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Reiterverein Ganderkesee Andreas Witte möchte „exzellente Vorarbeit“ nutzen

Von Lars Pingel | 13.06.2015, 12:30 Uhr

Der 52-jährige Andreas Witte ist vom Reitsport fasziniert und organisiert gern. Er ist seit Anfang März 2015 Vorsitzender des Reitervereins Ganderkesee, der 405 Mitglieder hat. Er möchte diesen behutsam weiterentwickeln.

Vor etwas mehr als 20 Jahren hat sie ihn gepackt: die Begeisterung für den Reitsport. Später vielleicht als andere, aber genauso heftig. „Ich war Anfang 30“, erzählt Andreas Witte. „Ich habe auf einem Schulpferd angefangen, hatte dann eine Reitbeteiligung und irgendwann ein eigenes Pferd.“ Parallel dazu entwickelte sich die Begeisterung für den Klub, in dem er all das erlebte. Für den Reiterverein Ganderkesee. Seit dem 4. März ist er dessen 1. Vorsitzender. „Das ist eine große Familie. Man arbeitet zusammen, man feiert zusammen; hilft sich privat, aber auch geschäftlich.“

Reiter und Pferd müssen ein Team bilden

Er und die anderen 404 RVG-Mitglieder hätten eines gemeinsam, erzählt Witte. „Wir sind alle wegen der Pferde hier.“ Diese seien sensibel und würden sofort merken, wie sich ihr Reiter fühlt. Gerade deshalb sei der Sport „eine wunderbare Entspannung.“ Er müsse beim Reiten alles hinter sich lassen, erklärt Witte, der als Personaldirektor für die Firma CSM in Bremen arbeitet. Pferd und Reiter müssten eine Verbindung eingehen, ein Team bilden, sonst ginge nichts. „Man ist in einer anderen Welt.“ Die Belohnung sei ein gelungener Sprung. „Das ist Adrenalin pur, unglaublich. Das ist die Faszination.“

Witte wurde 2014 stellvertretender Vorsitzender

Dem RVG gehört Witte seit knapp 20 Jahren an. Er habe schon lange im Umfeld des Vorstands mitgearbeitet, im Hintergrund. Doch als sein Vorgänger André Jonker 2014 das Ende seiner zweiten Amtszeit ankündigte, rückte Witte in den Vordergrund. „Eine Vorstandswahl muss wie ein Wechsel in einer Geschäftsführung geplant werden“, sagt er. Das beginnt mit der Suche nach geeigneten Kandidaten. Die müssten die Balance zwischen Vereins-, Geschäfts- und Privatleben finden. „Dann kann man Übergaben planen.“ Witte wurde 2014 stellvertretender Vorsitzender. Er organisiere gerne, erklärt er. „Wenn man dann sieht, dass es sogar funktioniert, ist das einfach nur toll.“

Verein bietet erstklassige Bedingungen

Das Vorstandsteam um seinen Vorgänger Jonker habe den RVG durch sehr schwere Zeiten geführt, lobt Wiese. „Die Krise hat gezeigt, wie viele Menschen eine emotionale Verbindung zu dem Verein haben“, sagt er. „Das Überleben wurde von Mitgliedern gesichert, die sich privat engagierten.“ Das hat sich gelohnt, findet er. Denn heute könne der Klub Bedingungen bieten, die dazu führten, dass „kein Weg am Reiterverein vorbei geht.“

Nachwuchsförderung „ist uns sehr wichtig“

Er und seine Mitstreiter im Vorstand wollen die „exzellente Vorarbeit“ ihrer Vorgänger nutzen. „Nicht Revolution, sondern Evolution ist das Motto“, sagt Witte. Es gelte, „Top-Bedingungen, Zusammenhalt und guten Sport zu bieten“. Dazu gehöre es, sich Schulpferde zu leisten, Longenunterricht, Schulunterricht und Voltigieren zu ermöglichen. „Sehr wichtig ist uns zudem die Nachwuchsförderung, auch für den Spitzensport. Wir wollen erfolgreiche Reiter ausbilden“, sagt er. Doch auch das Vereinsleben, zu dem unter anderem Kohlfahrten, das Abschluss- und Weihnachtsreiten und Treffen im Reiterstübchen gehören, müsse funktionieren. „Dort sind wir sehr gut aufgestellt“, sagt Witte. Der dritte wichtige Bestandteil für den RVG sei der Pensionsbetrieb. „Alles muss ineinandergreifen“, erklärt er. „Wenn ein Bereich nicht stimmt, wird es schwer.“

Pfingstturnier verkürzt

Ideen des neuen Vorsitzenden und seiner Mitstreiter wurden bereits im zurückliegenden Pfingstturnier verwirklicht, das statt viereinhalb nur noch drei Tage lang war. „Wir haben nüchtern analysiert“, erzählt Witte. „Es gab das Problem, dass die ehrenamtlichen Helfer, die immer schwerer zu finden sind, zu hoch belastet waren. Und es ging um die finanzielle Situation“, sagt er und lobt sofort die treuen Sponsoren, „ohne die es gar nicht geht“. Ziel war es, trotzdem mehr Qualität zu bieten, auch in den Prüfungen. „Die sportliche Seite ist das A und O. Wir wollen hochklassigen Sport für den Verein, aber auch für Besucher aus Ganderkesee und Umgebung bieten.“

Begeisterung für das Springreiten

Dass Reitsportfans Witte in einer dieser Prüfungen erleben, ist unwahrscheinlich. Nicht nur, weil er als Vorsitzender im Umfeld stark gefordert ist. „Ich bin ein reiner Hobbyreiter ohne Ambitionen“, bestätigt er. Seiner Leidenschaft für das Springreiten wird er aber weiter nachgehen. Die Begeisterung ist zu groß.