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Rückblick auf die Fußball-Bezirksliga Staffelleiter lobt, Zeyrek frustriert, Gaden traurig

Von Klaus Erdmann | 31.05.2016, 12:43 Uhr

Staffelleiter Frank Schulte lobt die Vereine. VfB Oldenburg II trennt sich von Trainer Servet Zeyrek und Coach Jürgen Gaden muss mit der SG SW Oldenburg in der Kreisliga einen Neuanfang starten.

Wer die Abschlusstabelle der Fußball-Bezirksliga Weser-Ems 2 unter die Lupe nimmt, kommt zu dem Schluss, dass große Überraschungen ausgeblieben sind. Sicherlich konnte man nicht unbedingt damit rechnen, dass der VfL Stenum, der Rang fünf belegt, als Aufsteiger eine solch imponierende Saison spielt. Und sicher kommt auch die Endplatzierung der einen oder anderen Mannschaft überraschend.

Aber viele Fußballfreunde hatten vor dem ersten Spieltag auf ihrem Zettel, dass Überflieger SV Atlas Delmenhorst, TuS Obenstrohe, Heidmühler FC und VfB Oldenburg II auf den vorderen Plätzen zu finden sind. Und die Mannschaften, die die Liga verlassen müssen bzw. sich im unteren Tabellendrittel befinden, hatte man größtenteils im Abstiegskampf erwartet. (Weiterlesen: Drei Happyends und ein Absturz)

Bezirksliga 2 spielt in der kommenden Saison mit mindestens 17 Manschaften

Frank Schulte spricht von einer „schwierigen Saison“. Der Staffelleiter bezieht diese Aussage auf die vielen Spielausfälle, die prägend gewesen seien. „Von Anfang November bis weit in den März hinein sind viele Spiele ausgefallen“, betont er. Schulte gewinnt den Terminverlegungen aber auch eine positive Seite ab: „Ein Lob an die Vereine, die alle gut mitgezogen haben. Wir haben die Saison gemeinsam und pünktlich über die Bühne bekommen.“

Der Ostrhauderfehner blickt voraus: „Schade, dass Wilhelmshaven und Brake aus der Landesliga absteigen müssen. Somit spielen in der nächsten Saison 17 Mannschaften in der Bezirksliga.“ Sollte es auch Wildeshausen erwischen, hätte man eine 18er-Staffel. Erfreut sei er darüber, dass es 2015/16 „keine großartigen Sportgerichtsverhandlungen“ gegeben habe.

Folgt nun eine Pause? „Nein, nach der Saison ist vor der Saison“, antwortet er lachend. Es gelte nun, die Spielzeit 2016/17 zu planen. „Ende Juli findet die erste Pokalrunde statt und am Wochenende darauf starten die Punktspiele“, sagt Frank Schulte. (Weiterlesen: VfL Wildeshausen schlägt SC Türkgücü 2:1)

Servet Zeyrek findet Trennung beim VfB Oldenburg II „komisch“

Servet Zeyrek wird dann nicht mehr auf der Trainerbank des VfB Oldenburg II sitzen. „Ich hätte gerne weitergemacht, aber nicht unter diesen Voraussetzungen“, so der Coach, der einst in Diensten des SV Tur Abdin und VfL Wildeshausen stand. Die Wege hätten sich getrennt. Dabei kann er die Begründung nicht nachvollziehen. Ralf Voigt, Sportlicher Leiter beim VfB, hätte ihm vor etwa zwei Wochen vorgeworfen, dass er sich nie beim Training der ersten Mannschaft, Vizemeister der Regionalliga, habe sehen lassen. „Er hat gesagt, dass die Zusammenarbeit nicht eng genug gewesen sei“, sagt Zeyrek und fragt: „Warum sagt er mir das erst so spät?“. Die Begründung sei „komisch“.

Der Trainer unterstreicht, dass nicht alle Spieler über Top-Bezirksliga-Niveau verfügten und das Team dennoch Platz vier erreicht habe. Oft seien nur sieben, acht Akteure zum Training erschienen und er habe ohne Torwart dagestanden. „Aber ich habe immer gesagt, dass ich das durchziehe“, so Zeyrek. In der Hinrunde hat der VfB II 33, in der Rückrunde 21 Punkte gesammelt.

Dass der VfB Oldenburg seine Zweite auflöst, wie es jüngst auf Fußballplätzen kolportiert wurde, glaubt er nicht. „Aber einige Spieler werden gehen“, meint er. Er hoffe, dass er bald ein Angebot bekomme, damit er sich richtig beweisen könne, sagt Servet Zeyrek.

Abstieg von SW Oldenburg für Jürgen Gaden „kein Weltuntergang“

Jürgen Gaden, der früher beim TV Jahn und VfL Wildeshausen tätig war, ist mit Aufsteiger SG SW Oldenburg abgestiegen. Er sei darüber „ein wenig traurig“, sagt er, aber es sei kein „Weltuntergang“. Er habe viele Verletzte gehabt und das sei nicht zu kompensieren gewesen. „Wir haben insgesamt 35 Spieler eingesetzt“, so Gaden. Außerdem bestehe der Kader überwiegend aus unerfahrenen Spielern, die noch einiges lernen müssten. „Es war klar, dass wir gegen den Abstieg kämpfen“, blickt der Coach zurück.

Jan Pokies („Unser dritter Torwart“) und Johan Hannink („Er wechselt zum TV Dötlingen“) würden den Verein verlassen. Der Trainer („Die Arbeit mit der jungen Truppe macht Spaß“) hingegen bleibt. „Als wir während der Winterpause Letzter waren, haben wir den Vertrag um zwei Jahre verlängert“, sagt Jürgen Gaden.

Anders sieht es in Abbehausen aus: Beim TSV, der die Spielzeit als Neunter beendet, haben sie sich von Trainer Hans-Jürgen Immerthal verabschiedet. Ihn zieht es zum Tabellendritten Heidmühler FC. Der scheidende Mannschaftskapitän Ruben Rebmann wurde zum Ehrenspielführer ernannt. Ein würdiger Abschied.

Der TV Esensham und sein peinliches Ende

Einen traurigen Abschied erlebte hingegen der TV Esenshamm. Dass Schlusslicht verlängerte die Reihe peinlicher Auftritte, die es sich zuletzt leistete (u. a. 0:13 gegen Atlas) durch ein 1:9 gegen den TuS Obenstrohe. Die Mannschaft von Trainer Wolfgang Rohde musste die Begegnung in Unterzahl beenden, da nicht ausreichend Aktive zur Verfügung standen. Der Spieler Fabian Heckl sollte mitwirken, doch dazu kam es nicht: „Als es losgehen sollte, war Heckl allerdings spurlos verschwunden und tauchte auch nicht wieder auf“, berichtet die „Kreiszeitung Wesermarsch“. Somit gab es wenigstens beim TV Esenshamm noch eine Überraschung.