Ein Angebot der NOZ

„Run of Spirit“ in Berlin Lebenshilfe-Athleten laufen mit Paralympics-Star

22.05.2016, 11:58 Uhr

Promimente Mitläufer, Autogramme von Arne Friedrich und eine Autopanne: Die Delmenhorster Lebenshilfe-Athleten erleben ein verrücktes Wochenende beim „Run of Spirit“ in Berlin.

dn Delmenhorst/Berlin. Prominente sind sie ja überall, wo sie starten, die Läufer der Lebenshilfe Delmenhorst. Beim „Run of Spirit“ in Berlin-Spandau waren sie nun damit allerdings nicht alleine: Der Evangelische Johannesstift hatte behinderte Läufer aus aller Welt eingeladen, die zusammen mit Nicht-Behinderten einen großen Volkslauf bestritten, der nicht nur für die Delmenhorster denkwürdig wurde. Mehr als 1000 Teilnehmer waren dabei; aus Kenia war der blinde, dreifache Paralympics-Sieger Henry Wanyoike angereist, aus Israel der gehbehinderte Gil Greenberg und als prominenter Gast schrieb der ehemalige Fußball-Nationalspieler Arne Friedrich Autogramme. „Die Atmosphäre war irre“, schwärmt Lebenshilfe-Betreuer Ludger Norrenbrock. „Es ist toll, was wir erleben durften.“

Gehbehinderter Israeli bewältigt die Fünf-Kilometer-Strecke

Er war in 49:41 Minuten auch der schnellste Delmenhorster über zehn Kilometer, hinter ihm kamen seine Schützlinge Peter Reisinger (50:07 Minuten), Thorsten Ebert (1:00:12 Stunden) und Edith Voigt (1:02:59 Stunden) ins Ziel. Die fünf Kilometer beendeten Erich Moldenhauer (31:55 Minuten), Betreuerin Heike Grimm (31:56 Minuten), Sören Mutke (31:57 Minuten) und Martina Massen (40:18 Minuten).

Dass Zeiten nicht alles sind, bewies Israeli Greenberg, der eigentlich im Rollstuhl sitzt, gestützt von zwei Begleitern die fünf Kilometer-Distanz aber gehend in dreiendhalb Stunden bewältigte.

Panne vor der türkischen Botschaft

Abseits der Strecke wurde die Gemeinschaft bei einer Tour über die Spree, einer Messe und einem Grillfest gepflegt. Die Lebenshilfe-Delegation war in Gästehäusern untergebracht. „Es war klasse organisiert“, sagte Norrenbrock.

Das Abenteuer war mit Überquerung der Ziellinie aber noch nicht zuende. Danach hatten die Delmenhorster noch eine Autopanne direkt vor der türkischen Botschaft und mussten abgeschleppt werden. „Norrenbrock nahm’s sportlich: Immerhin haben wir auf der Taxifahrt noch etwas von Berlin gesehen.“