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Schach-Jugendmeisterschaften Delmenhorster SK räumt beim Heimspiel ab

Von Daniel Niebuhr | 28.04.2017, 09:34 Uhr

Für den Delmenhorster Schachklub verlief die Bremer Jugend-Einzelmeisterschaft äußerst erfolgreich. Sieben Talente qualifizierten sich für die Deutsche Meisterschaft.

Ein Vorteil des Schachspiels gegenüber den Freiluftsportarten ist ohne Zweifel seine Unabhängigkeit von der Witterung. Die meisten bedeutenden Partien der Schachgeschichte wurden bekanntlich überdacht ausgetragen – dennoch kann das Wetter auch den Denksportlern erhebliche Probleme bereiten. Bei der Bremer Jugend-Einzelmeisterschaft ist das zuletzt geschehen, bei dem Turnier im Delmenhorster Schulzentrum West hatten die Veranstalter mangels Alternativen auf den Schulhof als Analyseraum gehofft – leider herrschten draußen aber eher winterliche Temperaturen. Da fällt auch dem ambitioniertesten Schachspieler die Analyse etwas schwer.

Sieben Titel für den DSK

Den Lokalmatadoren machte das offenbar am wenigsten aus – der gastgebende Delmenhorster SK spielte auf Landesebene einmal mehr alles in Grund und Boden. 22 DSK-Spieler gingen ins Rennen um die Landesmeistertitel, bei sieben von ihnen stand am Ende die Eins auf der Urkunde – „eine krasse Ausbeute“, wie auch DSK-Vorsitzender Andreas Vollmer fand. Für die anderen neun Vereine blieb nur wenig übrig, die Nachwuchsspieler des Bundesliga-Topclubs Werder Bremen holten sich die restlichen beiden Titel. „Eine tolle Geschichte“, findet Vollmer: „Das spricht für unsere Jugendarbeit.“

Im Nachwuchsbereich können die restlichen Clubs aus dem Bremer Landesverband schon längst nicht mehr mithalten. Den Titel als bester Verein bei den Jugendmeisterschaften haben die Delmenhorster inzwischen abonniert, bereits im Vorjahr holten sie sieben erste Plätze, 2015 waren es vier – auch damals die meisten. „Inzwischen ist das fast Routine. Wir haben da schon Gewohnheitsrecht“, scherzt Vollmer.

Steter Strom an Talenten

Es sind die Früchte einer breit aufgestellten Nachwuchsarbeit, die in der Region ihresgleichen sucht. Durch die Kooperation mit den Delmenhorster Schulen reißt der Strom an Talenten nicht ab – die Erfolgsserie auch nicht. Die Schulteams sind Dauergäste auf Norddeutschen und Deutschen Meisterschaften, der DSK räumt auf Vereinsebene ab. Das Jugendteam ist das jüngste der Bundesliga und steht sogar vor Werder Bremen – obwohl das direkte Duell mit 1,5:4,5 verloren ging.

Dafür konnten die Werderaner bei der Landesmeisterschaft nur vereinzelt mit den Delmenhorstern mithalten. DSK-Youngster Moritz Fink wurde in der U10 ebenso ungeschlagen Meister wie Joschua Sinnhöfer in der U12, Erik Pahl in der U14 und Kevin Silber in der U18. Beste Mädchen ihrer Altersklasse waren Stefanie Silber in der U18, Lilian Sinnhöfer in der U16 und Eske Albert in der U14, die allerdings krankheitsbedingt nicht durchspielen konnte und es so nur auf ein Remis brachte.

Steffens im Pech

Alle sieben Titelträger haben sich für die Deutsche Jugend-Meisterschaft im Juni in Willingen qualifiziert. „Das ist klasse“, findet Vollmer. Für U10-Spieler Moritz Fink wird es das DM-Debüt, seine sechs Teamkollegen waren alle bereits im Vorjahr dabei, Lilian Sinnhöfer holte damals mit Rang 16 in der U12 die beste Platzierung. Möglicherweise werden es in diesem Jahr sogar acht Delmenhorster DM-Teilnehmer. Oliver Steffens beendete die U16-Konkurrenz nach sieben Runden punktgleich mit Werders Nils-Lennart Held, es wird noch ein Stechen um den Titel geben.

Schwache Teilnehmerzahl

Die DSK-Bilanz sah so oder so gut aus, auch wenn es aus Veranstaltersicht doch ein Haar in der Suppe gab. Mit 55 Spielern blieb die Teilnehmerzahl hinter den Erwartungen. „Einige“, unkte Vollmer, „haben Delmenhorst vielleicht nicht gefunden.“