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Relegation überstanden VG Delmenhorst-Stenum feiert im Kollektiv

Von Daniel Niebuhr | 01.05.2017, 15:41 Uhr

Die Oberliga-Volleyballer der VG Delmenhorst-Stenum schaffen in der Relegation ebenso den Klassenerhalt wie die Verbandsliga-Damen.

Am Ende gab es für alle Pizza. Nachdem die die Volleyballerinnen und Volleyballer der VG Delmenhorst-Stenum mitsamt ihrem Anhang nach getaner Arbeit am Samstagabend wieder in Delmenhorst angekommen waren, waren sie nicht nur glückselig, sondern auch hungrig – also setzte man sich im Vereinsheim zusammen und bestellte Verpflegung für die Partynacht, die lang und schön gewesen sein muss, wie Damen-Trainer Kai Stöver verriet.

Beide Teams siegen 3:0

In jedem Fall war es ein Tag, den niemand in diesem Verein so schnell vergessen wird. In den Stunden zuvor hatte die Herrenmannschaft zunächst ihr Relegationsspiel gegen den VfL Lintorf II mit 3:0 (25:20, 26:24, 25:12) gewonnen und den Klassenerhalt in der Oberliga geschafft, dann waren die Damen mit einem 3:0 (25:17, 25:19, 25:13) gegen den TSV Fischerhude-Quelkhorn nachgezogen und den Verbandsligaplatz gesichert – die VG-Teams waren in der regulären Saison jeweils Vorletzter geworden. Weil beide Partien in Hannover stattfanden, waren die VG-Teams zusammen mit vielen Anhängern in einem Bus gekommen – und hatten schließlich auch gemeinsam gefeiert. „Es war ein Mega-Erlebnis für alle“, schwärmte Stöver, Herren-Trainerin Susanne Schalk stellte fest: „Es war ein geiler Tag.“

Die Art, wie der Verein dieses doppelte Schicksalsspiel angegangen ist, hat sich als goldrichtig erwiesen. Beide Teams motivierten sich auf der Anreise gegenseitig – und durch die große Fan-Unterstützung hatten die Delmenhorster in Hannover praktisch Heimspiele. „Es war eine Delmenhorster Meute von 40 bis 50 Leuten am Spielfeldrand, die richtig Stimmung gemacht hat“, freute sich Schalk.

Fans als großer Plus

Ihre Mannschaft durfte sich davon als erste inspirieren lassen und kämpfte Lintorf trotz vieler Eigenfehler nieder. Im ersten Durchgang war eine kleine Serie von 10:10 auf 14:10 der Grundstein für das 25:20, im zweiten Durchgang kamen die VG-Herren nach einem 18:20-Rückstand zurück und holten sich mit dem zweiten Satzball zum 26:24 die 2:0-Führung. Im dritten Durchgang brannte nichts mehr an.

Damen lassen nichts anbrennen

Anschließend zogen Fans und Spieler weiter in die acht Kilometer entfernte Halle am Maschsee und brüllten dort die Damen zum Klassenerhalt. Stövers Team hatte aber weniger Mühe und schlug die Fischerhuderinnen, die sich durch ein 3:0 über GfL Hannover V für diese Partie qualifiziert hatten, deutlich. Die Verunsicherung, die sich durch die komplette Saison gezogen hatte, war „wie weggewischt“, wie Stöver erklärte. Weil die Abläufe im wichtigsten Spiel des Jahres so gut funktionierten wie selten zuvor, gerieten die Delmenhorsterinnen nie in Gefahr. Nur im zweiten Satz kam so etwas ähnliches wie Spannung auf, letztlich setze sich die VG aber auch dort mit 25:19 durch.

Frohburg und Möller hören auf

Nach dem Klassenerhalt war auch Wehmut zu spüren, denn für zwei altgediente Volleyballerinnen war die Abschiedsvorstellung. Kerstin Frohburg und Wiebke Möller beenden ihre Laufbahn; dass sie fehlen werden, zeigten sie auch in der Relegation wieder. „Sie sind sehr wertvoll für die Mannschaft, deshalb bin ich auch wenig traurig, dass sie künftig nicht mehr dabei sein“, sagte Stöver, der sein Team zur kommenden Saison also zwangsläufig etwas umbauen muss. Immerhin hatten sich Frohburg und Möller den vielleicht perfekten Tag für ein Karriereende ausgesucht.