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DM 2018 der Springreiterinnen Sandra Auffarth belegt mit Landlord in Balve Rang sechs

Von Lars Pingel | 09.06.2018, 22:24 Uhr

Sandra Auffarth vom RV Ganderkesee hat mit dem Wallach Landlord bei der deutschen Meisterschaft 2018 der Springreiterinnen in Balve den sechsten Rang belegt. Die 31-jährige Vielseitigkeitsweltmeisterin freute sich über den starken Auftritt bei den Spezialistinnen.

Als die Entscheidung fiel, fieberte Sandra Auffarth auf der Tribüne mit, die für die Aktiven am Rand des riesigen Springplatzes im sauerländischen Balve aufgebaut war. Dass sie im Stechen um den deutschen Meistertitel der Springreiterinnen nicht dabei war, störte die 31-Jährige vom RV Ganderkesee am Samstagnachmittag aber nicht. Schließlich hatte die Weltmeisterin in der Vielseitigkeit gerade ihre sowieso schon eindrucksvolle Saisonbilanz in den schwersten Prüfungen der Spring-Spezialisten erneut ordentlich aufpoliert. Sie wurde DM-Sechste. „Damit bin ich sehr zufrieden“, sagte sie mit einem Blick auf einen großen Monitor, der das Ergebnis anzeigte. Kurz zuvor hatte sie mit Landlord die zweite Wertungsprüfung der Meisterschaft, ein Springen der Klasse S*** mit zwei Umläufen, mit fünf Fehlerpunkten beendet. Das war auch ihr Gesamtergebnis, denn am Freitag war ihr mit dem zehnjährigen Oldenburger Wallach in der ersten Wertungsprüfung, ebenfalls ein S***-Springen, eine Null-Fehler-Runde gelungen.

Zwei Paare im Stechen

Deutsche Meisterin 2018 wurde vor einigen Tausend Zuschauern auf der vollbesetzten Tribüne Angelique Rüsen vom RFV Alt Marl mit Reavnir. Die 27-Jährige, 2016 und 2017 Vizemeisterin, gewann das Stechen mit vier Fehlerpunkten gegen Inga Czwalina vom Fehmarnschen RRV mit Cezanne (8). Diese beiden Paare waren mit einem Fehlerpunkt aus den beiden Wertungsprüfungen gegangen. Am Samstag überschritten sie im zweiten Umlauf die erlaubte Zeit von 61,00 Sekunden – Czwalina um drei Hundertstel. Das brachte ihr aber immerhin noch den Sieg in der Wertung der Prüfung.

Nur ein Hindernisfehler für Sandra Auffarth und Landlord

Auffarth freute sich derweil über die Leistung von Landlord. Er habe seine Sache in Balve „sehr gut“ gemacht, lobte sie den Wallach, mit dem sie Mitte April Championesse der Berufsreiter Springen geworden war. In den drei Starts in Prüfungen auf dem zweithöchsten internationalen Niveau während der DM verzeichnete sie mit ihm nur einen Hindernisfehler. Im ersten Umlauf am Samstag, einem 465 Meter langen Parcours mit 13 Hindernissen mit 16 Sprüngen (Höhe: bis 1,60 Meter), fiel im letzten Sprung der dreifachen Kombination aus Oxer, Steilsprung und einem weiteren Oxer eine Stange.

Im zweiten Umlauf waren auf 380 Metern elf Hindernisse mit 14 Sprüngen zu bewältigen. Das gelang Auffarth und Landlord glänzend. Die Zeit blieb allerdings erst nach 62,81 Sekunden stehen, was mit einem Fehlerpunkt bestraft wurde. Rang acht in der Prüfung und Platz sechs in der DM-Gesamtwertung sorgten aber dafür, dass die Bergedorferin mit einem strahlenden Lächeln aus dem Stadion ritt.

Null-Fehler-Ritt am Freitag

Auffarth war mit Landlord dank eines Null-Fehler-Ritts in der ersten Wertungsprüfung, mit dem sie sich als 15. der Konkurrenz platziert hatte, am Freitag in das DM-Finale eingezogen, das die 35 besten von 58 Sportlerinnen erreichten. In dieser Qualifikation war sie auch mit Nupafeed’s La Vista gestartet, kam aber nicht weiter. Mit der neunjährigen Stute war Auffarth am 13. Mai in Hamburg-Klein Flottbeck sensationell Dritte des Deutschen Springderbys 2018 geworden. „Das Glück war uns leider nicht hold“, meinte die Bergedorferin über den Ritt in Balve. Ihre positive DM-Bilanz trübte das aber ganz und gar nicht.

Landlord und La Vista werden erst einmal „ein bisschen Pause“ bekommen, erzählte Auffarth. Sie werde danach mit ihnen in dieser Saison aber nochmals starten, denn: „Die beiden sind gut drauf.“ Wo das sein wird, steht noch nicht fest.

Sandra Auffarth startet ab Donnerstag in Luhmühlen

Auffarth selbst hat hingegen keine Pause. Bereits ab Donnerstag tritt sie in ihrer Paradedisziplin an, der Vielseitigkeit. In Luhmühlen wird das berühmte internationale Turnier mit seinen Prüfungen auf Vier- (dem höchsten internationalen Schwierigkeitsgrad) und Drei-Sterne-Niveau ausgetragen. Die Weltmeisterin ist mit zwei Nachwuchspferden für den etwas leichteren Wettbewerb gemeldet, in dem es auch um die deutsche Meisterschaft geht: mit der achtjährigen Oldenburger Stute Daytona Beach und dem neunjährigen Selle-Français-Wallach Viamant du Matz. Für Daytona Beach, mit der Auffarth am ersten Juni-Wochenende die internationale Zwei-Sterne-Prüfung im niederländischen Renswoude gewann, wird der Start in der Lüneburger Heide die Premiere auf dem nächsthöheren Level sein.

 Die Trainingseindrücke von beiden Pferden seien gut, sagte Auffarth. „Ich mache mir keine Medaillen-Hoffnungen“, antwortete sie dann auf die Frage nach ihren Erwartungen. „Die beiden sollen Erfahrungen sammeln. Ich möchte mit ihnen gute Runden drehen.“

Im vergangenen Jahr hatte Auffarth in Luhmühlen mit Wolle, der dort als Opgun Louvo angekündigt wird, DM-Bronze gewonnen. „Er kommt auch mit“, erzählte sie am Samstag. Der Wallach, mit dem sie unter anderem Doppel-Weltmeisterin, Team-Olympiasiegerin und Einzel-Bronzemedaillengewinnerin geworden war, werde in Luhmühlen allerdings nur in der Dressur antreten, um ein wenig Turnierluft zu schnuppern. „Ihm geht es gut“, berichtete Auffarth. Sie plane, mit ihm beim CHIO in Aachen (Vielseitigkeit am 20. und 21. Juli) eine komplette Prüfung mit Dressur, Geländeparcours und Springen zu reiten.