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Rückblick auf die Fußball-Bezirksliga TSV setzt nach Abstieg weiter auf den Ganderkeseer Weg

Von Klaus Erdmann | 31.05.2016, 09:40 Uhr

Der große Umbruch, wie ihn viele Mannschaften nach einem Abstieg bevorzugen, findet bei den Fußballern des TSV Ganderkesee nach dem Gang aus der Bezirksliga nicht statt. Hauptaugenmerk gilt weiter der Nachwuchsarbeit. Trainer Daniel Lachmund nennt Torungefährlichkeit und die „ewig lange Verletzenliste“ als Hauptgründe für den bitteren Gang in die Kreisliga.

Der große Umbruch, wie ihn viele Mannschaften nach einem Abstieg bevorzugen, findet bei den Fußballern des TSV Ganderkesee nicht statt. „Wir beschreiten weiterhin den Ganderkeseer Weg“, sagt Daniel Lachmund, Cheftrainer der Mannschaft, die die Bezirksliga verlassen und den bitteren Gang in die Kreisliga antreten muss. „Ganderkeseer Weg“ bedeutet, dass sie am Immerweg das Hauptaugenmerk weiterhin auf die Nachwuchsarbeit legen. (Weiterlesen: Drei Happyends und ein Absturz)

Das 2:3 bei Meister SV Atlas Delmenhorst besiegelte am letzten Spieltag den Abstieg des TSV. Der Rückstand zum rettenden Ufer beträgt drei Punkte. „Wir sind denkbar knapp abgestiegen“, sagt Lachmund. Der Beleg folgt, indem er auf die letzten beiden Spiele verweist. Sowohl beim 3:3 gegen den Tabellendritten Heidmühler FC als auch beim 2:3 bei Atlas fielen die letzten Treffer während der Nachspielzeit. „Wären die Spiele 3:2 und 2:2 ausgegangen, hätten wir die Klasse gehalten“, rechnet der Coach vor.

Viele Gründe für „unnötigen“ Abstieg

„Die Gründe sind vielschichtig“, beantwortet Lachmund die Frage nach den Hauptgründen für den „unnötigen“ Abstieg. Man habe viele Chancen liegengelassen. „Die Mannschaft ist zu torungefährlich“, erklärt er. Und dann verweist er auf die „ewig lange Verletztenliste“. Viele Stammspieler des TSV seien ausgefallen – teilweise monatelang. Spieler aus anderen Mannschaften halfen bei der „jungen und unerfahrenen“ Ersten aus. „Sie haben ihre Sache gut gemacht“, betont Lachmund. „Aber es sind natürlich keine Bezirksliga-Führungsspieler gewesen.“

Er lobt: „Die Trainingsbeteiligung war außergewöhnlich. Die Spieler haben bis zuletzt gekämpft. Es ist eine tolle Mannschaft.“

Ganderkesee Letzter in der Fairnesswertung

Mit 128 Punkten (Quote 4,26) belegen die Ganderkeseer in der Fairnesstabelle den letzten Platz. Sie haben die meisten Gelben Karten kassiert und am häufigsten „Rot“ gesehen. Die daraus resultierenden Sperren erhöhten die personellen Probleme beträchtlich. Lachmund: „Die vielen Karten sind der Unerfahrenheit geschuldet. Das ist ein Lernprozess.“

Er spart nicht mit Selbstkritik: „Im Nachblick muss ich feststellen, dass ich die erfahrenen Jan Badberg sowie Marko und Jannik Schrank eventuell hätte eher aus der Zweiten in die Erste holen müssen. Es war aber nicht abzusehen, dass es so kommt.“

Gute Nachwuchsarbeit könne Gold wert sein

Stichwort Nachwuchsförderung. „25 bis 30 Spieler der ersten beiden Herrenmannschaften haben ihre Herkunft beim TSV“, unterstreicht Lachmund. 14 Spieler der Ersten seien unter 21 Jahre alt. Zum Kader gehörten junge Leute, die noch ein Jahr lang bei den A-Junioren spielen könnten. Man habe beim TSV ein Konstrukt geschaffen, dass auf viele Jahre angelegt sei. Es ermögliche, Spieler in Ganderkesee zu halten und das könne auf Dauer Gold wert sein. Lachmund: „Wenn man so arbeitet, muss man auch das Risiko eines Bezirksliga-Abstiegs in Kauf nehmen.“

Ab der Saison 2016/17 konzentriert sich Lachmund wieder ausschließlich auf seine Aufgaben als Sportlicher Leiter. Ronald Feist, bisheriger Co-Coach, übernimmt die Rolle des Trainers. „Das hat die Abteilung so beschlossen“, sagt Lachmund. Sven Apostel wechselt zum VfL Wildeshausen. „Ansonsten bleiben alle Spieler der ersten und zweiten Herrenmannschaft“, sagt Lachmund. Zwei Spieler der Zweiten hätten noch um Bedenkzeit gebeten, aber: „Ich bin sicher, dass wir eine Lösung finden.“ Neuzugänge kämen aus dem Jugendbereich: „Da gibt es viele Talente.“

Doppel-Aufstieg als Ziel für die nächste Saison

Da TSV I in die Kreisliga absteigt, muss TSV II, Siebter, diese Spielklasse verlassen. Der Trainer ist sich sicher: „Beide Mannschaften steigen wieder auf.“ Es sei wichtig für die Ausbildung der Jugendlichen, dass man wieder höher spiele. „Und sportlich gesehen, gehören wir in die Bezirksliga“, sagt Daniel Lachmund.