Rehasport dachten die 17 Gründungsmitglieder – von denen nur noch Ilke Schwengsbiers Vater Günther lebt – nicht, als sie im November 1952 den Verein ins Leben riefen. Aus der Chronik: „Der neugegründete Verein stellte sich die Aufgabe, sämtlichen Kriegsversehrten die Möglichkeit zu geben, durch Freude am Sport die Wiedergewinnung der Geschicklichkeit und Überwindung von Hemmungen zu erreichen.“ Erst nach „längeren intensiven Gesprächen“ habe der Verein auch Sport für Zivilversehrte angeboten.

„Unermüdliche Mund-zu-Mund-Propaganda, Berichte in der Tageszeitung und nicht zuletzt die Freude an der Gemeinschaft“ ließen den Verein größer werden und bereits 1953 nahmen 31 Aktive an einem Landesversehrten-Sportfest in Westerstede teil. Zwei Jahre später stellte sich mit dem Landesmeistertitel, den die Prellballer aus Hannover mitbrachten, der erste große Erfolg ein. Unter der Jahreszahl „1963“ heißt es: „Beim Sportfest in Bad Münder treten erstmals mehrere Frauen auf.“

2002 wurde das 50-jährige Bestehen gefeiert

1975 übernahm Günther Schwengsbier den Vorsitz. Er wurde sieben Jahre später vom Behinderten-Sportverband Niedersachsen für besondere Verdienste mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet. Ebenfalls 1982 beschlossen die Mitglieder auf einer außerordentlichen Versammlung, die Versehrten- in Behinderten-Sportgemeinschaft (BSG) umzubenennen. 1991 gründeten die Verantwortlichen eine Sportgruppe für krebsbetroffene Frauen. 2002 feierte die BSG mit mehreren Turnieren ihr 50-jähriges Bestehen. Bei einem „offenen Hallenturnier für die Bürger von Delmenhorst“ verzeichnete man eine sehr geringe Beteiligung.

2008 gehörten der BSG erstmals über 300 Mitglieder an. 2013 trat Ilke Schwengsbier die Nachfolge des Vorsitzenden Bernhard Mennen an.

Zu den Angeboten, die Schwengsbier und deren Mitstreiter offerieren, zählen Sport bei Atemwegserkrankungen und Wassergymnastik (Schwengsbier: „Zwei Schwerpunkte“), Gesundheitssport 60+ und Behindertensport. „Wir unterbreiten spezielle Sportangebote, dafür sind wir da“, sagt Schwengsbier.

Mitgliederzahl sinkt

Ansonsten sieht sich die RSG mit Problemen konfrontiert, über die auch andere Vereine klagen – beispielsweise sinkende Mitgliederzahlen (Schwengsbier: „Wir haben 220 Mitglieder und 82 Rehasportler“) und die Ganztagsschulen. Die Vorsitzende: „Wir haben keine eigene Halle.“ Bei den Atemwegserkrankungen könnte man eine weitere Gruppe anbieten, aber es fehlten die Voraussetzungen. Eine „feste Halle“ wäre hilfreich. Und noch einen Wunsch hat Ilke Schwengsbier: „Wer sich für unseren Verein interessiert, sollte keine Scheu haben.“