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Rückkehr auf die große Bühne Nele Aufurth feiert mit TV Jahn doppeltes Comeback

Von Klaus Erdmann | 06.12.2017, 07:42 Uhr

Fußballerin Nele Victoria Aufurth erlebt bei 4:2 des TV Jahn Delmenhorst gegen Henstedt-Ulzburg ein doppeltes Comeback – und ihr Debüt in der 2. Bundesliga.

Beim 4:2 des Fußball-Zweitligisten TV Jahn gegen den SV Henstedt-Ulzburg hat Nele Victoria Aufurth ein doppeltes Comeback erlebt: Erstens wirkte sie nach über sechsmonatiger Pause wieder in einem Pflichtspiel mit. Und zweitens kehrte sie, mit der Nummer 23 auf der Sechser-Position spielend, an ihre alte Wirkungsstätte zurück. Bereits von 2007 bis 2009 trat sie, die als Konstrukteurin am Staatstheater Hannover arbeitet, für die Delmenhorsterinnen an.

Bei ihrem ersten Auftritt auf der großen Fußballbühne zeigte Aufurth eine Leistung, die sowohl sie, die Hauptdarstellerin („Ich bin sehr zufrieden“), als auch Jahns Regisseur, Cheftrainer Claus-Dieter Meier („Nele hat sich gut eingeführt“), mit positiven Kommentaren begleiteten.

Anfänge in Barnstorf

Diese erhielt Aufurth, geboren in Gießen und aufgewachsen in Bassum, bereits bei ihren ersten Gehversuchen auf der damals noch kleinen Bühne. Sie habe, erzählt die 29-Jährige, anfangs beim Barnstorfer SV gespielt; erst bei den Jungen, dann bei den Mädchen. Dort lernte sie Jahns Torhüterin Magdalena Flug kennen. Ein Jahr verbrachte Aufurth im Sportinternat Potsdam („Eine super Erfahrung“). Dann trat sie für den ATS Buntentor an, ehe sie im Sommer 2007 gemeinsam mit Flug zu Jahn wechselte. „Es waren zwei sehr schöne Jahre“, blickt die Neue zurück. Flug, Anna Mirbach und Nahrin Uyar gehörten zu ihrem Team, das Frank Schwalenberg trainierte. Petra Zimolong und Bernd Hannemann, die aktuellen Abteilungsleiter, fungierten auch vor zehn Jahren als – gewissermaßen – Intendanten.

Aufstiege in Berlin und Limmer

Die 1,79 Meter große Fußballerin pendelte während des ersten Jahn-Gastspiels eine Zeit lang zwischen Berlin und Delmenhorst. Engagements beim Berliner Club BSV Al-Dersimspor („Ich habe in Kreuzberg gewohnt und der Verein lag vor der Haustür“) mit dem Aufstieg in die Regionalliga und TSV Limmer mit dem Aufstieg in die Oberliga folgten. „Als ich in Limmer begann, war ich 24 und der Trainer sagte, er sei froh, dass er mit mir über eine erfahrene, alte Spielerin verfüge“, erinnert sich Aufurth schmunzelnd. Mit Limmer spielte sie zuletzt am 28. Mai gegen Jahn im Endspiel um den Niedersachsen-Pokal. Limmer führte – durch Aufurth. Dann trafen Neele Detken, Julia Hechtenberg und Anna Mirbach für den Zweitliga-Aufsteiger – 3:1.

Konstrukteurin am Staatstheater

Der Kontakt zu Jahn riss nie so ganz ab. Vor drei Monaten nahm der Plan, zurückzukehren, Formen an. Seit Mitte Oktober beteiligt sich Aufurth donnerstags und freitags regelmäßig am Training. Es bleibt dem Gesprächspartner nicht verborgen, dass ihr das Fußballspielen beim TV Jahn, trotz des hohen Aufwandes Spaß macht. „Natürlich ist die 2. Liga ein zusätzlicher Anreiz“, betont Aufurth und lobt ihre „mega-motivierten Mitspielerinnen“.

Von gut motivierten Kollegen ist sie auch in Hannover umgeben. Hier arbeitet Aufurth nach einer Ausbildung an der Berliner Beuth Hochschule für Technik und einem Praxissemester am Hamburger Thalia Theater seit Juni 2013 am Staatstheater. „Der Hauptarbeitsbereich sind die Werkstätten. Aber ich bin auch bei Gastspielen dabei und lerne andere Theater kennen“, erklärt sie: „Theatertechnik ist meine Leidenschaft.“ Den Wunsch, auf Brettern, die angeblich die Welt bedeuten, zu stehen, habe sie nicht. Als Fußballerin hingegen hat sie sich für die große Bühne entschieden, für die 2. Liga, für den TV Jahn. Vorhang.