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Rückblick auf die Fußball-Bezirksliga Tur Abdin erlebt schwere Saison mit Happyend

Von Daniel Niebuhr | 02.06.2016, 09:21 Uhr

Nach dem erst spät gesicherten Klassenerhalt sucht Fußball-Bezirksligist SV Tur Abdin einen neuen Trainer. Rekordverdächtig waren bei den Aramäern nur die Unentschieden.

Es war Daniel Karlis letzte Dienstfahrt für den SV Tur Abdin, und als sie vorbei war, konnte man ihm die Strapazen direkt anhören. Nach dem 1:2 beim FC Rastede setzte sich der scheidende Kapitän in sein Auto und dachte auf der Heimfahrt laut über diese stressreiche Fußball-Bezirksliga-Spielzeit nach, die für den Vorjahresdritten fast mit dem Abstieg geendet hätte. „Eine Scheißsaison“ sei das gewesen, fand er: „Ich bin erleichtert, dass sie jetzt vorbei ist.“

Keller: Weit unter unseren Möglichkeiten

Der Klassenerhalt der Delmenhorster war da praktisch sicher, zwei Tage später stand er auch offiziell fest. Tur Abdin landete schließlich auf Platz zwölf und konnte bei nur drei Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge froh sein, dass es nicht schlimmer gekommen war. „Es ist abgedroschen, aber wahr: Die Tabelle lügt nie“, sagt Manager Stefan Keller. „Wir sind weit unter unseren Möglichkeiten geblieben.“

Neuer Trainer gesucht

Die Nachwehen spürt er gerade am eigenen Leib: Er muss den Trainermarkt nach einem Nachfolger für sich selbst abgrasen, weil er sich nach vier Wochen als Interimscoach wieder auf sein Kerngeschäft als Sportlicher Leiter konzentriert. Ganz einfach sei die Suche nicht: „Die Mannschaft hat viel Talent, braucht aber jemanden, der die richtigen Töne findet.“

Kein Vorwurf an Höttges

Andree Höttges war das am Ende offensichtlich nicht mehr gelungen. Der Trainer ging Mitte Mai nach dem 0:0 gegen den VfB Oldenburg II und nur zwei Punkten aus den vorangegangenen sieben Spielen in beiderseitigem Einvernehmen – es war eine Konsequenz aus den unsteten Vorstellungen des Teams. „Wir haben Rückschritte gemacht. Nichts, was Andree probiert hat, hat gefruchtet“, erklärt Keller – ohne Vorwurf: Die letzten Prozent, „die dann von den Jungs kommen müssen“, hätten gefehlt.

Karli geht, Artan kommt

Ein Beleg dafür: Die Delmenhorster waren – zusammen mit dem TSV Abbehausen – die Remiskönige der Liga. Zehn Unentschieden sammelte Tur Abdin, die zweitmeisten für einen Bezirksligisten in den vergangenen zehn Jahren. „Letzte Saison haben wir viele dieser engen Spiele gewonnen, dieses Mal reichte es oft nicht“, moniert Keller. Was auch damit zusammenhing, dass Tur Abdin vor der Saison auf dem Transfermarkt eher zu den Gebern als zu den Nehmern zählte und mit den Blümel-Brüdern Can und Mikael und Simon Matta drei Torjäger abgab.

In diesem Sommer verliert der Klub mit Daniel Karli die Stütze der Defensive, die Stammformation sol sich aber noch weiter verändern, wie Keller androht: „Ich habe bei einigen mangelnde Bereitschaft gesehen, sowas merke ich mir. Das wird Auswirkungen haben.“

Keller hat mit dem talentierten A-Jugendlichen Johannes Artan aus der SG Delmenhorst schon einen Neuzugang sicher, vom TuS Heidkrug soll Lukas Mutlu kommen.