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Samstag gegen VfL Oldenburg II HSG Hude/Falkenburg will zurück zur Leichtigkeit

Von Frederik Böckmann | 30.01.2016, 08:25 Uhr

Der Handball-Drittligist Hude/Falkenburg will den Favoriten VfL Oldenburg II so lange wie möglich ärgern. Ein Schlüssel: Das gnadenlose Tempospiel der Oldenburger „Talentschmiede“ verhindern.

Im Sport bemühen sich Spieler, Fans und natürlich vor allem Sportjournalisten häufig darum, einer normalen Begegnung das Etikett „Derby“ anzuheften. Landkreisderby, Niedersachsenderby, Nordderby: Diese Duelle gibt es – vor allem im Fußball – zuhauf. Vom Oldenburger Stadtzentrum zur Halle am Huder Bach in Hude sind es rund 25 Kilometer. Für die Drittliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg II und der HSG Hude/Falkenburg gibt es in dieser Saison keine Auswärtsfahrt, die kürzer ist. HSG-Trainer Werner Bokelmann ist die Frage nach einer besonderen Brisanz dieser Begegnung vor dem Anpfiff am Samstag in Hude (19 Uhr, Halle am Huder Bach) indes ziemlich egal. Er halte nichts von „falschen Derbys“, erklärt der Huder Coach: „Das ist ein Nachbarduell.“ Nicht mehr und nicht weniger.

Viele Querverbindungen zwischen der HSG Hude/Falkenburg und dem VfL Oldenburg II

Dabei gibt es in den sportlichen Viten der Akteure allerlei Querverbindungen zwischen beiden Vereinen. Beispiele gefällig? Zu allererst natürlich Bokelmann selbst, der jahrelang (Bundesliga)-Teams beim VfL trainierte. Mit Kea Drewes und Svenja Stapoisky wechselten vor der Saison zwei Spielerinnen aus dem VfL-Unterbau zur HSG. Auch Janna Müller spielte schon mal bei den Oldenburgerinnen, wo Saskia Petersen Physiotherapeutin der Bundesliga-Mannschaft ist. Mit Mareen Rump steht ein Huder Eigengewächs beim VfL II und in der A-Jugend-Bundesliga im Tor, während HSG-Winterzugang Lisa Busse in einer Studenten-WG mit VfL-Torfrau und U20-Nationalspielerin Madita Kohorst wohnt.

„Wenn die Spielerinnen Motivation aus diesen Konstellationen ziehen, ist es schön. Aber einen Derbycharakter gibt es nicht“, betont Bokelmann. Sein Hauptargument: Die Leistungsunterschiede zwischen beiden Mannschaften – Hude ist mit 2:20 Punkten Vorletzter, Oldenburg mit 17:7 Zählern Dritter – seien einfach zu groß.

Die 19:26-Niederlage in der Vorwoche in Badenstedt, nach der Bokelmann seine Mannschaft intern und öffentlich kritisiert hatte, lag dem Handball-Veteranen einige Zeit schwer im Magen. Eine erneute Vorstellung wie beim Spitzenreiter „wäre schlimm“, sagt Bokelmann. Er hofft, dass seine Mannschaft gegen die Oldenburger „Talentschmiede“ nun den Reset-Knopf drückt. „Wir müssen uns für den Rest der Saison Mumm, Selbstvertrauen und Leichtigkeit zurückholen“, betont der Huder Coach, der erneut vom Trainer-Kandidaten Dean Schmidt an der Seitenlinie unterstützt wird. Bokelmann glaubt zwar nicht an einen Punktgewinn („Wenn man realistisch bleibt, werden wir gegen Oldenburg keine Chance haben“), will es dem Favoriten aber so lange wie möglich schwer machen. (Weiterlesen: HSG Hude/Falkenburg bricht nach der Pause ein) 

Der Schlüssel zu einer guten Leistung sei einfach: Die Zahl der Eigenfehler extrem gering halten, um so die „gnadenlos starken Tempogegenstöße“ von Oldenburg zu verhindern. „Sonst sind wir von Beginn an chancenlos“, glaubt Bokelmann. Er sagt aber auch: „Oldenburg kann nur Tempo, Tempo, Tempo.“ Im gebundenen Spiel hätte die VfL-Reserve dagegen auch ihre Probleme. (Weiterlesen: HSG Hude/Falkenburg verliert beim VfL Oldenburg II) 

Zum Personal: Die zuletzt urlaubende und verletzte Kea Drewes dürfte gegen ihren Ex-Klub wieder fit sein. Dafür fällt Pia Möller aus. Aus der HSG-Reserve wird wohl Inke Meyerholz aushelfen. Die lange verletzte Mareike Zetzmann wird erneut auf der Bank Platz nehmen; allerdings soll die Shooterin wenn, dann nur bei Siebenmetern oder Freiwürfen eingesetzt werden.